Albstadt-Ebingen, 26.01.2013

Neue Herausforderungen

Kunstradfahren: Schüler verfolgen ambitionierte Ziele – Neuland für Junioren

Neue Herausforderungen
Es ist eine schwierige Saison für die Tailfinger Kunstrad-Talente – mit unterschiedlichen Zielen in den verschieden Altersklassen. Ein erster Härtetest sind die Kreismeisterschaften am Sonntag in Empfingen.

Perspektivisch arbeitet Ex-Weltmeister Dieter Maute mit dem Nachwuchs des RSV Tailfingen. 2013 ist für die Zweiradartisten von der Schwäbischen Alb ein klassisches Übergangsjahr ohne große Höhepunkte. „Mit zwei Ausnahmen“, schränkt der Vereins-, Landes- und Bundestrainer ein. Patrick Rapp, in der Vorsaison Vierter bei den Deutschen Meisterschaften, und Lukas Binder sollen bei den nationalen Titelkämpfen der Schüler A und B um die Podestplätze mitmischen. „Die DM-Qualifikation ist das Minimalziel“, sagt Maute und fügt hinzu: „Mit Patrick wollen wir schon den Sprung aufs Treppchen schaffen.“ Und Binder? Der erreichte im vergangenen Jahr Rang sieben. „Mit einer Platzierung unter den ersten Fünf wäre ich zufrieden“, so der fünffache Weltmeister weiter, welcher mit zehn Talenten bei den morgigen Kreismeisterschaften in Empfingen (Beginn: 9 Uhr) in die Saison startet.

„Eine wichtige Standortbestimmung für uns“, nimmt Maute den Gesprächsfaden wieder auf – und blickt erst einmal zurück: „Bis Ende des vergangenen Jahres haben wir vor allem an neuen Übungen gearbeitet. In den vergangenen Wochen sind verstärkt komplette Programme gefahren worden.“ Morgen folgt der erste Test unter Wettkampfbedingungen – Mitte Februar ein weiterer bei den Bezirksmeisterschaften, die ebenfalls in Empfingen ausgetragen werden.

Gerade für die jüngeren Fahrerinnen und Fahrer sind die regionalen Kräftemessen wichtig, um Wettkampferfahrung im Hinblick auf den BW-Cup, den Müller Reisen-Cup sowie die Landesmeisterschaften zu sammeln. „Die Jüngeren, wie die beiden neunjährigen Lina Single und Lena Holzner, für die die Kreis- und Bezirksmeisterschaften die ersten Titelkämpfe sind, sollen zunächst einmal in die Wettbewerbe reinschnuppern“, dämpft der renommierte Trainer aus der Tailfinger Talentschmiede die Erwartungen. Er erklärt: „Wir haben mit den beiden Mädchen ein Programm zusammengestellt – jetzt sollen sie zeigen, was sie in den vergangenen beiden Jahren gelernt haben.“

Schon etwas ehrgeiziger sind seine Zielsetzungen für Philipp Thiess-Rapp (Schüler C) und Eric Vogel (Schüler B). „Sie sollen weitere Erfahrungen sammeln, ihr Programm stabilisieren und sich für die Landesmeisterschaften qualifizieren.“

Unabhängig von den Platzierungen ist es für Maute wichtig, „wie sich die Beiden auch im Umgang mit dem Wettkampf präsentieren.“ Da sind David Mayer (Schüler B) und Carina Steinhilber (Schülerinnen B) schon ein Stück weiter. Mayer stellt bereits beachtliche 70,40 Punkte auf.

Und auch Steinhilber zählt mit 72,30 Punkten neben der Trillfingerin Linda Heni (90,50) zu den Besten im Bezirk und darüber hinaus.

„Bei den Schülern haben wir schon gewisse Ambitionen“, betont Maute. Der 45-Jährige ergänzt: „Über den BW-Cup sollen sich Mayer und Steinhilber

für den Landeskader empfehlen und um die Qualifikation für die Deutsche Meister-schaft mitfahren.“ Rapp (Schüler A) und Binder (Schüler B) stehen bereits im Fokus von Landestrainer Maute, der trotz der starken Leistungen in der Vorsaison kräftig auf die Euphoriebremse tritt: „Natürlich ist die DM der Saisonhöhepunkt, aber wir können die Konkurrenz nicht einschätzen und dürfen den Blick für das Machbare nicht verlieren.“

Das gilt auch für Anna Boss, Annalena Wehrmann und Max Maute. Das Trio startet erstmals im Juniorenbereich. „Ein Riesensprung“, weiß Maute, „alle drei müssen zuerst einmal die Umstellung schaffen, denn anders als bei den Schülern werden bei den Junioren 30 statt 25 Übungen pro Kür gefahren.“ Und so hält sich Maute im Postulieren ehrgeiziger Ziele zurück: „Es ist ein Übergangsjahr. Sie können wohl nicht in der Spitze mitfahren.“ Die Begründung liefert der Bundestrainer gleich nach: „Die Topfahrer bei den Junioren sind von ihrem Können nicht weit von den Weltklasse-Fahrern entfernt.“

