Per Kutsche zum Betrieb

Ein Tag der offenen Tür mit verschiedenen Attraktionen

Schömberg, 20.09.1999 von Daniela Uttenweiler

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Ein alter Dampfzug, eine Pferdekutsche, allerhand gewerbliches und das Obere Schlichemtal aus der Vogelperspektive lockten am Sonntag ganze Menschenscharen ins Städtchen.
Einen guten Grund zum Feiern hat in diesem Jahr der Schömberger Handel- und Gewerbeverein (HGV): Vor 100 Jahren wurde er gegründet und heute von Vorsitzendem Franz Netzer und dessen Stellvertreter Herbert Dreher geführt. Anlässlich dieses Jubiläums wurde bereits im Frühjahr eine Leistungsschau in Schömberg durchgeführt. Daraufhin folgte gestern die Herbstpräsentation: Ein Tag der offenen Türen bei den Schömberger Gewerbetreibenden und ein buntes Programm auf dem Marktplatz. Das Signal der Dampflock, ein Zeichen des Dirigenten und die Musik ertönte: Markus Brugger und der Schörzinger Musikverein empfingen den Zug mit einem musikalischen Gruß im Schömberger Bahnhof, wo sich Jung und Alt versammelt hatte. Mit Marschmusik begleiteten sie die Pferdekutsche und viele Besucher auf den Marktplatz. Dort regten sie mit einem einstündigen Platzkonzert den Appetit der Gäste an. Währenddessen machten die kleinsten Händler auf dem Marktplatz ein ganz großes Geschäft: Viele Kinder kramten zu Hause ihre alten Spielsachen aus den Kisten und verkauften sie gestern auf dem Kinderflohmarkt. Wer in den Schömberger Straßen genug gesehen hatte, durfte sich auch noch in luftiger Höhe umsehen: Der Kirchturm war für alle Interessierten den ganzen Nachmittag geöffnet. Um eine Beule am Kopf zu verhindern, bekam jeder Besucher einen blauen Schutzhelm. Der schützte auch gleichzeitig vor kleinen Staubkörnchen, die durch die Deckenschlitze schlüpften. Wer schwindelfrei war, konnte die engen Treppen bis zu den Glocken nach oben steigen. Dort warteten Berthold Schuß und Oliver Pfaff, die den verschiedenen Gruppen alles von der Entstehung des Kirchturms erzählten. Außerdem konnte auf halber Höhe das komplizierte Uhrwerk der mechanischen Turmuhr aus dem Jahre 1919 besichtigt werden. In der Regel öffnen die Schömberger Gewerbe alle zwei Jahre auch einmal sonntags ihre Türen, um sich zu präsentieren. Damit soll in dem Schlichemtal-Städtchen das Gewerbe aktiviert werden. 64 fast ausschließlich einheimische Mitglieder zählt der HGV zur Zeit. "In zwei bis drei Jahren", so Netzer, "soll es einen HGV Oberes Schlichemtal geben. Wir wollen versuchen mit den Gewerben der umliegenden Gemeinden zusammen zu wachsen."
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