Umsatz deutlich gestiegen
Freundeskreis Dritte Welt blickt zufrieden zurück
Messstetten, 11.06.2005 von Peter Franke
Recht bescheiden würdigte man in der Hauptversammlung des Vereins Freundeskreis Dritte Welt das eigene, 25-jährige Bestehen.
Festliche Dekoration im Nebenraum der Friedenskirche, Snacks und einen guten Wein aus fairem Handel gönnte man sich aber doch zu den Berichten. Das Jubiläumsjahr ist auch eines für drei Ladengeschäfte, berichtete Dietmar Reinhardt, der Mann der ersten Stunde und Vorsitzende. Seit 20 Jahren bestehen die Läden in Albstadt und Balingen, seit zehn Jahren gibt es das Geschäft in Winterlingen. Die "Gepa", als Hauptimporteur der fair gehandelten Waren, existiert seit 30 Jahren. Statt Urkunden und Nadeln ließ Reinhardt die Dauer der Mitgliedschaft einiger Leute ins Bewusstsein sickern. Das war ihm gleichzeitig Anlass darauf hin zu weisen, dass man wieder wieder um jüngeren Nachwuchs werben sollte. Im April werde es auf dem Rossberg ein Fest für alle Laden-Mitarbeiter geben.
Reinhardt berichtete auch über die Finanzen. Man habe mehr als 28 000 Euro eingenommen und nur 1000 Euro weniger wieder ausgegeben. Darin enthalten waren aber 11 000 Euro für Projekte. Ein Sonderkonto für ein Projekt in Bisoro/ Burundi erläuterte er ebenfalls, das allerdings nur treuhänderisch vom Verein verwaltet werde. Derzeit zählt der Verein 104 Mitglieder. Zu den Kassen der Weltläden machte er ebenfalls Angaben in konzentrierter Form. So wurde der Umsatz um, wie er sagte, "erschreckende" 22 Prozent gesteigert, die Bilanzsumme betrug gut 122 000 Euro. Prüfer Wolfgang Müller machte keinen Hehl daraus, dass er mit der Buchhaltung mehr als zufrieden ist. So schlug er die Entlastung der Vereinskassenführerin Ruth Kellermann und der Buchhalterin der Weltläden, Ursula Scheibner, vor.
Bei den Wahlen wurden die Amtsinhaber bestätigt: Vorsitzender Dietmar Reinhardt, Stellvertreter Bernhard Schädle-Horn, Kassier Ruth Kellermann, Schriftführerin Brigitte Schäferling, die Beisitzerinnen Uta Schreyer und Birgit Windbacher sowie die Kassenprüfer Wolfgang Müller und Christa Duppel.
Die Berichte der Weltläden zeigten unterschiedliche Erfolge und Problemstellungen. Überall aber wurde mit viel ehrenamtlichen Engagement die Zielsetzung des Vereins unterstützt, Menschen in armen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas das Überleben oder eine Lebensverbesserung zu ermöglichen. Von etwa 15 bis mehr als 30 Personen reicht die Spanne der Mitarbeitergrößen, mit denen die Läden betrieben werden. Öffnungszeiten von drei mal die Woche bis täglich drei Stunden sind üblich. Immer wieder werden Aktionen eingestreut, um das eigene Anliegen über die Ladengeschäfte hinaus publik zu machen und einen pointierten Beitrag zur kulturellen Vielfalt im eigenen Land zu leisten. Ein gesteigertes Bewusstsein für die Probleme der ärmeren Länder erkennt man dadurch, dass beispielsweise Kaffee und andere typische Produkte der Weltläden in vielen Gemeinden in den offiziellen Geschenkkörben eingelegt wird oder mit freundlicher Unterstützung auch in anderen Läden verkauft wird.
