26.01.2013

Macht- und Muskelspiele

KOM-MENTIERT

Macht- und Muskelspiele

DIE FRIST ist noch nicht abgelaufen, der Widerspruch gegen die Baugenehmigung für Balingens Großprojekt „Eyach-Arkaden“ indes liegt bereits auf dem Tisch des Rathauses. In den nächsten Tagen würde er dem Regierungspräsidium Tübingen als zuständiger Widerspruchsbehörde weitergereicht, bestätigt Oberbürgermeister Helmut Reitemann (Foto). Der Widerspruch überrascht ihn nicht, er sei zu erwarten gewesen. Was herauskäme, ist für ihn dennoch offen. Zumal durchaus damit zu rechnen sei, dass die Auseinandersetzung anschließend auch vors Verwaltungsgericht Sigmaringen getragen würde.

Deshalb gehe man innerhalb des Rathauses auch ganz nüchtern davon aus, dass mit dem eigentlichen Abriss des Strasser-Gebäudes nicht vor September gerechnet werden könne.

Zumindest tief-bauliche Vorbereitungen für das neue Zentrum wolle man – wie berichtet - in Angriff nehmen.

DER RAT möge am Dienstag entscheiden. In Sachen Bahnhof sieht auch OB Reitemann die Verhandlungen derzeit gebremst: „Herr Seifert möchte gar nicht mehr verkaufen – wir haben eigentlich gar keinen Druck – jetzt muss das Gremium uns sagen, welcher Weg im Interesse der Stadt der verträglichste wäre.“ Jedenfalls halte auch er die von Peter Seifert (Foto)geforderten 109000 Euro für ungerechtfertigt, der von der Stadt aufgebrachte Preis läge doch vor allem in Übernahme der Verkehrssicherung und letztlich auch des baulichen Unterhalts. Keineswegs, davon ist Reitemann überzeugt, käme Seifert als Bahnhofserwerber dabei in Konflikt mit der sogenannten Mehr- oder Mindererlösklausel. Letztere orientiere sich eh am Verkehrswert – und dieser würde beim Vorplatz insbesondere durch die Vielzahl der öffentlichen Lasten gedrückt. Bei weiteren Verhandlungen könnte der Preise nach Ansicht Reitemanns von einem IHK-Gutachter ermittelt werden.

Und der Wunsch, das Bahnhofsgebäude ins Sanierungsgebiet aufzunehmen? Dafür gibt es nach Ansicht Reitemanns ebenfalls keine Notwendigkeit – auch nicht für Peter Seifert: Das Denkmalschutz-Objekt biete doch etliche steuerlichen Erleichterungen und Fördermöglichkeiten. Zumal Doppelförderung nicht möglich sei und wo Rentierlichkeit gegeben sei, der Staat sich eher zurückhalte.

AUFMERKSAM verfolgt wirken jüngste Nachrichten wie urtypisches Macht- und Drohgehabe: Der eine zieht trotzig sein Verkaufsangebot zurück, der andere zeigt seine Muskeln in Form eines alles beherrschenden Bebauungsplanes. Schon schwant Peter Seifert Fürchterliches: „Will man jetzt meinen Bahnhofsvorplatz nach teurer Stadtarchitektur auf meine Kosten pflastern?“

Der OB besänftigt: Es geschehe nichts ohne die Grundstückseigentümer und schon gar nicht in den nächsten Jahren, bevor nicht Lochenbad und Au-Stadion erledigt sind.“

WAS DIE WOCHE noch bot? Deftige Schlagzeilen vor allem aus unseren beiden Narrenhochburgen Schömberg und Bisingen, die potenziellen Bewerbern für die dort demnächst anstehenden Bürgermeisterwahlen die Wahl nicht einfacher machen: In welcher der beiden Gemeinden sind anstehende Herausforderungen wohl eher zu bewältigen – dort, wo Räte ihren Schultes überdeutlich hinauskomplimentieren, oder in jenem Rathaus, in dem Räte hilflos zu rätseln scheinen, ob des Schultes Gemahlin jemals Amtsleiterin im Hause gewesen sei.

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