Rosenfeld, 29.01.2013

Eine Reise auf der Polarstern

Über 500 Rosenfelder und Geislinger feiern gemeinsamen Neujahrsempfang

Neujahrsempfang Rosenfeld und Geislingen
In Staunen versetzte Professor Dr. Peter Lemke, renommierter Klima- und Polarforscher, über 500 Geislinger und Rosenfelder gestern Abend beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Nachbarstädte.

Bevor der Forschungseisbrecher „Polarstern“ seinen Anker in Kapstadt hievte und gen Süden ins Eismeer stach, begrüßte Rosenfelds Stadtchef Thomas Miller auch im Namen seines Geislinger Kollegen Oliver Schmid die Besucher, darunter zahlreiche Vertreter aus dem politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben mit Landrat Günther-Martin Pauli an der Spitze. Die Stadtkapelle Rosenfeld sorgte zwischen den „frostigen“ Betrachtungen für wohlige, musikalische Schauer.
Der Neujahrsempfang, der alle zwei Jahre im Wechsel in einer der beiden Städte stattfindet, stand gestern unter einem eisigen Stern. Peter Lemke, Leiter des Fachbereiches Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut, nahm die komplette „Besatzung“ der Sporthalle Hag mit auf eine Reise in die Antarktis. Zuvor berichtete er seinen aufmerksamen Zuhörern, warum diese Forschungsreisen so wichtig sind. Hintergrund ist die Erderwärmung. „Seit 1978 haben wir kein Jahr mehr, das normal ist“, so Lemke. Es wird wärmer. Als Ursache – und da seien sich alle Forscher einig – nannte der Klimaforscher den zunehmenden CO2-Ausstoß. Die Polargebiete würden in der Forschung eine wichtige Rolle spielen, „weil sie unsere Temperatur steuern“. Fakt ist, so Lemke, dass es noch wärmer wird, wenn das Eis verschwindet.
Während in der Arktis (Nordhälfte) eine große Erwärmung stattfindet – das Eis nimmt pro Dekade um vier Prozent ab – sieht es in der Antarktis (Südhälfte) genau umgekehrt aus. Die Eisschicht steigt um ein Prozent pro Dekade. Auf den Forschungsschiffen wird bestimmt, wie viel Wärme das Meerwasser verliert, informierte der Polarmeteorologe.
55 Wissenschaftler und 55 Besatzungsmitglieder haben am 25. August 2006 ihre Kojen auf der „Polarstern“ bezogen, um ihre Forschungsreise gen Süden anzutreten. „Live“ dabei sein durften gestern Abend die Besucher des Neujahrsempfanges. Der Referent zeigte seiner „Crew“ viele Bilder von wunderschönen Eisbergen mit tollen Formen, von übers Eis rutschenden Pinguinen und von Fadenwürmern und winzigen Krebsen, die bei minus zehn Grad in Solekanälen leben. Er erzählte vom beengten Leben auf dem Eisbrecher, der 120 Meter lang und 35 Meter breit ist, über einen Hubschrauberlandeplatz, ein kleines Hospital verfügt und elf Meter Tiefgang hat. „Bei starkem Seegang muss man bergauf laufen“, erzählte er und plauderte weiter über das üppige Essen auf dem Schiff, den blauen Salon mit seiner Bibliothek und stürmischen Tagen mit Windstärke zehn und zwölf. Nahezu ebenso stürmisch war der Applaus der Zuhörer, nachdem der Fahrtleiter seinen Fuß wieder auf festes Gelände am Tafelberg gesetzt hatte. „Dort bin ich dann zum botanischen Garten gefahren“, meinte er – um anstatt der kalten Pastellfarben leuchtende Töne zu sehen. Dieses Jahr im Juli wird Professor Dr. Lemke zu einer neuen Forschungsreise auf der „Polarstern“ aufbrechen.
Mit einem Geschenk bedankte sich Oliver Schmid bei den Referenten und versicherte ihm, „dass auch für unsere Stadt ihre Forschungsergebnisse wichtig sind“, denn Geislingen beschreite derzeit den Weg zur Klimastadt. Danach gehörte der Abend den Gesprächen und Begegnungen.

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