Christine Wochner übernimmt den „Hirsch“ in Dotternhausen. Zusammen mit ihrem Vater Franz Wochner blättert sie im Rechnungsbuch von 1862.
Christine Wochner übernimmt den „Hirsch“ in Dotternhausen. Zusammen mit ihrem Vater Franz Wochner blättert sie im Rechnungsbuch von 1862. Foto: SIEGFRIED SEEBURGER.

Dotternhausen, 02.02.2008

Gastlichkeit mit langer Tradition

Christine Wochner übernimmt den „Hirsch“ in Dotternhausen

Gastlichkeit mit langer Tradition
Seit rund 150 Jahren gibt es in Dotternhausen den Gasthof „Hirsch“, der jetzt in fünfter Generation als Familienbetrieb geführt wird. Anfang dieses Jahres hat Christine Wochner den Gasthof von ihren Eltern Gertrud und Franz Wochner übernommen.

Gäbe es kein vom Zahn der Zeit gezeichnetes, jedoch fein säuberlich geführtes Rechnungsbuch, in dem von 1862 bis 1934 zahlreiche Hochzeiten und andere bedeutende Familienereignisse vermerkt sind, wäre es schwierig, etwas über die Geschichte des im Ortskern von Dotternhausen an der Hauptstraße gelegenen Traditionsgasthofes zu erfahren. Im Jahr 1862 fand beispielsweise die Hochzeit von Marzel Effinger statt, und in dem Rechnungsbuch ist nicht nur aufgelistet, wie viel konsumiert wurde, sondern auch, wer von den Brautleuten am Hochzeitstag was und wie viel getrunken oder gegessen hat.

Dagegen ist das alte, schmiedeeiserne Wirtshausschild nur noch auf Bildern auszumachen, ebenso wie der neben dem Wirthauseingang verankert gewesene Haltebalken, an dem früher die Pferde angebunden wurden, während der Fuhrmann im „Hirsch“ seinen Schoppen Bier getrunken hat.

Als ersten Gastwirt kennt man im „Hirsch“ den Urahn August Klaiber, der die Wirtschaft Ende des 19. Jahrhunderts an seinen Sohn Otto und dessen Ehefrau Sophie vererbt hat. Im Jahr 1957 ging die Konzession auf die Tochter Anna Uttenweiler über, die als „Hirschwirtin“ weithin einen guten Ruf hatte. Das Ansehen des gutbürgerlichen Gasthofes wurde von der Tochter Gertrud zusammen mit ihrem Ehemann Franz Wochner sorgfältig gepflegt, die den „Hirsch“ im Jahr 1985 übernahmen. Das heutige Gebäude des Gasthofes hat sich äußerlich kaum verändert.

Wo früher der Viehstall und eine Scheuer für Heu und Getreide waren, sind vor Jahren moderne Kegelbahnen eingebaut worden. Möglicherweise habe man aber im „Hirsch“ schon zu früheren Zeiten gekegelt, vermutet Franz Wochner in einem Gespräch mit unserer Zeitung, denn beim Ausgraben habe man Überreste und eine alte Holzkugel gefunden. In einem Nebengebäude des Gasthofes, in der Chalampestraße, war früher eine Brennerei untergebracht, die noch bis 1955 betrieben worden ist.

Die jetzige Inhaberin des Gasthofes „Hirsch“, die Tochter Christine, hat von Anfang an ihre berufliche Laufbahn auf die Übernahme des elterlichen Betriebs abgestimmt. Im Jahr 1978 trat sie in der Tübinger „Rosenau“ eine Lehre als Köchin an. Danach war sie im „Hirsch“ in Bebenhausen, in der „Alten Weinstube“ und danach in der „Stadtpost“ in Tübingen als Köchin tätig. Weitere Stationen waren das Hotel „Fürstenhof“ in Reutlingen und der „Berghof“ in Esslingen, bevor sie wieder in den elterlichen Betrieb, den Gasthof „Hirsch“ nach Dotternhausen zurückkehrte.

Die Mutter Gertrud musste sich jetzt aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft des Gasthofes zurückziehen. Der Vater Franz steht allerdings noch mit beiden Beinen fest auf dem Boden des Gasthofes „Hirsch“ und ist – so Tochter Christine - der ruhende Pol im Familienbetrieb, der spontan auf zahlreiche Helfer aus der Verwandtschaft zurückgreifen kann.

Christine Wochner will den „Hirsch“ im Sinne ihrer Eltern weiterführen, und das heißt: „Sie will es recht und gut machen“! So wird man hier auch weiterhin „gute schwäbische Kost“ serviert bekommen.

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