Tenor sorgt für Gänsehaut
Projektchor „Le Consort Nouveau“ gibt beeindruckendes Konzert in St. Afra
Obernheim, 06.08.2012 von Werner Lissy
Die Sänger probten dazu unter der Leitung von Matthias Listmann, der Dozent an der Musikhochschule Trossingen und Tuttlingen ist, die ganze Woche in der evangelischen Tagungsstätte Haus Bittenhalde in Tieringen die Musikstücke ein (wir berichteten). Der Projektchor trifft sich seit zehn Jahren im Haus Bittenhalde und hatte am Samstag seinen sechsten Auftritt in der Obernheimer St. Afra Kirche. Bürgermeister Josef Ungermann begrüßte die Sänger und dankte Alex Moser und Marianne Nepple sowie Günther Moser für die erbrachte Unterstützung um diesem Chor den Auftritt in der St. Afra Kirche zu ermöglichen.
Als Sprecher des Chores freute sich Werner Pichorner über die große Besucherresonanz. Die geistliche Musik und die Orgelklänge würden zur Stärkung und Besinnung beitragen und auch Freude bereiten, so der Redner weiter. Werner Pichorner stellte den aus England stammenden und in Paris lebenden Tenorsolisten Edouard Tavinor, sowie die Organistin Lydia Schimmer aus Endingen am Kaiserstuhl vor, wonach die Besucher ein bezauberndes Konzert mit Werken von bedeutenden und populären Komponisten zu hören bekamen.
Mit der Toccata in c-Moll von Leon Boelmann begann Lydia Schimmer in wohlklingenden Orgeltönen das Konzert. Der Chor, vorbereitet von Dirigent Matthias Listmann, sang sicher und sehr fein abgestimmt die Werke von Friedrich Mendelssohn Bartholdy „Wirf dein Anliegen auf den Herrn” und „Allein Gott in der Höh sei Ehr”. Von der Empore erklang die kräftige, durchschlagende, den Kirchenraum voll erfüllende Tenorstimme von Edouard Tavinor mit dem Lied „Jauchzet ihr Himmel”.
Der Chor hatte sich zwischenzeitlich auch auf die Empore begeben und sang die von John Rutter stammenden Werke „Für die Schönheit dieser Welt” sowie „Gott segne und behüt dich”, wobei sich die Zuhörer voll auf die Gesamtheit der Stimmen, die von dem Chor in Orgelbegleitung zu hören waren, konzentrieren konnten.
Wiederum war es dann der Solist Edouard Tavinor, der mit seiner herrlich ausgebildeten Tenorstimme mit dem Stück “Gott ist im Fleische” für eine Gänsehautatmosphäre unter dem Publikum sorgte. Wie zwei fröhlich spielende Kinder, die sich gegenseitig necken, erklangen hell und erfrischend die feinen Töne der Orgel, wo Lydia Schimmer mit beeindruckender Sicherheit bei der Toccata in F-Dur von Charles-Marie Widor, die Finger über die Tasten gleiten ließ.
Wieder vor dem Altar in Aufstellung gegangen, gab der Chor mit den von F.M. Bartholdy stammenden Werken „Aus tiefer Not schrei ich zu dir” und „Verleih uns Frieden gnädiglich” eine weitere Kostprobe der fein und zart aufeinander abgestimmten Tonlagen. Tenor, Chor und Orgel bildeten eine grandiose Einheit u.a. bei Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll, BWV565“.
Zum Schluss gab es noch einen weiteren Höhepunkt an geistlicher Kirchenmusik mit dem von Michael Haydn stammenden Stück „Missa brevis a tre voci col Organo”, bei dem sich die Sänger in einer sprühenden Klangfülle präsentierten. Die begeisterten Besucher waren animiert, selbst mitzusingen, wozu sie am Ende mit „Nun danket all und bringet Ehr” die Gelegenheit hatten, bevor das Publikum sich in stehenden Ovationen sammelte.
