Leistungsschau für den GHV-Tailfingen
„Widerspricht dem Albstadt-Gedanken nicht“
Albstadt-Tailfingen, 30.10.2009 von Holger Much
Im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung trafen sich jüngst die Mitglieder des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV) Tailfingen, um in großer Runde gemeinsam eine Lösung für ein Problem zu finden, das schon seit Jahren für Unmut sorgt: Die gemeinsam mit dem Ebinger HGV durchgeführten, verkaufsoffenen Sonntage.
Hier, verdeutlicht Uwe Eckstein im Gespräch mit dem ZOLLERN-ALB-KURIER, wollte man nun für eine gemeinsam getragene Lösung suchen, die Bestand habe und die für alle Vorteile bringe. Diese hat sich schon lange abgezeichnet:
In Zukunft möchte der GHV-Tailfingen seine verkaufsoffenen Sonntage getrennt von jenen des HGV Ebingen veranstalten. Die Variante, auf verkaufsoffene Sonntage ganz zu verzichten und statt dessen beispielsweise spezielle Samstage zu bewerben, setzte sich zum Schluss nicht durch.
Uwe Eckstein: „Das Thema der verkaufsoffenen Sonntage sorgt schon seit Jahren für Diskussionen. Und immer wieder gab es Kritik von den Mitgliedern in der Richtung, bei uns in Tailfingen laufe nichts oder zu wenig, wohingegen in Ebingen der Laden brumme. Es herrschte einfach Unzufriedenheit“.
Daher suchte man nun nach einer „einvernehmlichen Lösung“. Und das Gespräch mit den Mitgliedern, betont Eckstein, habe ganz deutlich gezeigt: „Ein gemeinsamer verkaufsoffener Sonntag bringt den Tailfingern nichts. Daher werden wir nun in der nächsten Ausschusssitzung einen alleinigen verkaufsoffenen Sonntag für Tailfingen ausarbeiten und beantragen.“ Dieser könne durchaus mit Onstmettingen und Truchtelfingen zusammen stattfinden.
Damit, darauf legt Uwe Eckstein sehr viel Wert, wolle man beileibe niemandem den Fehdehandschuh hinwerfen. „Albstadt bedeutet ja auch Vielfalt. Ein getrennter verkaufsoffener Sonntag von Tailfingen und Ebingen beispielsweise widerspricht dem Albstadt-Gedanken daher in keiner Weise!“ So kann man sich auch vorstellen, den Ebingern den Vortritt bei der Wahl zu lassen, für welchen Sonntag – Frühjahr oder Herbst – sie sich entscheiden.
Vielleicht, flicht Eckstein ein, werde dieser neue Kurs seine „Abschiedsvorstellung“. 2010 stünden Neuwahlen beim GHV auf dem Programm und, überlegt Eckstein: „...nach 14 Jahren (zuerst Geschäftsführer, dann Vorsitzender) wäre vielleicht auch mal ein Wechsel angesagt“.
In der terminlichen Trennung der Sonntage sieht Eckstein vor allem Vorteile. So könne sich jeder besser auf seine Stärken konzentrieren, diese herausarbeiten und präsentieren. Spezielle Mottos, so Eckstein, brauche man da auch nicht wirklich. Man müsse vielmehr die eigenen Qualitäten in den Vordergrund stellen.
Bisher muss jeder verkaufsoffene Sonntag im Gemeinderat bewilligt werden. Es galt auch die Regel, dass verkaufsoffene Sonntage nur für Gesamt-Albstadt genehmigt werden. Zudem war das Abstimmungsergebnis immer denkbar gering. Auch das Regierungspräsidium Tübingen muss die Genehmigung erteilen, und tut dies nur bei parallelen Veranstaltungen mit Außenwirkung. Laut Gesetz können nur zwei verkaufsoffene Sonntage pro Jahr genehmigt werden.
Nun hofft man natürlich, dass der Albstädter Gemeinderat dem Antrag des GHV Tailfingen grünes Licht erteilen werde. Wie Friedrich Pommerencke im Rahmen der Sitzung verlauten ließ, hätten sich ihm gegenüber auch „führende Gemeinderäte“ dergestalt geäußert, dass sie dem Vorschlag eines getrennten verkaufsoffenen Sonntages für Tailfingen durchaus zustimmen würden.
