Leserbrief

Endlich aufstehen und das Recht einfordern

07.08.2012

Da firmiert man viel verheißend als Amt für Stadtplanung und Bauservice und ist sich noch nie bewusst geworden, dass sich hinter dem Wort Service der Begriff Dienstleistung verbirgt. Wann werden die Herren des Bauamtes merken, dass nicht wir für sie, sondern sie für uns da sind. Wenn es ins Konzept passt kann man als Anschluss an die aktuelle Mode beispielsweise verrostetes Metall als Brückengeländer verwenden oder man verweist an anderen Stellen bewusst auf die Historie um seine Vorstellungen in die andere Richtung durchzusetzen. So jüngst geschehen beim Gebäude Zwinger 41, bei dem man unter Bezug auf den Bebauungsplan den Rückbau von vier Quadratmetern Pflaster fordert.

Wenn ich aus der jüngsten Diskussion um eine mögliche Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Geschäftszentrums Buhren vom Ortsvorsteher Uhl den Satz hören kann: „Die Spitze der Bauverwaltung weiß ich auf meiner Seite“ kann ich doch ablesen, wessen Geschmack am Schluss in einem Bebauungsplan mündet. Hier wird nicht der Bürger gefragt, der vor Ort einen Großteil seiner Lebenszeit verbringt, sondern hier entscheiden Amtsleiter und Oberbürgermeister, die nicht einmal in Balingen wohnen. Wann stehen wir endlich einmal auf und fordern unser Recht ein, aktiv an der Gestaltung unserer direkten Umwelt beteiligt zu werden? Die Transition-Town-Bewegung in anderen Städten macht es vor, dass der einzelne Bürger aktiv eingreifen kann.

Bei der Umgestaltung der Bahnhofstraße wurden die Anwohner über die Gestaltungsplanung informiert. Nicht ein einziges mal hat man die Frage gestellt: „Wie können Sie sich denn die Umgestaltung vorstellen?“ Die Probleme mit Vandalismus und Vermüllung wären nicht so brisant, wenn der Bürger mehr das Gefühl entwickeln könnte „Das ist meine Stadt“.

Peter Seifert
Untere Dorfstr.12, Weilstetten

Mittel fair verteilen

Eine (Um)gestaltung in der Art, dass sich die Bürger wohlfühlen, ist wichtig.
Eine Fertigstellung der Erschließung eines Baugebiets ist es ebenso – das wirkt sich auch auf das Wohlbefinden der Anwohner aus:
Ein wesentlicher Teil der Straße „Auf Hangen“ des Baugebiets „Bol II“ in Engstlatt hat nie einen Endbelag erhalten. Seit mehr als 15 (in Worten: fünfzehn!) Jahren ist die Stadt im Besitz der von den Anwohnern gezahlten Erschließungskosten, nun wurden (nach mehrmaligem massivem Ersuchen einiger Bürger) wenigstens die gröbsten Unebenheiten (die in den ganzen Jahren ihresgleichen suchten) abgemildert. Aber wenn man einen Ortsumgang knapp an dieser Straße vorbei durchführt, dann sieht man das natürlich nicht – oder will es nicht sehen?!
Ich würde mir wünschen, dass die Gelder fairer verteilt werden – man ist bestimmt bereit, eine Zeitlang – auch ein paar Jahre lang – zu warten – aber wenn auch nach mehr als 15 Jahren der Endausbau erneut dem Rotstift zum Opfer fällt, dann ist das nicht mehr fair.
Gisela Stoll am 07.08.2012 14:25:44
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