Renate Musat, Violine, Anita Arbesser, Violine, Achim Braun, Viola, und Ellen Winkel-Lim, Violoncello, sind das Hohenzollern-Quartett
Renate Musat, Violine, Anita Arbesser, Violine, Achim Braun, Viola, und Ellen Winkel-Lim, Violoncello, sind das Hohenzollern-Quartett Foto: Wolfgang Brandner.

Albstadt-Lautlingen, 25.02.2013

Vier Spitzenmusiker der Region vereint

Energie und Transparenz. Hohenzollern-Quartett konzertiert im Stauffenberg-Schloss.

Vier Spitzenmusiker der Region vereint
Das Stauffenberg-Schloss in Lautlingen war ausverkauft. Grund dafür war der Auftritt des „Hohenzollern-Quartetts“, das Musik für Streichquartett auf höchstem Niveau darbot.

Musik für Streichquartett auf höchstem Niveau bot das Hohenzollern-Quartett, bestehend aus Renate Musat, (1. Violine), Anita Arbesser (2. Violine), Achim Braun (Viola) und Ellen Winkel-Lim (Violoncello) am Freitagabend im fast ausverkauften Stauffenberg-Schloss.

Die vier Spitzenmusiker aus unserer Region hatten ein äußerst abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt und mit Bravour gemeistert. Das Quartett bevorzugt einen zupackenden und lebendigen Interpretationsstil, der trotzdem die Struktur und Form der Kompositionen verdeutlicht. Auch lyrische Melodiebögen und humorvolle Passagen kamen exzellent zur Geltung. Kurzum: ein Kammermusikabend, der keine Wünsche offen ließ.

Zur Eröffnung erklang Benjamin Brittens „Simple Symphonie“, die keineswegs „simple“, also einfach, zu spielen ist. Britten gelang es meisterhaft, den Duktus barocker Tanzmusik in das 20. Jahrhundert zu transportieren; besonders vom „Playful Pizzicato“ zeigte sich das Publikum beeindruckt.

Gerade sechzehn Jahre alt war Schubert, als er die „Deutschen“ (Tänze) komponierte. Draufgängerisch und selbstbewusst interpretierte das Hohenzollern-Quartett diese Mischung aus Klassik und Volksmusik, die kaum einem Komponisten besser gelang als Schubert.

Ein Höhepunkt des Abends im Schloss war sicher die Aufführung von Achim Brauns Streichquartett op.7/4. Der Bratschist des Ensembles erwies sich als hochkarätiger und fantasievoller Komponist. „Finis mundi“ hieß der erste Satz in Anspielung auf den Weltuntergang 2012. Verzagte und ängstliche Tonwiederholungen umspielten eine depressive Melodie des Cellos, bevor im 2. Satz die Musik wie gewohnt weiterging, allerdings öfter in „Schräglage“ abzudriften drohte.

In Dvoraks Streichquartett op.96 zog das Hohenzollern-Quartett nochmals alle Register seines Könnens. Besonders ergreifend war Renate Musats Melodiespiel im 2. Satz, ergänzt durch Anita Arbessers zweite Violine. Die beiden letzten Sätze bestachen durch unerwartete Rhythmuswechsel, die durch das konzentrierte und akzentuierte Spiel des Quartetts besonders gut zur Geltung kamen. Natürlich konnte ein solcher Konzertabend nicht ohne Zugabe zu Ende gehen

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