Kühles Nass gegen 35 Grad Hitze
Ein Sommertag am Schömberger Stausee – Nicht nur Jugendliche genießen besonderes Flair
Schömberg, 20.08.2012 von Saskia Scherer
Es gäbe genügend Alternativen zum Schömberger Stausee. Warum zieht es die unzähligen Badegäste, die am vergangenen Wochenende den Stand des Badesees bevölkerten zur Schlichemtalsperre und nicht zum Beispiel ins Freibad?
Carina Boek (19), Ramona Lengert (18) und Nadine Sahin (24), alle drei aus Trossingen, sind sich einig: „Wir wollen chillen, uns sonnen und mit Freunden zusammen sein.“ Der Stausee sei eben näher als der Bodensee, deshalb kämen sie gerne her. Im Freibad sei es zu voll, es sei zu viel los, vor allem im Becken. „Da kann man gar nicht ins Wasser“, beschweren sich die Mädels.
Der 20-jährige Rene Bien aus Rottweil erklärt: „Ich bin ein Gesellschaftsmensch und nicht gerne alleine. Hier am Stausee trifft man Leute, die man kennt und die man gerade in den Ferien sonst nicht sehen würde.“ Er und sein Kumpel Chris Heuer, 18, aus Zimmern ob Rottweil sind auf der Gesamtschule in Rottweil und kennen deshalb auch ein paar Jugendliche aus Schömberg, die ihnen am See über den Weg laufen. „Ansonsten wollen wir natürlich relaxen und Farbe bekommen.“ Das Seewasser finden sie besser und sauberer als das kühle Nass im Freibad.
Die 14-jährige Carolina Resner, die 15-jährige Yvonne Lederer und die 14-jährige Jana Haug aus Weilstetten erwarten von einem optimalen Ferientag, dass es schön warm ist, man sich im Wasser erfrischen und an Land sonnen kann. „Die Freibäder sind so überfüllt, das hier ist was anderes und mal eine Abwechslung – man kann zum Beispiel Boot fahren“, meinen sie.
Doch nicht nur Jugendliche tummeln sich am Stausee, auch viele Familien mit Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln haben den Weg nach Schömberg gefunden. Egal ob aus Balingen, Dotternhausen, Dietingen oder aus Schömberg selbst – die Badegäste kommen von überall her. Am Kiosk erfrischen sie sich mit einem Eis, gehen Tretboot fahren oder lassen sich auf ihren Luftmatratzen auf dem Wasser treiben. Auch das Holzfloß in der Mitte des Sees ist stets bevölkert mit Badehungrigen. Ein paar Vierbeiner sind auch mit von der Partie, obwohl sie nicht ins Wasser dürfen. Sie entspannen sich wie ihre Besitzer im Gras.
Zwei Frauen fragen lachend, als sie Stift, Papier und Kamera sehen: „Werden hier die Gäste gezählt?“ Auf die Antwort, dass es um eine Reportage über das Strandleben am Stausee gehe, erzählen sie stolz: „Wir sind Dauergäste!“ Der See lockt also immer wieder.
