Gesamtelternbeirat bangt um Bildung

Sorge um Einführung der „Neuen Werkrealschule“ – Forderung nach mehr Schulsozialarbeit

Albstadt-Onstmettingen, 09.12.2009 von Holger Much

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Die Einführung der „Neuen Werkrealschule“, die schlechte Haushaltslage der Stadt und die aus der Kombination aus beidem resultierende, ungewisse Zukunft beschäftigt den Gesamtelternbeirat Albstadt.

In seiner jüngsten Sitzung vom Montag Abend beschäftigte sich der Gesamtelternbeirat Albstadt mit den neuesten, sich abzeichnenden Entwicklungen in der Schullandschaft. Ingolf Palubitzki vom Amt für Familie, Bildung, Sport und Soziales gab auf Einladung des Beiratsvorsitzenden Johannes Genenger daher einen Überblick über das aktuelle „noch nie da gewesene Tief“ im Stadtsäckel.

Daraus resultierende, momentan noch konkret zu erarbeitende Sparmaßnahmen, daran ließ Palubitzki keinen Zweifel, würden alle Bereiche, auch den Bildungsbereich, treffen müssen. Doch ob Büchereien oder Sportstätten im Visier stünden - man wisse momentan noch nicht, was auf die Stadt zu komme (wir berichteten mehrfach).

Daher konnte Palubitzki im Hinblick auf die von Genenger vorgetragene Bitte nach einer Ausweitung der Schulsozialarbeit auch wenig Hoffnung machen. Das Land habe sich seit einigen Jahren aus der Finanzierung der Schulsozialarbeit zurückgezogen. Die Kommunen müssten diese Aufgabe nun alleine schultern und in Anbetracht der dramatischen Haushaltssituation Albstadts könne er sich nicht vorstellen, dass in der Schulsozialarbeit eine neue Stelle geschaffen werden könne.

Thema war auch die Einführung der „Neuen Werkrealschule“. Hier machen sich die Elternbeiratsvertreter Sorge, was aus der Neustrukturierung entstehen könne. Denn tatsächlich bleibt im Fall der Schillerschule, die seit vielen Jahren eine Werkrealschulklasse besitzt, die weitere Entwicklung in Onstmettingen abzuwarten.

Zur Übersicht: Nach der Schließung der Hauptschulen in Pfeffingen und Truchtelfingen gibt es fünf Hauptschulen in Albstadt:

Die Ebinger Hohenberg- und die Tailfinger Lutherschule, die beide zweizügig sind. Einzügig sind die Ebinger Schalksburgschule, die Lautlinger Ignatz-Demeter-Schule und die Schillerschule in Onstmettingen.

Bisher konnte in der Schillerschule und in der Hohenbergschule in der zehnten Klasse der „alte“ Werkrealschulabschluss gemacht werden. Alle anderen Albstädter Hauptschulen hatten keine Werkrealschule.

Nach neuen und klaren gesetzlichen Vorgaben, erläuterte Palubitzki, können nun alle zweizügigen Hauptschulen beantragen, Werkrealschulen der „neuen“ Art zu werden. Daher beantragte die Stadt den Werkrealschulstatus für die beiden zweizügigen Schulen Hohenberg- und Lutherschule. Auch für die Schillerschule (nur einzügig) wurde dieser Status beantragt.

Einzügige Schulen, stellte Palubitzki klar, müssen hierfür 16 Schüler oder mehr in Klasse zehn nachweisen. Doch ob diese Vorgabe in der Schillerschule erreicht werde, sei momentan noch fraglich: „Das hängt vom Verhalten der Eltern und Schüler ab“, stellte der Amtsleiter klar. Denn mit der

Einführung der „Neuen Werkrealschule“ zum Schuljahresbeginn 2010/11 fallen auch die Hauptschulbezirke. Das heißt, Eltern wie Schüler sind frei, die Haupt- oder Werkrealschule ihrer Wahl zu besuchen.

Im Kollegium der Schillerschule ist man sich dieser neuen Situation deutlich bewusst und versucht nun unter anderem, durch geeignete Werbemaßnahmen für die Schule die geforderten Schülerzahlen zu erreichen.

Für das kommende Jahr seien laut Palubitzki keine einschneidenden Änderungen vorgesehen, da man in Ruhe erst einmal sehen wolle, was die Einführung der „Neuen Werkrealschule“ bringe. Doch vor dem Hintergrund, dass die letzten vier Jahre einen deutlichen Trend hin zur Realschule, zu Ungunsten der Hauptschulen, gezeigt hätten, sei man, so Palubitzki, „noch nicht am Ende mit Schulschließungen“.

Bei den Wahlen wurde der Vorsitzende des Albstädter Gesamtelternbeirates Johannes Genenger (Schillerschule Onstmettingen) für ein weiteres Jahr in seinem Amt bestätigt. Neuer Stellvertreter ist Roland Dötzer (Lammerberg-Realschule Tailfingen).

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