Witzig, charmant und hinreißend
Über 500 Besucher feiern mit den Acabellas und dem Virus-Sextett einen rauschenden Konzertabend
Schömberg, 23.11.2009 von Mirjam Seeburger
Zum musikalisch-komödiantischen Stelldichein geladen hatten die Acabellas gemeinsam mit dem aus Geislingen kommenden Virus-Sextett, und weit über 500 Fans, Gönner und Musikliebhaber waren der Einladung mit Freuden gefolgt. Belohnt wurde die große Gästeschar mit einem geradezu interaktiven Konzertprogramm, in welches das Publikum gleich zu Beginn recht rigoros mit einbezogen wurde.
Eingerahmt von allerlei kleinen Witzen, großen Gags, humorvollen Reimen und lässigen Sprüchen bildete der Gesang hierbei den unumstrittenen Mittelpunkt des Abends. So gelang es sowohl den Acabellas als auch dem Virus-Sextett mit ihren Vorträgen die ihnen eigenen Charaktermerkmale hervorzuarbeiten und sich so auf gesanglicher wie auch auf komödiantischer Ebene perfekt zu ergänzen.
Da traf der weibliche Hang zum Chaos auf männliche Lässigkeit, die typischen Probleme der Frau von heute standen dem harten Los des sich im Liebeskummer suhlenden Mannes gegenüber. Als charmant, hinreißend und überaus ulkig erwiesen sich hierbei die musikalischen Vorträge und Showeinlagen der 13 Acabellas-Sängerinnen, die nicht nur durch ihre hellen und klaren Stimmen überzeugten, sondern dank ausgefallener und überaus anspruchsvoller Arrangements bekannter Songs gepaart mit pointiert umgearbeiteten Texten den schwierigen Spagat zwischen punktgenau und akkurat vorgetragenem mehrstimmigem Chorgesang und überaus unterhaltsamen Plaudereien nahezu perfekt meisterten. Schonungslos selbstkritisch, aber immer mit einem kleinen Zwinkern im Augenwinkel bewiesen die 13 Damen, dass sie im kleinen Schwarzen eine ebenso gute Figur machen wie in der lässigen Jeans und dass ihr musikalisches Repertoire von gefühlvoll, anrührend und leise bis hin zu humorvoll, energiegeladen und temperamentvoll reicht.
Als nicht minder wandelbar und witzig präsentierten sich die männlichen Konzertpartner der Acabellas, gelang es den Virus-Sängern doch scheinbar mühelos, mit der ihnen zugedachten Rolle der personell und optisch unterlegenen Männercombo zu kokettieren und sich mit ihren vollmundigen und ausgefeilten Vorträgen im männerfeindlichen Umfeld zu behaupten. Schlagfertig und komisch, aber musikalisch eben auch überaus gut geschult und aufeinander abgestimmt sangen die sechs Herren von den Qualen der Liebe, die sich von den Comedian Harmonists über Billy Joel bis hin zu Franz Schubert als zentrales Thema durch alle Epochen der Musik zieht.
Locker, leger und lässig gestalteten die Männer ihre Vorträge, arbeiteten dabei aber gleichzeitig die Vielschichtigkeit, Vielseitigkeit und Komplexität der von ihnen vorgetragenen Werke nahezu filigran heraus. Zu erwähnen wäre noch Berthold, der zum Lieblingsgast der Akteure auf der Bühne auserkorene Herr, dessen Sinn für Humor während des Abends ein ums andere Mal auf die Probe gestellt wurde. Entschädigt für die Witzeleien auf seine Kosten wurde Berthold am Ende des Abends mit einer Rose. Aber auch ohne liebliche Blumen überreicht von zarten weiblichen Händen dürfte Berthold dank des unvergleichlichen Gesangs und der charmanten Show den Abend ebenso genossen haben wie die vielen restlos begeisterten Besucher in der Festhalle.
