HzL muss um Zollernbahn kämpfen

Güterverkehr brummt dank Holcim-Zügen – Aber der Triebwagen-TÜV frisst den Gewinn auf

HzL muss um Zollernbahn kämpfen

Zollernalbkreis, 25.07.2012

Anzeige
Die Zeiten werden härter für die Hohenzollerische Landesbahn: Den Gewinn fressen die Dieselpreise und der Triebwagen-TÜV auf. Und jetzt muss die HzL auch noch um den Betrieb der Zollernbahn kämpfen.

Kann man sich zwischen Hechingen und Sigmaringen vorstellen, dass auf der Bahnstrecke durchs Killer-, Fehla- und Laucherttal andere Züge fahren als die der Hohenzollerischen Landesbahn? Nein, seit dort Gleise liegen, war das nie anders.

Doch jetzt, unter den Vorzeichen des EU-Wettbewerbsdiktats, muss die HzL um ihre Stammstrecke und auch um die Zollern-Alb-Bahn 1 zwischen Tübingen und Sigmaringen kämpfen. Wie Vorstandschef Hans Joachim Disch gestern bei der Bilanzpressekonferenz sagte, könnten die Verkehre auf den Zollernbahn-Strecken unter den ersten sein, die das Land ab 2016 neu ausschreibt. Dann muss sich die HzL gegen EU-weite Konkurrenz behaupten. Schlaflose Nächte bereitet dieses Szenario Disch und seinen Vorstandskollegen Dr.-Ing. Walter Gerstner und Johannes Müller indes nicht. „Wir haben den Ringzug und das Seehäsle gewonnen. Warum sollten wir uns nicht vor der Haustür behaupten?“, fragt Disch ?und kündigt im gleichen Atemzug selbstbewusst an, anderswo im Land deutlich hinzugewinnen? zu wollen.

Verloren hat die HzL im vergangenen Jahr nichts. Im Gegenteil: Die Zahl der beförderten Fahrgäste stieg auf der Schiene um 1,0 Prozent auf 9,1 Millionen und auf der Straße um 1,1 Prozent auf 3,8 Millionen. ?Einigermaßen ordentlich, lautet Dischs Wertung hierzu.

Gar mehr als nur ordentlich, sondern rekordverdächtig war der Zuwachs im Güterverkehr. Mit 512 000 beförderten Tonnen setzte die HzL 3,6 Millionen Euro um, ? so viel wie noch nie im vergangenen Jahrzehnt. Damit ist der Durchhänger auf diesem Sektor, der nach dem Wegfall der Salztransporte ins bayerische Burghausen ab 2008 auftrat, überwunden. Den Löwenanteil machen inzwischen die Ölschiefer- und Zementtransporte für die Firma Holcim von Dotternhausen übers Killertal und das Donautal bis nach Singen aus. 2012 winken noch einmal 30 Prozent Wachstum in diesem Geschäft. In diesem Jahr fährt die HzL 156 Züge für Holcim.

Und weil da in den nächsten Jahren noch Luft nach oben ist, weil auch die Salztransporte sich etwas erholt haben und die Autotransporte immer noch brummen, kauft die HzL zwei neue Güterlokomotiven, die nächstes Frühjahr ihren Dienst aufnehmen sollen. Mit dieser Fünf-Millionen-Investition will das Unternehmen die Säule Güterverkehr stabilisieren.

80 Prozent des 40,3 Millionen Euro umfassenden Jahresumsatzes (plus 0,7 Prozent) macht jedoch nach wie vor die Personenbeförderung auf der Schiene aus. Nur neun Prozent entfallen auf den Güterverkehr, elf Prozent auf die Omnibusse.

Deutlich geschrumpft ist der Gewinn: Mit 85 000 Euro blieb er deutlich hinter den Vorjahren (und hinter den Erwartungen) zurück. Als Gründe dafür nannte Disch zum einen die um mehr als zehn Prozent gestiegenen Dieselpreise, zum anderen erhebliche Sonderausgaben für den TÜV an den Regio-Shuttle-Triebwagen.

Optionen

Bilder (1)

Mehr zum Thema

Betriebe gehen in die Offensive

Zollernalbkreis, 16.11.2012

Artikel lesen

Lautlingens B 463 wäre ein Profit

Zollernalbkreis/Reutlingen, 18.07.2012

Artikel lesen

Konjunktur stabil

Zollernalbkreis, 11.06.2012

Artikel lesen

Am Image fehlt's

Zollernalbkreis, 12.05.2012

Artikel lesen

Note 2,2 für die Region

Reutlingen/Zollernalbkreis, 10.05.2012

Artikel lesen

Markt kommt in Schwung

Zollernalbkreis, 30.03.2012

Artikel lesen

Kalte Witterung bremst aus

Zollernalbkreis, 01.03.2012

Artikel lesen
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook

Singlebörse