26.01.2013

Alles beim Alten

Seit kurzem gilt der neue Rundfunkbeitrag. Fortan muss jeder Haushalt bezahlen, unabhängig davon, ob ein Rundfunk- oder Fernsehgerät genutzt oder per Computer und Smartphone im Internet gesurft wird. Nun mag man sich fragen, ob es gerecht ist, dass auch jene wenigen zur Kasse gebeten werden, die in der Vergangenheit auf den medialen Röhren-Konsum verzichtet und erst gar keine zum Empfang der Sender notwendigen Apparate gekauft haben. Würde man dieses Vorgehen auch auf andere Bereiche anwenden, könnte man von jedem Garagenbesitzer pauschal eine Autobahngebühr verlangen, egal ob er überhaupt im Besitz eines motorisierten Gefährts ist. Mehr Qualität bei ARD und ZDF gibt's bisher allerdings nicht. Die „Tatortisierung“ der Fernsehabende geht im neuen Jahr weiter – einigen neuen Krimis steht ein Heer von Krimi-Wiederholungen entgegen. Die Unterhaltungsshows am Samstagabend werden noch infantiler und auf die Pilchers, Lindströms und Traumschiff-Exzesse kann man weiterhin verzichten. Ich befürchte, auch in den nächsten Sommerferien werden die Öffentlich-Rechtlichen von Anfang Juni bis Ende September mit Wiederholungen glänzen, informative Reportagen bleiben weiter auf einen Sendeplatz nach 22 Uhr verbannt und die Bundesliga flimmert auch in Zukunft beim privaten Bezahlfernsehen. Wir dürfen dann, wie bei der EM 2012 geschehen, beim live übertragenen stinklangweiligen Public Viewing am Ostseestrand mit dabei sein. Konnte man früher auf Fernseher und Radiogerät verzichten, ist man jetzt dazu verdonnert, den Quatsch, den man nicht konsumiert, auch noch zu bezahlen.

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