Aus Milch Klebstoff hergestellt

„Nawipat“ am Gymnasium: Drittklässler dürfen experimentieren – Zehntklässler als „Lehrer“

Aus Milch Klebstoff hergestellt

Messstetten, 09.12.2009 von Volker Schweizer

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Wie kann man aus Milch einen Klebstoff herstellen, wie aus Steinsalz küchenfertiges Kochsalz? Die Drittklässler wissen es ganz genau. Aber nicht nur in der grauen Theorie.

Das Meßstetter Gymnasium hat seit einigen Wochen unter dem Namen „Nawipat“ einen etwas anderen Nachmittagsunterricht laufen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich das Projekt „Naturwissenschaftliche Patenschaft“. Die Jungen und Mädchen lernen dabei grundlegende naturwissenschaftliche Sachverhalte in spannenden und unterhaltsamen Experimenten kennen, die Zehntklässler sind Mentoren.

Durch das „Fehling-Lab“, eine gemeinsame Einrichtung der Universitäten Stuttgart und Hohenheim, kam Dorothee Müller auf die Idee, Grundschüler für den „Laborführerschein“ fit zu machen. Die Chemie-Lehrerin rannte bei den Schulen in Meßstetten, Nusplingen, Obernheim und Schwenningen offene Türen ein. „Der ganze Heuberg macht mit“, freut sie sich.

Gestern nun war die 3d aus Meßstetten mit Klassenlehrer Markus Huber an der Reihe. Ausgerüstet mit Schutzbrillen und dem dazugehörigen Namensschild reihten sich die „kleinen Forscher“ in die Gruppe der „großen Lehrer“ ein. Nach kurzer Einweisung wurde auch schon mit den Reagenzgläsern geklirrt, zu Filterpapier gegriffen und vorsichtig mit Messzylindern hantiert. Schaschlikspieße und Gummibärchen kamen ebenfalls zum Einsatz.

Mit „Nawipat“ möchte man nicht nur dem Entdeckerdrang der Jungen und Mädchen entgegenkommen. „Wichtig ist auch, ihnen die Unsicherheit vor einer weiterführenden Schule zu nehmen“, so Dorothee Müller. Man wolle deshalb, dass sie schon frühzeitig ihre neuen Mitschüler und Lehrer kennenlernen. Auch für die Gymnasiasten sieht Müller in dem Projekt vielfältige Chancen. Da sie Verantwortung übernehmen müssten, werde ihr Selbstbewusstsein gestärkt. „Außerdem fördern wir die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten.“

Schulleiter Oswin Angst zeigt sich stolz darüber, dass das Meßstetter Gymnasium eine Vorreiterrolle übernommen hat: „'Nawipat' ist einmalig im Kreis.“ Auch er stellt heraus, dass beide Seiten voneinander lernen. Finanziert wird das Projekt zu einem erheblichen Teil von der „Stiftung Mensch“ der Sparkasse Zollernalb. Erst vor kurzem bekam die Schule 600 Euro.

Die Experimentiernachmittage dauern immer zwei Stunden. Sie sollen zu einer Dauereinrichtung am Gymnasium werden.

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