232 müssen gehen

Drastischer Arbeitsplatzabbau bei Mayer & Cie.

232 müssen gehen

Albstadt-Ebingen, 25.11.2009 von Volker Bitzer

Anzeige
Von den 445 Beschäftigten des Rundstrickmaschinenherstellers Mayer&Cie. in Tailfingen verlieren 232 ihren Arbeitsplatz. Diese Zahl nannte der Insolvenzverwalter gestern bei einer Betriebsversammlung.

Dass es beim Tailfinger Rundstrickmaschinen-Hersteller Mayer & Cie zu einem drastischen Arbeitsplatzabbau kommen wird, das ist spätestens seit dem Gang zum Insolvenz-Richter Ende September sicher (wir berichteten). Wie viele der gegenwärtig 445 Mitarbeiter jedoch ihren Job letztlich verlieren werden, das war bis gestern Vormittag noch völlig ungewiss. Bei der ersten von zwei Betriebsversammlung am Dienstag informierte der Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery die Mitarbeiter über den personellen Einschnitt. Deutlich über die Hälfte der MCT-Belegschaft muss gehen: Exakt sind es 232 Beschäftigte. Betroffen sind laut Bilgery Arbeitnehmer aller Schichten und quer durch den Betrieb. Nicht angetastet werden aber die 34 Auszubildenden. Sie dürfen ihre Lehre im Unternehmen zu Ende bringen. Auch schloss Bilgery gestern einen weiteren Personalabbau aus.

Der Insolvenzverwalter sprach von einem leider unvermeidbaren Schritt, um das Unternehmen allein während der Insolvenzzeit weiterführen zu können. Die verbleibenden 213 Arbeitsplätze seien dann der Umsatzentwicklung angepasst. Dazu nennt Bilgery klare Zahlen: Betrug der Umsatz im Jahre 2007 noch 103 Mio. Euro mit Gewinn, so reduzierte sich dieser aufgrund der Krise im Jahr 2008 bereits auf 78 Mio. Euro und einem Jahresverlust von 14 Mio. Euro. Bis zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags erreichte der Umsatz nur noch 38 Mio. Euro; bei einem Verlust von 7,6 Mio. Aufgetürmt hätten sich zudem immense Verbindlichkeiten, die bei 70. Mio. Euro liegen; Hauptgläubiger sind die Banken mit 30 Mio., Wechselschuld-Verschreibungen belaufen sich auf 18 Mio. Euro.

Die zweite Betriebsversammlung gestern Nachmittag galt den vom Arbeitsplatzabbau betroffenen Leuten. Es ging um das weitere Procedere. Denn Kündigungen und Freistellungen werden nicht ausgesprochen. Stattdessen landen die Mitarbeiter zunächst in einer so genannten Beschäftigungs- und Qualifizierungseinheit (BQE). Sechs Monate bekommen sie hier 80 Prozent des letzten Nettolohns; dieser wird bezahlt mit Geld aus der Insolvenzmasse, dem Transfer-Kurzarbeitergeld und aus dem EU-Sozialfonds.

In diesem halben Jahr sollen Bewerbungstraining und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen helfen, einen neuen Job zu finden. Erst nach diesen sechs Monaten kommt dann das Arbeitslosengeld zum Tragen. Bei sofortigen Kündigungen, also ohne die BQE, würde gleich jetzt die Frist für das Arbeitslosengeld laufen. „Sollte jedoch einer der betroffenen Mitarbeiter, was ich sehr hoffe, schneller einen neuen Arbeitsplatz finden, kann er innerhalb eines Tages die BQE kündigen“ erklärt Dr. Bilgery.

Optionen

Bilder (1)

Mehr zum Thema

Im „TEZ“ kehrt Leben ein

Albstadt-Ebingen, 03.07.2010

Artikel lesen

Hollywood lässt grüßen

Albstadt-Ebingen, 08.06.2010

Artikel lesen

Auf Zack in Sachen Fortbildung

Albstadt-Ebingen, 19.03.2010

Artikel lesen

Firma Korn baut zwei neue Hallen

Albstadt-Ebingen, 26.02.2010

Artikel lesen

Kein Platz für Holzhändler?

Albstadt-Ebingen, 27.01.2010

Artikel lesen

Weltmarkt und Gesellschaftsleben

Albstadt-Ebingen, 20.01.2010

Artikel lesen

Kaufland übernimmt Famila

Albstadt-Ebingen, 10.12.2009

Artikel lesen

Wegbereiter für den Tourismus

Albstadt-Ebingen, 05.11.2009

Artikel lesen

Damit das badkap nicht baden geht

Albstadt-Ebingen, 15.05.2009

Artikel lesen

„Mekutec“ entlässt 33 Leute

Albstadt-Ebingen, 28.04.2009

Artikel lesen
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook

Singlebörse