Letzter Ortstermin: Bürgermeister Alfons Kühlwein (rechts) und Bauleiter Frank Maier (links) führten gestern Dr. Gerhard Jansen (Zweiter von links) und Rainer Jülich vom Regierungspräsidium durch die Räume der Alten Nadelfabrik. Wohl zum letzten Mal – nächste Woche kommen die Abrissbagger. Mehr Impressionen gibt es in unserer Bildergalerie auf www.zak.de.

Nusplingen, 26.02.2013

Die Abrissbagger kommen

Land unterstützt Nusplinger Sanierungsgebiet „Alte Nadelfabrik“ mit 400 000 Euro

Die Abrissbagger kommen
Die Uhr ist – Wink des Schicksals – bei kurz vor 12 stehen geblieben. Doch im Nusplinger Groz-Beckert-Gebäude stehen die Zeichen auf Abschied und Neubeginn zugleich. Nächste Woche kommen die Bagger.

Bevor nächste Woche an der alten Industriebrache endgültig die Bagger anrücken, nahmen gestern Vertreter des Regierungspräsidiums Tübingen das Sanierungsgelände rund um die „Alte Nadelfabrik“ noch einmal in Augenschein. Der Leitende Regierungsdirektor Dr. Gerhard Jansen sowie sein Kollege Rainer Jülich überzeugten sich vor Ort vom Stand der Arbeiten.

Bekanntlich entstehen mitten in Nusplingen – in fußläufiger Nähe zu Ladengeschäften, der Schule und dem neuen Kindergarten – Bauplätze für junge Familien. Das ist der Neuanfang der Sache. Doch davor steht der Abbruch der „Alten Nadelfabrik“. Mit abgerissen werden übrigens der Schuppen von Hohenbergstraße 1 sowie das Gebäude mit der Nummer 7 (wir berichteten). All diese Arbeiten werden voraussichtlich im späten Frühjahr abgeschlossen sein.

Seit Januar wird die alte Nadelfabrik „entkernt“, erfuhren die Gäste aus Tübingen gestern. Mittlerweile sind alle Schadstoffe wie Dämmwolle oder Asbest fachgerecht entfernt, wie Bauleiter Frank Maier von der Firma Schotter Teufel ausführte. In der Fabrik erinnert nichts mehr an frühere Betriebsamkeit. Überall liegen Schuttberge aus Estrichresten oder abgeschlagenem Putz, alte Kabelreste ragen aus den Wänden, Berge ausgedienter Leuchtstoffröhren warten auf ihre Abholung. Es riecht nach Staub und altem Mauerwerk.

Gerhard Jansen und Rainer Jülich betonten, die Nusplinger bei ihren Plänen gerne zu unterstützen. Warum? „Maßnahmen wie diese beleben die Ortskerne und dämmen den Flächenverbrauch der Kommunen ein“, betonte Jansen und fügte schmunzelnd an, die Nusplinger seien zudem „ein sehr rühriges Völkchen“: „Hier tut sich was.“ Der Lohn für den Fleiß in dieser Sache: Die Bäratalgemeinde bekommt 400 000 Euro vom Land – mit Option auf mehr. Denn zum künftigen Sanierungsgebiet gehören nicht nur die Groz-Beckert-Bauten, sondern auch Hohenberg- und Bergstraße. Weil die Gelder jedoch nur für den Fabrikabriss sowie den Ausbau der Hohenbergstraße reichen, beabsichtigt die Gemeinde, im Herbst einen Erhöhungsantrag zu stellen, um die Bergstraße ebenfalls auszubauen. Private Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet werden übrigens über steuerliche Begünstigungen gefördert. Auf dem Groz-Beckert-Areal selbst entstehen neun neue Bauplätze, und Bürgermeister Alfons Kühlwein freut sich schon jetzt über die ersten Interessenten. Der Rathauschef dankte gestern dem Landratsamt für die enge Kooperation: „Das ist bei einem solchen Großprojekt sehr wichtig.“

Einer jener Bürger, die angesichts der leeren Firmensäle und der Abbruchcontainer Wehmut beschleicht, ist Hermann Decker. Der einstige Handrichter und Pförtner, gestern ebenfalls mit von der Partie, hatte von 1952 bis 1992 beim Nusplinger Filialbetrieb von Groz-Beckert gearbeitet. Doch dieses Kapitel Nusplinger Industriegeschichte ist nächste Woche endgültig beendet

Mehr zu den Schlagworten

Baumaßnahmen, Kommune.

Kommentare unserer Leser

Mit dem ZAK Smile-Abo...

...haben Sie gut lachen.
Die ersten 3 Monate für nur 14,- €/Monat. mehr...

Gewinnspiel

Wir verlosen 7 x 2 Tickets für die "Amigos" am Sonntag, 4. Mai 2014, um 16.00 Uhr, in der Stadthalle in Balingen sowie 4 Amigos-CDs.
Zum Gewinnspiel

Singlebörse