Die nächsten Wochen werden's zeigen

Strukturreform der Vereinsführung und der Beitragssätze werden ins Auge gefaßt

Balingen, 30.03.1999 von Armin Schulz

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Die Hauptversammlung der TSG Balingen am Freitag abend ist zügig über die Bühne gegangen. Ob die Zukunft des Vereins ebenso glatt verläuft? Mit dem TSG-Vorsitzenden Jürgen Koch sprachen wir über personelle wie wirtschaftliche Herausforderungen und über seine Zeit als erster Vorsitzender.
  • Glauben Sie, daß der Streit um die Richtung der TSG mit dem eindeutigen Votum für Sie beendet ist? "Ganz beendet sicherlich nicht. Einen Streit um die richtige Richtung im Verein wird's immer geben. Die Frage für uns war: Sind wir wirklich auf dem richtigen Weg? Und das Votum zeigt, die Mitglieder wollen diesen Weg so, wie wir ihn gegangen sind. Wobei auch klar ist, daß dieser Weg einem Wandel unterworfen ist, und darüber diskutieren wir ja auch. Das Wichtigste für mich jedoch ist: Es darf unter meiner Leitung in der TSG keine geplanten Schulden geben."
  • Vakante Positionen, Querelen um die Handballumlage, die Handball-Fusion liegt auf Eis, der Jubiläumsball ist geplatzt - steckt der Verein in der Krise? "Leichte Krise, ja. Aber so, daß es bedenklich wäre, nein. Die Fusion Balingen-Weilstetten hat aber damit nichts zu tun. Diese Gespräche werden sicherlich weitergehen. Unter sportlichen Gesichtspunkten halte ich eine Fusion in dieser Art sinnvoll. Die Frage wird sein, wie sie zustande kommen kann. Bei den vakanten Positionen ist durch die Abstimmungen der Mitglieder deutlich geworden, daß wir mehr über das Hauptamt machen müssen. Für uns gilt es, in den nächsten Wochen Vorschläge auszuarbeiten, wie wir das über das Hauptamt bewerkstelligen können.
  • "Was heißt das für die Struktur des Vereins?" Das heißt, daß wir im gleichen Atemzug die Frage stellen müssen: Ist das System der jetzigen Vorstandschaft mit acht Vorständen eigentlich noch passend oder muß man es anpassen?
  • Den Vorstand verkleinern? "Weiß ich nicht. Man muß abwarten. Aber als Beispiel: Wenn die Buchhaltung und Lohnbuchhaltung ans Hauptamt abgeben werden, bedeutet das, ich brauche nur noch eine Kontrollfunktion. Da gibt's alle möglichen Modelle: einen Vorsitzenden und fünf, sechs Stellvertreter mit bestimmten Aufgaben. Es gibt dann keinen stellvertretenden Vorsitzenden mehr, sondern dieser hat die Aufgabe Kontrolle der Finanzen. Darüber werden wir uns im kleinen Kreis in der kommenden Zeit Gedanken machen müssen, möglicherweise mit dem Ergebnis, auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Satzung ändern zu müssen.
  • Welche Auswirkungen haben die stagnierenden Mitgliederzahlen, sinkenden Mitgliedsbeiträge, die steuerpflichtigen 630-Mark-Jobs? "Bei der 630-Mark-Geschichte muß man die nächsten Wochen abwarten, was auf die Vereine zukommt. Es bedeutet für uns, daß wir minimal für 20 bis 30 Leute, die bei uns geringfügig beschäftigt sind, eine Lohnbuchhaltung aufbauen müssen. Für Übungsleiter, die zwischen 100 bis 200 Mark bekommen, gibt's anscheinend eine Ausnahmeregelung. Die Summe, die zu zahlen ist, - ob pauschalierte Lohnsteuer oder jetzt die Versicherungsbeiträge - ist nicht das Thema. Thema ist der Verwaltungsaufwand. Aber damit haben alle Vereine zu kämpfen. Über die Struktur der Beiträge ist ebenfalls nachzudenken, ohne gleich eine Erhöhung ins Auge fassen zu müssen."
  • Sie haben auf der Versammlung laut über Ihr Ende als erster Vorsitzender im kommenden Jahr nachgedacht - spielte da der Frust der vergangenen Wochen eine Rolle? "Nein, das hat damit nichts zu tun. Man muß sehen, daß ich seit meinem 17. Lebensjahr ehrenamtlich tätig bin. Als ich die TSG 1991 mit dem Team übernommen habe, waren die Jubiläumsfeiern im vergangenen Jahr das Ziel. Damals steckten wir übrigens wirklich in der Krise, weil es keinen Vorstand gab. Es stand damals eigentlich fest: Wir machen es bis zum Jubiläumsjahr. Das heißt nicht, daß ich im nächsten Jahr nicht mehr antreten will. Aber zur Zeit schraube ich auch die anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten zurück, da ich mich wieder verstärkt dem Jugendbereich zuwenden möchte."
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