Neue Therapien dank vieler Spender
Prof. Hans-Werner Stahl erläutert die Aufgaben des „Fördervereins für krebskranke Kinder“ in Tübingen
Zollernalbkreis-Tübingen, 12.12.2009
Der Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen unterstützt diese kleinen Patienten und ihre Angehörigen während und nach der Behandlung an der Universitäts-Kinderklinik Tübingen – gerade auch im eigenen Eltern-Übernachtungshaus. Jetzt soll ein neues gebaut werden, zeitgemäßer und größer. Mit unserer ZAK-Weihnachtsaktion wollen wir das Vorhaben unterstützen.
Professor Dr. Hans-Werner Stahl ist Vorsitzender der Stiftung des „Fördervereins für krebskranke Kinder“. Er möchte das breite Aufgabenspektrum des Vereins und das damit notwendig gewordene Vereinsgebilde darstellen.
„Neben dieser ganz wichtigen Tätigkeit der unmittelbaren Fürsorger kümmert sich der Förderverein ganz intensiv um die Verbesserung der Pflege auf der Kinderkrebs-Station und die Krebsforschung an der Kinder-klinik.
Die onkologische Station der Kinderklinik Tübingen ist vergleichsweise groß und verfügt über einen ausgezeichneten, international anerkannten Ruf. Jährlich werden ca. 50 Knochenmarkstransplantationen an Kindern durchgeführt. Damit ist sie die bedeutendste Einrichtung dieser Art in Deutschland und vielleicht sogar in Europa. Der hohe medizinische Standard führt dazu, dass sich neben den krebskranken Kindern aus der Region auch kleine Patienten aus anderen Bundesländern und sogar aus dem Ausland behandeln lassen. Zwischenzeitlich ist der Andrang kranker Kinder so groß, dass sie schon auf den Gängen der Klinik liegen müssen.
Diesem Andrang sind die Pflegekräfte kaum noch gewachsen. Um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten, finanziert der Förderverein insgesamt acht Stellen ganz oder teilweise. Sogar eine Oberarztstelle ist dabei.
Zu der Patientenanzahl kommt dazu, dass die Therapie der krebskranken Kinder sehr pflegeintensiv ist. Jeder, der sich schon mit einer Chemotherapie befassen musste, weiß, wie außerordentlich belastend diese Behandlungen sind. Was einem Erwachsenen schon schwer fällt, empfinden kleine Kinder noch viel stärker. Kürzlich kam ein neugeborenes Baby auf die Station, das schon mit einem Hirntumor geboren wurde. Hier ist natürlich eine Rundum-Pflege notwendig, die allein mit dem nach Einsparungen noch vorhandenen Pflegepersonal nicht zu schaffen wäre.
„Der medizinische Standard und die Versorgung der Patienten wäre ohne den Förderverein nicht zu halten“ sagte kürzlich auch Prof. Handgretinger, der Leiter der onkologischen Kinderstation.
Gerade vor dem Hintergrund leerer Kassen im Gesundheitswesen hat der Förderverein sich erneut dazu entschlossen, die Pflegebedingungen auf der Krebsstation zu verbessern.
Die Unterstützung der Pflege an der onkologischen Kinderstation der Uni-Kinderklinik Tübingen ist für den Förderverein eine große Aufgabe. Fast zu groß, denn einerseits sind langfristige Arbeitsverträge zu finanzieren und andererseits kommen die Spenden höchst unterschiedlich an.
Es gilt also den Spagat zu bewältigen, mit kurzfristigen Spenden langfristige Zusagen auszusprechen. Wenn z.B. einer vom Förderverein finanzierten Krankenschwester drei Monate nach Anstellung wieder gekündigt werden müsste, weil keine Spendengelder mehr zur Verfügung stehen, wäre das fatal. Genau so bei der Unterstützung von Forschungsvorhaben. Auch hier sind langfristige Zusagen notwendig.
Der Förderverein hat deshalb vor zehn Jahren eine eigene Stiftung gegründet, die „Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen“, welche besser für langfristige Förderungen geeignet ist. Der Unterschied zwischen Verein und Stiftung liegt im Steuerrecht. Ein Verein muss seine erhaltenen Spenden innerhalb von zwei Jahren ausgeben, sonst verliert er seine Gemeinnützigkeit. Eine Stiftung dagegen hat einen Kapitalstock, von dessen Zinserträgen idealerweise langfristige Projekte gefördert werden können. Von diesem Kapitalstock darf nie Geld entnommen werden. Ganz im Gegenteil. Er sollte wachsen, um zuverlässige Förderungen aussprechen zu können.
Der Kapitalstock wächst durch Erbschaften, Vermächtnisse oder Zustiftungen. Wer sich sozial engagieren möchte und erreichen will, dass ein Vermögen nach seinem Tod stetig Gutes erzeugt, kann eine solche Stiftung in seinem Testament bedenken.
Die Stiftung des Fördervereins ist noch relativ klein, sie konnte aber in den vergangenen Jahren schon Forschungsprojekte der Kinderklinik Tübingen unterstützen, die spektakuläre Ergebnisse und neue Therapien hervorbrachten, z.B. in der Stammzellenforschung. Auch hier hat die Stiftung mit geholfen, dass die Tübinger Kinderklinik einen hervorragenden Ruf genießt.
Natürlich unterstützt diese Stiftung jetzt den Verein auch beim Bau dieses neuen, 1,4 Millionen Euro teuren Elternhauses.
Wer sich über die Stiftung informieren will, bekommt Infos in der Geschäftsstelle Tel.: 07071/ 946811. (www.stiftung-krebs.de).“
