Schule, Schule und nochmals Schule

Winterlingen, 30.01.2013

Schule, Schule und nochmals Schule

Winterlinger Rat durchforstet Haushalt – Immer gut beraten mit vorausschauender Politik

Die Winterlinger Gemeinderäte passen genau auf, wofür sie die Mittel der Kommune ausgeben. Deshalb wurde am Montag lange diskutiert und es regnete etliche Anträge zum Haushaltsplan fürs Jahr 2013.

Gestiegen sind laut Bürgermeister Michael Maier die Personalausgaben von rund 2,9 auf zirka 3,04 Millionen Euro, da der Service im Bürgerbüro erweitert wurde und der Kindergarten Steigleweg in Gemeindebesitz ist.

Große Themen bei der Beratung des Vermögenshaushalts waren die Kinderbetreuung und die Schullandschaft.

Denn einige Räte stießen sich an der Planungsrate von 50 000 Euro für die Schulentwicklung. „Ich denke, man verrennt sich in der Bildungspolitik“, meinte Gemeinderat Augustin Pfaff. Bei G8 wird jetzt auch zurückgerudert. Deshalb schlug er vor, noch ein Jahr abzuwarten, scheiterte aber mit seinem Antrag, die Planungsrate zu streichen. Heftig diskutiert wurde beim kommunalpolitischen Wochenende über Schulfragen, erinnerte Gemeinderat Heiner Schuler. „Ich möchte die Gemeinschaftsschule.“ Man könne nicht bei der Kleinkinderbetreuung sehr gut aufgestellt sein und dann bei der Schule nachlassen. Heiner Schuler wünscht sich auch, dass behinderte Kinder aufgenommen werden können, was ab dem Schuljahr 2013/14 vorgesehen sei.

Schuler regte an, eine Gemeinschaftsschule zu besuchen, was Gemeinderätin Eleonore Wiehl befürwortete. „Wir sollten das in Angriff nehmen“, forderte Gemeinderat Roland Heck seine Ratskollegen auf. Man sei immer gut damit gefahren, vorzeitig etwas zu tun „und es geht einfach in Richtung Zweizügigkeit.“ Bürgermeister Maier erklärte, dass mit den vorhandenen Räumlichkeiten eine Gemeinschaftsschule nicht funktioniere. Deshalb erwartet er auch am 25. Februar Besuch aus Tübingen. Frank Freudenmann vom Regierungspräsidium wird sich die Schullandschaft in Winterlingen anschauen.

„Und wenn wir wissen, wohin die Reise geht, werden wir uns mit ihnen kurzschließen.“ Und ob es wirklich eine Gemeinschaftsschule wird, werde separat zu beschließen sein. Der Bürgermeister schlug vor, die Planungsrate mit einem Sperrvermerk zu versehen, was Gemeinderat Emil Oswald schließlich zum Antrag erhob, der vom Gremium mehrheitlich angenommen wurde.

„Es gefällt mir, dass die Verwaltung umgedacht hat“, freute sich Heiner Schuler über die Sanierungspläne beim Kindergarten Steigleweg und Roland Heck lobte die „sinnvolle Lösung“. Der Eingangsbereich sei bereits umgebaut worden, erklärte der Bürgermeister. Nun soll das Gebäude noch einen Anbau erhalten. Kostenpunkt: 140 000 Euro. Außerdem müsse der Außenspielbereich gerichtet werden. Dafür werden 40 000 Euro der ursprünglich für die Generalsanierung veranschlagten 300 000 Euro entnommen. Diese wird nämlich zurückgestellt, bis konkrete Bedarfszahlen vorliegen. Als Übergangslösung beantragte Roland Heck, den Verkauf des Kindergartens Gartenstraße noch ein Jahr zu verschieben, anstatt diese Option leichtfertig zu schnell aus der Hand zu geben. Doch die Mehrheit im Gemeinderat votierte dagegen. Ohne Diskussion abgesegnet wurde eine Planungsrate von 25 000 Euro für einen möglichen Seniorenwohnpark.

Nur Gemeinderätin Sabine Froemel hatte wenig Erfolg mit ihrem Spar-Antrag, auf das digitale Infosystem fürs Bürgerbüro (rund 2500 Euro) zu verzichten. Durch weniger Ausgaben schrumpft die Rücklagenentnahme im Haushalt auf 217 000 Euro.

Kosten für Strom und Heizung plagen auch die Gemeinden

Aufatmen: Viele Mitglieder des TSV Benzingen waren in die Sitzung gekommen und bewiesen viel Sitzfleisch, bis die erlösende Nachricht aus dem Gemeinderat kam: Ohne Diskussion stimmten die Räte zu, 40 000 Euro in die Generalsanierung mitsamt teilweisem Umbau des Vereinsheims in Benzingen zu investieren.

Verabschiedet wurde der Haushalt mit einem Volumen von rund 14,7 Millionen Euro, davon rund 13,4 Millionen im Verwaltungs- und rund 1,4

Millionen im Vermögenshaushalt. Eingestellt ist eine Zuführungsrate von 410 000 Euro. Mit einem Kredit von 500 000 Euro läge der Schuldenstand zum Jahresende bei 3,04 Millionen, doch hoffen alle, dass es ohne Kredit geht. Zu Buche schlagen stark gestiegene Gebäudebewirtschaftungskosten für Strom und Heizung. Eingeplant sind 526 000 Euro, während es 2012 noch 472 000 Euro waren. Die Gebäudeunterhaltung ist mit einem Aufwand von 178 800 Euro am unteren Limit angesiedelt, weshalb lediglich das Notwendigste repariert werden kann. Die Einwohnerzahl ging zurück von 6432 auf 6410 Personen, was sich finanziell auswirken wird. Die Schlüsselzuweisungen des Landes werden weniger.

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