Von Olympia direkt unter den Zoller

Ladies Open: Schiedsrichterin Isabell Seefried

Von Olympia direkt unter den Zoller

Hechingen, 09.08.2012 von Michael Schneider

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Volles Kontrastprogramm für Isabell Seefried. Die Schiedsrichterin der Hechingen Ladies Open reiste von den Olympischen Spielen aus London direkt unter die vergleichsweise beschauliche Zollernburg.

Welch ein Wandel zwischen den Welten. Bis Ende vergangener Woche atmete Isabell Seifried aus Baiersbronn noch den Duft der Olympischen Flamme, im Anschluss ging es für die 24-Jährige ohne Umweg weiter nach Hechingen.

Beim Traditionsevent unterm Zoller sitzt Seefried bereits zum sechsten Mal auf dem Schiedsrichterstuhl und genießt damit eine eindrucksvolle Abwechslung auf ihrer Reise durch den Tenniszirkus. In diesem Jahr ist die Baiersbronnerin nämlich bei allen vier Grand-Slam-Turnieren im Einsatz. Zusammen mit der Nominierung zu den Olympischen Spielen macht die Unparteiische so den „Golden Slam“ perfekt.

Der Abstecher zu Olympia war für die Schiedsrichterin daher auch kein unbekannter Weg, ganz im Gegenteil. „Das Turnier wurde ja in Wimbledon gespielt“, erzählt Seefried, „rein jobtechnisch kannte ich das schon von ein paar Wochen davor. Die Atmosphäre war aber etwas ganz anderes. Das war bisher das Größte.“ Die 24-Jährige erfuhr im Oktober vergangenen Jahres von ihrer Nominierung für die Olympischen Spiele. „Benachrichtigt wird man per Brief vom deutschen olympischen Komitee. Als ich den gelesen hatte, war mein Tag gerettet“, erinnert sich die erfrischend sympathische Baiersbronnerin. „Da war ich natürlich aus dem Häuschen. Ich hatte damit ganz ehrlich nicht gerechnet. Ich dachte, ich bewerb‘ mich mal und schau, ob’s klappt. Sicher habe ich gehofft, dabei zu sein – damit gerechnet aber nicht.“

Wie es schließlich mit der Zusage klappte, weiß Seefried genau. „Im Prinzip konnte man sich dafür über die ITF bewerben, wie für jedes andere Turnier auch. Jedes Land bekommt drei bis vier Spots, also Startplätze. Und darüber wird in Deutschland nach einem Ranking entschieden.“ Hierzulande gehört Seefried, die ihrer Refereekarriere erst vor fünf Jahren begann, als Inhaberin der „Bronze Bedge“ zu den Top-Schiedsrichterinnen. In London war sie dann aber lediglich an der Linie zu sehen. „Als Stuhlschiedsrichter wurden dort nur Leute nominiert, die das Gold oder zumindest das Silver Bedge haben“, erklärt sie.

Auch wenn ihr Aufenthalt in Hechingen zu London ein „krasser Unterschied“ ist, will die 24-Jährige die Ladies Open nicht missen. „Es ist immer wieder schön, hierherzukommen. Das Turnier ist etwas ganz Besonderes. Ich kenne fast alle Helfer und es freut mich, die bekannten Gesichter wiederzusehen.“