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Prognos stellt Wirkungsanalyse für Meßstetten vor – Bürgermeister betont Engagement des Landes

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Messstetten, 25.07.2012 von Peter Franke

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Groß war das Interesse an der Vorstellung der Wirkungsanalyse zur Kasernenschließung in Meßstetten, wie 250 Besucher in der Festhalle am Montagabend eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Sie wurden mit einem umfangreichen Zahlenwerk des Beratungsunternehmens Prognos AG bedient. Trotz der Zahlenfülle war am Ende der Veranstaltung aber klar, dass das komplette Werk nur Basis sein konnte für die Ausgestaltung konkreter Maßnahmen. Solche wurden allerdings weder in der Präsentation angesprochen, noch in der anschließenden Diskussionsrunde. Verständnis zeigte Bürgermeister Lothar Mennig für die Erfordernisse gesellschaftlicher Veränderungen, die auch Anpassungen bei der Bundeswehr einschlössen.

Trotz guter Argumente habe sich Meßstetten aber nicht behaupten können und sei nun gleich dreifach belastet: Der Wegfall von 800 Dienstposten addiere sich zu schlechten Rahmenbedingungen für die Nachnutzung der Kaserne. Durch den Verbleib der Radarstation würden zuletzt interessante Perspektiven verbaut, wie zur Installation von Windenergieparks. Abzusehen sei, dass das Gemeinwesen leiden werde. Wirtschaftliche Einbrüche seien ebenso zu erwarten wie Rückgänge bei Schulen und Kindergärten, die in der Vergangenheit auf eine positive Entwicklung ausgerichtet wurden. 2013 werde in die Geschichtsbücher der Stadt eingehen, wenn an die erste Stationierung von Soldaten in Meßstetten vor 50 Jahren gedacht werde und nur wenige Monate später die Kaserne geschlossen wird.

Dankbar werde die Stadt für jede externe Unterstützung sein, welche die negativen Folgen der Abzug der Bundeswehr mildert, sagte der Bürgermeister. Während sich der Bund hierbei kaum bewegt, habe das Land Baden-Württemberg sich stark engagiert. Es habe auch die Studie bei Prognos in Auftrag gegeben. Ministerialrat Hans-Peter Kopp vom Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz stellte die Zielsetzung der Studie vor und stellte sie in den Kontext zur Begleitung im Konversionsprozess, der nach der Wirkungsanalyse einen Entwicklungsplan nach sich ziehen werde. Dazwischen würden sicher weitere Gutachten liegen, die vom Land mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden. Zu deren Inhalt könnten Wirtschaftsfördermaßnahmen, Projekte zur Stadtentwicklung oder der Tourismusförderung, aber auch Umweltschutz- und Energieprojekte gehören. Konversions-Zwischenlösungen seien ebenfalls denkbar.

Um die Qualität der Maßnahmen sicher zu stellen, werde in wenigen Wochen den Kommunen ein Leitfaden an die Hand gegeben. Tobias Koch kommentierte das Zahlenwerk in atemberaubendem Tempo. Man habe sich systematisch an die Thematik heran gearbeitet und dabei als Quellen das Statistische Bundesamt heran gezogen sowie anonymisiertes Zahlenmaterial der Bundeswehr. Wirkungsradien von 25 Kilometern wurden gezogen und Überschneidungen mit anderen Standorten (Stetten a.k.M., Sigmaringen, Mengen) berücksichtigt. Aspekte wie Demografie, Bildung, Immobilienmarkt oder Beschäftigung und Kaufkraft fanden Berücksichtigung.

Kaum Greifbares brachte eine Fragerunde, wenn man davon absieht, dass für ein noch in der Diskussion stehendes Großgefängnis vorab Flächen der Kaserne abgestellt werden könnten.

Die Folgen der Kasernenschließung auf Meßstetten und sein Umland

Die Zahlen: In Meßstetten hat die Bundeswehr im Mittel knapp 3,5 Millionen Euro jährlich ausgegeben, den größten Anteil davon in Meßstetten selbst. Relativ betrachtet sei aber Schwenningens Anteil noch höher, war eine der überraschenden Erkenntnisse, die auch auf die Steuereinnahmen (6,1%, bzw. 11,5%) und den Immobilienmarkt (2,7%, bzw. 3,3%) übertragen werden konnten.

Wohnungsmarkt: Bei den Wohnungen sind laut Prognos-Studie selbst im schlechtesten aller denkbaren Fälle keine riesigen Leerstände zu erwarten. Auch die Auswirkungen auf die Schulen seien eher gering: Von derzeit 48 Kindern aus Soldatenfamilien im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren entfielen 24 auf Meßstetten und Umgebung.Die Gewichtung aller Auswirkungen auf die nennenswert betroffenen Gemeinden ist grafisch darstellbar. Meßstetten und Schwenningen werden in die Kategorie 72 bis 94% eingestuft, die Gemeinden Reichenbach, Nusplingen, Winterlingen und Irndorf sind zu 14 bis 31% betroffen. Stetten a.k.M. hat man ausgenommen, weil es eher Profiteur der Bundeswehr-Reform ist.

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