Leserbrief

Die Frage ist, wer hier wen erzieht und Grenzen setzt

27.07.2012

Wir sind erschüttert über den Umgang der katholischen Kirche mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin! Kann es sein, dass diese Mitarbeiterin sich monatelang von vierjährigen Kindern verbal attackieren lassen muss?! Kann es sein, dass selbst mehrere Elterngespräche, sogar Elternabende, keine Hilfe für diese Mitarbeiterin ergaben, da doch die Zusammenarbeit von Elternhaus und Einrichtung so wichtig ist?

Da stellt sich uns die einfache Frage: Wer erzieht wen? Und: Wer setzt wem die Grenzen? Die katholischen Ordensschwestern hatten früher ganz andere Erziehungsmethoden. Es wurde nicht lange gefackelt, sondern das Kind wurde zur Strafe in ein „dunkles Kämmerlein“ gesperrt – ohne Konsequenzen von „ganz oben“. Lieber Herr Pfarrer Ginter, welche Möglichkeiten gab es denn noch für diese Frau? Jesus selbst brachte allen Menschen Wertschätzung entgegen. Sie auch?

Haben Sie schon einmal über die Konsequenzen und die Zukunft nachgedacht, die sich für diese Frau ergibt? Bedenken Sie: Aus Kindern werden einmal Erwachsene Leute, denen man keinen Respekt und keine Wertschätzung gegenüber anderen beigebracht hat. In dieser Gesellschaft müssen wir alle einmal alt werden. Aber wenn schon Kindern keine Grenzen gesetzt werden – und es ging wohl eine sehr lange Zeit mit einer langen Suche nach einer Regelung voraus – stimmt da dann noch die Rollenverteilung? Wir wünschen unserer Kollegin, dass sie den nötigen Rückhalt bekommt und trotz ihrer Demütigung hoffentlich eine Chance in einer anderen Einrichtung bekommt.

Carolin Baasner
Rötebergstraße 18
Zimmern unter der Burg
sowie Claudia Lorenz und
Carolin Weßner für das Team des Kindergartens in Zimmern unter der Burg