Historischer Erfolg über Altmeister
Intersport Masters in Sindelfingen: Balinger Bundesligist spielt auf Augenhöhe mit der arrivierten Konkurrenz
Sindelfingen, 13.08.2007 von Marcus Arndt
Nach der bitteren Auftaktniederlage gegen Europapokalteilnehmer HSG Nordhorn (Endstand 31:32) spielte der HBW auch in der zweiten Partie der Gruppenphase auf Augenhöhe mit Altmeister TV Großwallstadt. Mehr noch: Das Team von Trainer Dr. Rolf Brack dominierte in Durchgang eins die Mainfranken, welche mit einem überraschenden 29:27-Erfolg über Vorjahressieger SG Flensburg/ Handewitt in das Turnier gestartet waren. Erst in der zehnten Minute gelang dem TVG der erste Treffer. Symptomatisch: Die Mannschaft von Coach Michael Roth traf per Siebenmeter zum 1:2. Trotz der frühen Anwurfzeit war Balingen-Weil-stetten präsent und erspielte sich in der Schlussphase der ersten 25 Minuten eine Drei-Tore-Führung (9:6/ 23.). Doch wie schon am Vortag vergeigte der HBW nach dem Seitenwechsel den hart erarbeiteten Vorsprung binnen kurzer Zeit. Mit drei schnellen Treffern zog der Neuntplatzierte der vergangenen Bundesliga-Saison gleich (10:10/ 28.). Der letztjährige Aufsteiger ließ sich jedoch nicht beirren und legte noch einmal an Dynamik zu. Die Tempoverschärfung setzte Großwallstadt zu, welches große Probleme mit der konsequenten Abwehrarbeit der Schwaben hatte. Mit einem umsichtigen Daniel Brack im zentralen Rückraum sowie einem blendend aufgelegten Chi Hyo Cho (9/4 Tore) kam das Team um Kapitän Wolfgang Strobel zu einem Vier-Tore-Vorsprung (22:18/45.). Trotz permanenter Unterzahl gab der HBW den ersten und einzigen Turniersieg nicht mehr aus der Hand und kam nach einem Ilitsch-Konter sowie einem Brack-Siebenmeter zu einem souveränen 24:19-Erfolg. Damit war in der Gruppe A wieder alles offen. „Hätten wir gegen Nordhorn gewonnen, wären wir fast im Finale“, trauerte Brack den beiden Punkten aus dem Auftaktspiel nach, nachdem die Niedersachsen auch gegen Flensburg-Handwitt mit 32:31 erfolgreich waren. Dennoch war der Sportwissenschaftler nicht unzufrieden: „Die 5:1-Deckung hat nach der Pause erstmals funktioniert,“
Nach der klaren Nordhorner Niederlage gegen Großwalstadt (27:34) ging es für Balingen-Weilstetten im letzten Spiel der Gruppe A um alles. Nordhorn und Großwallstadt hatten beide 4:2 Zähler. Aufgrund des direkten Vergleichs konnte der HBW also sowohl Gruppenerster (bei einem Sieg mit 37 Toren) als auch Letzter (im Falle einer Niederlage) werden. Der Champions League-Finalist hatte bislang noch kein Spiel gewonnen und spielte in diesem letzten Vorrundenvergleich gegen den letztjährigen Aufsteiger „nur“ um die Ehre. Der entthronte Titelverteidiger startete dennoch recht motiviert und beide Teams zeigten ein ebenso intensives wie attraktives Spiel. Der HBW war in Durchgang eins die bessere Mannschaft und ging nach 18 Minuten mit 10:7 in Führung. Erst in der Folgezeit kamen die Nordeutschen aufgrund technischer Fehler der Balinger heran und lagen zur Pause nur mit 14:15 zurück. Ein Erfolg blieb für die Schwaben dennoch weiter greifbar – erst als Flensburg nach 40 Minuten beim 25:23 erstmals eine knappe Führung etablierte und Balingen wichtige Chancen vergab, war die Entscheidung gefallen. Somit blieb für den HBW nach der 29:32-Pleite nur der letzte Gruppenplatz.
In der Gruppe B waren Frisch Auf Göppingen (32:20 über Magdeburg) und Lemgo (32:23 über Essen) am ersten Turniertag erfolgreich. Im direkten Duell setzten sich die Ostwestfalen mit 22:20 gegen die Schwaben durch – und standen nach zwei Siegen in zwei Spielen im Finale. Die knappe 25:27-Niederlage gegen Magdeburg war für die Lipperländer bedeutungslos. Auch für die „Gladiators“ blieb es ein Erfolg für die Statistik. Das neu formierte Team von Trainer Bogdan Wenta wurde nur Gruppenletzter. Im Spiel um Platz sieben setzten sich die Elbestädter mit 27:22 gegen den HBW durch. Turniersieger wurde der TBV Lemgo nach einem 29:23-Sieg über Großwallstadt.
