Balingen/Ratshausen, 29.01.2013

Razzia in einem Pflegeheim

Balinger Polizei schweigt wegen laufender Ermittlungen zu Hintergründen

Polizeirazzia in einer Balinger Pflegeeinrichtung: Bestätigt wird dieses Ereignis von Seiten der Polizei als auch von Seiten der Betreiber. Zu den konkreten Tatvorwürfen aber schweigen bislang alle Beteiligten.

Die Ermittler kamen am frühen Morgen. Wohl um die 30 Mann durchsuchten vergangene Woche die Räumlichkeiten einer Pflegeeinrichtung mitten in einem Wohngebiet in der Balinger Kernstadt. Polizeisprecher Peter Mehler bestätigte gestern auf Anfrage des ZOLLERN-ALB-KURIER die Razzia, wollte aber nach Rücksprache mit der Hechinger Staatsanwaltschaft „wegen der laufenden Ermittlungen“ keine weiteren Angaben machen. Sicher ist: Vor Ort waren neben den Kriminalbeamten auch Mitarbeiter der Heimaufsicht des Zollernalbkreises. Dies war gestern von zuständiger Stelle im Landratsamt zu erfahren. Allerdings sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal klar, ob die Heimaufsicht in diesem Fall überhaupt zuständig sei. Hintergrund: Es muss nun zunächst geprüft werden, ob die Vorwürfe, die zur Razzia geführt haben, mit dem dortigen Betreuten Wohnen oder mit der dortigen Pflegeeinrichtung in Zusammenhang stehen. Nur bei Letzterem kann die Heimaufsicht Maßnahmen ergreifen.

Von Seiten der Heimbetreiber wurde die Razzia zwar ebenfalls bestätigt. Ansonsten wurde darauf verwiesen, dass die Polizeiaktion ja gar nicht mit der eigenen Pflegeeinrichtung zu tun gehabt habe. Sie vielmehr in Zusammenhang mit dem inzwischen längst wieder beendeten Engagement in der Ratshausener „Seniorenresidenz Plettenberg“ stehe.

Die Balinger Heimleiterin agierte vergangenes Jahr für kurze Zeit auch als Geschäftsführerin in Ratshausen und soll dem Unternehmer auch mit Pflege-Leihkräften ausgeholfen haben, als dieser vergangenen Sommer mit akutem Personalmangel zu kämpfen hatte. Dann aber überwarf sie sich mit dem Inhaber der Seniorenresidenz und schied wieder aus dem Betrieb aus. Mehr noch: Das gestörte Arbeitsverhältnis soll seinerzeit gar für einen Polizeieinsatz in Ratshausen gesorgt haben. Es ging damals offensichtlich um die strittige Frage, ob eine Wachkomapatientin zur Rund-um-die-Uhr-Pflege in Ratshausen verbleiben oder nach Balingen gebracht werden sollte.

Als Reaktion auf den Personalengpass und wegen drohender „Patientengefährdung“ hatte die Heimaufsicht des Landratsamtes Zollernalb die Zahl der Pflegeplätze in der Seniorenresidenz drastisch verringert. Ende vergangenen Jahres blieb der Betreiberfamilie dann kein anderer Ausweg mehr, als einen Insolvenzantrag zu stellen.

Inzwischen kümmern sich drei Insolvenzverwalter gemeinsam um das vier GmbHs umfassende Firmenkonstrukt. Und wie es aussieht mit Erfolg. Eine Interessentin steht nach eigener Aussage kurz vor der Übernahme der Seniorenresidenz. „So viel kann ich bereits bestätigen, mehr möchte ich aber wegen noch abschließender Gespräche, die heute stattfinden sollen, nicht sagen.“ Auch ihren Namen möchte sie bislang noch nicht genannt wissen. Klar sei jedoch, dass wenn es mit der Übernahme des insolventen Hauses klappen sollte, „ich überwiegend auf eigenes Personal setzen werde“.

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