Im Kirchenbezirk Neuland betreten

Albstadt-Ebingen, 25.02.2013

Im Kirchenbezirk Neuland betreten

Erwin Teufel lobt die Gründung der Gemeindestiftung Tailfingen

Mit 141 000 Euro wurde am Freitagabend in einem Festakt in der Pauluskirche die „Evangelische Gemeindestiftung Tailfingen“ gegründet. Als Pate sprach Altministerpräsident Dr. Erwin Teufel bewegende Worte.

Die Evangelische Kirchengemeinde Tailfingen habe klug gehandelt, stellte der ehemalige Baden-Württembergische Landesvater fest. Er griff damit die Erklärungen auf, die Pfarrer Thomas Elser zuvor schon beim kleinen Empfang für die Stifterfamilien im Gemeindehaus Moltke-straße gegeben hatte.

Ganze drei Jahre hatte die Vorbereitung der Stiftungsgründung in Anspruch genommen – genau die Zeit, die Pfarrer Elser in Tailfingen als geschäftsführender Pfarrer im Amt war. Und noch jetzt, in den Ruhestand hinein, begleite ihn dieses große Projekt. Man habe während dieser drei Jahre Korrekturen vornehmen müssen, wie die Verschiebung des Gründungstermins, Entscheidungen treffen müssen, wie die, dass die Erträge für Menschen und nicht für Gebäude eingesetzt werden, und auch kritische Stimmen gehört – oft auch stehen lassen müssen.

„Allen Respekt der Stadt“ zollte dafür Bürgermeister Anton Reger und sprach von einer „mutigen Investition in die Zukunft“. „Sie haben im Kirchenbezirk Balingen Neuland betreten und eine Vorreiterrolle eingenommen. Wir schauen mit Interesse nach Tailfingen“, bemerkte Pfarrer Walter Schwaiger in Vertretung des Codekans in seinem Grußwort.

Während Altministerpräsident Erwin Teufel beim Kennenlernen der Stifter mit einzelnen ins Gespräch kam, richtete er in der Pauluskirche seine Festrede an die gesamte Gemeinde – eine Rede, welche die Menschen in Tailfingen direkt ansprach. „Auch kritische Gedanken haben uns begleitet“, hatte Kirchengemeinderatsvorsitzende Brigitte Leibfritz bei ihrer Begrüßung bemerkt. Erwin Teufel hielt allerdings eine so bewegende Rede, dass den Kritikern kaum noch Argumente zu bleiben scheinen. „Sie haben klug gehandelt, indem Sie sich Zeit genommen, mit der Gemeinde diskutiert und auch Kritisches offen dargelegt haben.“ Er nannte auch den Kritikpunkt: denn nicht der Stiftungbetrag sondern nur die Stiftungserträge stehen der Gemeinde für die Jugendarbeit, die Mittlere Generation, die Seniorenarbeit und vor allem das Waldheim zur Verfügung.

Doch auch Pfarrer Elser verdeutlichte: „Der, der den Baum pflanzt, hat im Allgemeinen nichts davon“ – „Sie, die Stifterinnen und Stifter, übernehmen Verantwortung, die weit in die Zukunft reicht“, hatte Kirchengemeinderatsvorsitzende Leibfritz ergänzt. Und Erwin Teufel wurde noch deutlicher: „Wir wären arm ohne engagierte Menschen.“ Ohne Sänger, Bläser, Musiker – damit bedankte sich Teufel nebenbei beim Vokalensemble „Vocalissimo“, beim Posaunenchor TOP und bei Kantorin Dorothee Wohlfahrt sowie Gayle Meintel für die musikalische Umrahmung des Gründungsaktes.

„Auf diesem Boden der Schwäbischen Alb hat noch keine Generation gelebt, der es so gut geht wie uns heute“, stellte Erwin Teufel fest. Er sprach außerdem von einer „Dankschuld“, dass nun schon die dritte Generation heranwächst, die in keinen Krieg ziehen musste. Allein im Zweiten Weltkrieg wurde das Leben von 50 Millionen Menschen vorzeitig beendet. Wir können heute unsere Talente oder einen Teil unserer Ersparnisse für die Gemeinschaft einbringen, so Teufel. Eine einseitige Sache? Die rhetorische Frage beantwortete der Redner sofort: „Meine Erfahrung ist, wer sich für Mitmenschen einsetzt, erfährt Dankbarkeit, Anerkennung und Bestätigung.“

Und tatsächlich strahlten bei der Unterzeichnung des Stiftungsgeschäftes alle anwesenden Stifterinnen und Stifter. „Die Freude, die wir geben kehrt ins eigne Herz zurück“, kam einem unweigerlich der von Erwin Teufel im Schlusssatz zitierte Johann Wolfgang von Goethe in den Sinn


Verwaltungskosten schmälern die Stiftungserträge nicht

Finanzierung: Wie funktioniert die Finanzierung der kirchengemeindlichen Aufgaben durch die neu gegründete Stiftung?

Bei manchen Stiftungen werden die Verwaltungskosten für die Stiftung aus den Erträgen bestritten. Bei der Evangelischen Gemeindestiftung Tailfingen werden die Erträge jedoch nicht um Verwaltungskosten geschmälert.

Pioniere: Wer darf sich „Gründungsstifter“ nennen? Per Beschluss des Kirchengemeinderats sind alle, die in 2013 einen Zeichnungsbrief unterschreiben, Gründungsstifter. Also nicht nur die Stifter zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung am 22. Februar. Alle Gründungsstifter sollen auf einer Tafel in der Pauluskirche verewigt werden, die deshalb erst Anfang 2014 angebracht werden kann. Ab 2014 handelt es sich dann um Zustifter.

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