Dennoch traut er seinen Tailfinger Talenten mittelfristig den Sprung in die Juniorennationalmannschaft zu. „Anna und Annalena sind in den vergangenen Monaten vorwärts gekommen“, analysiert Maute, „aber nicht so weit, wie wir wollten.“ Währenddessen muss Max Maute passen. Er laboriert an einer Verletzung des dritten Lendenwirbels und wird noch zwei, drei Wochen pausieren. „Bis er schmerzfrei ist“, sagt Vater Dieter Maute, „vielleicht ist er bei den Bezirksmeisterschaften wieder da-bei.“


Ex-Weltmeister dämpft die Erwartungen an die Junioren

Kontrovers diskutiert wird der frühe Beginn der Kunstrad-Kreismeisterschaften in Empfingen. Bereits um 9 Uhr geht der erste Fahrer in der Altersklasse U 11 am morgigen Sonntag in der Täleseehalle an den Start. „Ein Unding“, findet Vereins-, Landes- und Bundestrainer Dieter Maute. Die Begründung liefert der fünffache Weltmeister gleich nach: „So werden wir bei unserem ersten Wettkampf in dieser Saison nur wenige Zuschauer haben. Auch für die Athleten ist der frühe Beginn alles andere als optimal.“

Neben den Tailfinger Talenten zählen auch die Zweiradartisten des TSV Trillfingen und des R.V.A. Empfingen zur erweiterten deutschen Spitze. Im Jahr eins nach dem Karriereende von Vizeweltmeisterin Sandra Beck stehen die Trillfinger Nachwuchsfahrerinnen Linda Heni (U 13) und Lea Schneider (U 15) im Fokus. Auch Anne Bantle und Jennifer Kühne aus Empfingen zählen im 2er-Kunstradfahren der Juniorinnen (U 19) bereits zu den Besten der Branche. Sie sind bei den Kreismeisterschaften allerdings konkurrenzlos.

Eine Zwangspause legt Max Maute ein. Der Tailfinger, welcher in dieser Saison erstmals bei den Junioren (U 19) startet, laboriert an einer schmerzhaften Lendenwirbelverletzung. In den vergangenen Wochen blieb ihm nur das Training auf dem Ergometer. „In der nächsten Woche werden wir einzelne Übungen fahren“, verrät Dieter Maute. Ist der Trainersohn schmerzfrei, ist ein Start bei den Bezirksmeisterschaften, die am 17. Februar – ebenfalls in Empfingen – ausgetragen werden, denkbar.

Bereits eine Woche später findet der erste BW-Cup der Junioren in Wallbach statt. „Dann wissen wir, wo wir stehen“, blick Dieter Maute voraus, nachdem sich Anna Boss, Annalena Wehrmann und Max Maute im Schwarzwald erstmals der überregionalen Konkurrenz bei den Junioren stellen. „Wir stecken uns keine großartigen Ziele“, sagt Maute mit Nachdruck, „nach dem Wechsel zu den Junioren wollen wir diese Saison dazu nutzen, um die Grundlagen für die kommenden Jahre zu legen.


INTERVIEW

Nationale Spitze bleibt im Visier

Am morgigen Sonntag starten die Kunstradfahrer in die neue Saison: bei den Kreismeisterschaften in Empfingen (Beginn: 9 Uhr). Vor dem ersten Wettkampf sprach Vereins-, Landes- und Bundestrainer Dieter Maute mit unserem Redaktionsmitglied Marcus Arndt über Ziele und Perspektiven der Tailfinger Talente.

Herr Maute, die Kreismeisterschaften sind eine erste Standortbestimmung. Welche Erwartungen haben Sie?

DIETER MAUTE: Ganz klar, die Kreis- und Bezirksmeisterschaften sind für alle Fahrer ein wichtiger Test unter Wettkampfbedingungen. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Zielsetzungen: Unsere Erststarter sollen reinschnuppern – so ganz ohne Druck. Ähnlich verhält es sich bei den Fahrerinnen und Fahrern, die bereits einige Wettbewerbe absolviert haben. Sie sollen den Umgang mit dem Wettkampf weiter verbessern. Ganz anders verhält es sich bei Schülern, die mehr Erfahrung haben, sowie den Junioren. Da schauen wir schon ganz genau auf die Punktzahl – und wie sie mit ihrem Programm zurechtkommen.

In den vergangenen Wochen haben Sie mit Ihren Schützlingen an den Programmen gefeilt. Ihr Eindruck?

MAUTE: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es kommt – wie gesagt – auf unsere Zielsetzungen an. Es wird sich zeigen, wie jeder Einzelne sein Programm ‘zum Laufen‘ bringt. Gerade bei den Junioren erwarten Anna Boss, Annalena Wehrmann und Max Maute markante Veränderungen. Gut möglich, dass wir deshalb eine Doppelausrichtung verfolgen – und verschiedene Wettkämpfe fahren, aber ganz bewusst neue Übungen trainieren, um 2014 und 2015 bei den Junioren in die nationale Spitze vorzustoßen.

Themenwechsel. Mit Sandra Beck hat eine weitere absolute Topfahrerin ihre Karriere beendet. Ist diese Lücke überhaupt zu schließen.

MAUTE: Kurzfristig nicht – doch es ist fast unmöglich, immer mit einer Athletin oder einem Athleten in der Weltspitze vertreten zu sein. Der Weg zu einem absoluten Topfahrer ist beschwerlich, dauert 14 Jahre oder länger. Doch wir haben im Zollernalbkreis einen sehr guten Nachwuchs, der durchaus das Potenzial besitzt, in zwei, drei Jahren die Juniorennationalmannschaft zu erreichen.

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