Selber mit anpacken

Ortsvorsteher Walter Sieber will die Gemeindekasse entlasten

Winterlingen-Benzingen, 26.09.2009 von Bianka Roith

Anzeige
Ein deutliches Votum erhielt Walter Sieber in Benzingen. Mit neun von zehn Stimmen wurde der 52-jährige zum neuen Ortsvorsteher gewählt.

Walter Sieber stammt ursprünglich aus Hausen im Tal, lebt aber seit 1981 in Benzingen. Seit drei Legislaturperioden ist er nun schon im Benzinger Ortschaftsrat. „Wenn du 15 Jahre in der Kommunalpolitik bist und dich gern einbringst, willst du auch Verantwortung tragen, du hast ja auch ein Ziel vor Augen“, erklärt er seine Beweggründe für die Kandidatur fürs Amt des Ortsvorstehers. Doch ohne eine starke, verständnisvolle Frau an der Seite könne man nicht jahrelang Vereinsarbeit und Kommunalpolitik machen.

Die Mitglieder der Bürgerliste seien auch auf ihn zugekommen. „Aber wenn Karl Späh nicht aufgehört hätte, hätte ich nicht kandidiert“, sagt Walter Sieber. Er habe eigentlich gegenüber der letzten Wahl an Stimmen eingebüßt, weshalb er diese Kandidatur nicht als oberstes Ziel angesehen habe. „Rauskristallisiert hat sich das eigentlich erst, als Ellen Wiehl zurückzog. Spätestens dann lief es eigentlich auf mich zu.“ Drei Tage vor der Wahl habe er vom Gegenkandidaten erfahren, aber das Ergebnis sprach schließlich klar für Walter Sieber.

Pläne und Gedanken gehen ihm viele durch den Kopf. „Aber es wird die nächsten Jahre nicht viel möglich sein aufgrund der Finanzlage der Gemeinde.“ Erstes Ziel sei es, den Bestand in der Ortschaft zu erhalten, Unterhaltsmaßnahmen und Ausbesserungen an Gebäuden und Straßen. Als „große Brocken“ möchte sich der neue Ortsvorsteher stark machen für die Erschließung des Wohngebiets „In der Au“ und für ein neues Feuerwehrfahrzeug für die Benzinger Wehr. „Auch die Friedhofsgestaltung wird ein Punkt sein, den wir angehen müssen, damit der ganze Friedhof ein neues Gesicht bekommt.“

Ausreichend Zeit für seine Aufgaben als Ortsvorsteher hat er natürlich, obwohl er im Busdienst der Deutschen Bundesbahn arbeitet. Noch mehr sogar, wenn Walter Sieber nach dem Ringtreffen 2011 sein Amt als Präsident der Narrenzunft Alte Germanen abgibt. „Nach 20 Jahren ist der Elan verpufft, aber das Jubiläum nehmen wir noch mit“, erklärt er.

„Mir wäre eigentlich das Liebste für den kleinsten bis zum ältesten Bürger ein offenes Ohr zu haben und Ansprechpartner zu sein in allen Belangen“, sagt Walter Sieber. Was davon realisiert werden könne, stehe noch in den Sternen. Ihm ist es wichtig, die intakte Dorfgemeinschaft durch weitere Vereinsarbeit zu stärken. Er könnte sich auch Patenschaften vorstellen für öffentliche Einrichtungen und noch mehr ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement für Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen. „Wir können nicht nur Forderungen stellen, wir müssen selber mit anpacken. Und solche Aktionen entlasten ja auch die Gemeindekasse.

Optionen

Bilder (1)

Schlagworte

Ähnliche Artikel

Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook