Möchte einen Theaterverein gründen: Georgeta Vladi.

Balingen, 29.12.2000

Theaterregisseurin Georgeta Vladi hat Großes vor in Balingen: Bretter regieren ihr Leben

"Die Schauspielerei ist eine Kunst, die sehr nah an die Seele geht"

 Georgeta Vladi.
Ihr Leben gehört dem Theater. Seit Jahren gibt sie Kurse an der Volkshochschule. Jetzt will Georgeta Vladi einen Theaterverein gründen und die Brücke zwischen Amateuren und Profis schlagen.
Die Katze döst auf dem Sofa, das Feuer prasselt im Kamin. Ein gemütliches Wohnzimmer, groß, viel Holz, alte Möbel. Georgeta Vladi gießt bedächtig einen Espresso auf. "Mein großer Traum ist ein Theaterverein in Balingen", sagt sie plötzlich. Vor gut zehn Jahren begann sie, in der Volkshochschule Kurse zu geben. An jeweils fünf bis sechs Abenden vermittelte sie den Teilnehmern die Geschichte und die Grundlagen des Schauspiels, eine Einführung in die Mimik und Gestik. Manchmal reichte es auch noch, um ein Stück einzustudieren und aufzuführen. Meist ging die Gruppe aber nach Kursende auseinander, nur wenige blieben für eine Fortsetzung. "Ich möchte eine Gruppe ausbilden, die die Chance hat, zu bestehen", betont Georgeta Vladi. Die Leidenschaft und die Energie sprudelt nur so aus ihr heraus. Eine permanente Theatergruppe ohne zeitlichen Rahmen, ohne Kursanfang oder Ende. "Innerhalb eines Vereines wäre das Engagement größer und der Wunsch nach einer längeren Ausbildung vorhanden", sagt die gebürtige Rumänin. "Und ich bin mir sicher, dass es in Balingen Menschen gibt, die das gerne machen würden." In ihrer Stimme liegt ein leicht französischer Akzent. Das liege wohl daran, dass sie in ihrer Heimat unter anderem Sprachen studiert habe. Italienisch und Französisch. Neben Literatur aber auch Film- und Theaterregie im Hauptfach. Anschließend arbeitete sie als Dolmetscherin, drehte Filme, stand dabei vor und hinter der Kamera, spielte Theater und schrieb Drehbücher. Eher durch Zufall kam sie vor 20 Jahren nach Deutschland, absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitet heute als selbständige Holzhändlerin. Seit drei Jahren erstellt sie in Zusammenarbeit mit dem SWR Dokumentationsfilme. "Ich glaube, ich habe meine Schüler oft überansprucht", denkt Georgeta Vladi nach. "Und oft bin ich auch ungeduldig", gibt sie unumwunden zu. Dabei fällt auf, dass in ihrer Wohnung nirgends eine Uhr zu sehen ist. Kein Ticken, die Zeit scheint still zu stehen. "Die Schauspielerei ist eine Kunst, die sehr nah an die menschliche Seele geht. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Amateuren und Profis", erklärt die 47-Jährige. Die Menschen, die sie sucht, bräuchten jedoch keinerlei Vorkenntnisse. Lediglich die Bereitschaft, sich längerfristig auf die Schauspielerei einzulassen. Egal, ob Komödie, Drama oder Tragödie - Theater soll in erster Linie Freude machen, sowohl dem Darsteller als auch dem Zuschauer. Georgeta Vladi und Vhs-Chef Ottmar Erath sind sich einig. Aus dem Theaterkurs soll ein Theaterverein werden. Erath würde dem künftigen Verein bis nächsten Sommer auch Vhs-Räume zur Verfügung stellen. Ein kleiner Kern an Mitgliedern ist auch schon vorhanden. "Jetzt fehlt nur noch die Verstärkung, mindestens zehn bis 15 Personen", sagt Vladi, "und einen Vereinsvorsitzenden. Jemand aus der Balinger Kulturwelt, der repräsentieren und verhandeln kann." Wer Interesse an dem Theaterverein hat, kann sich direkt mit Georgeta Vladi in Verbindung setzten. Montags ist sie von 18 bis 21 Uhr telefonisch unter der Nummer (0 74 27) 91 48 90 zu erreichen, ansonsten per Fax unter (0 74 27) 91 47 95.

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