Schweigen ist professionell

Ebinger Voba erklärt sich - Dr. Fandrich: „Bihler überraschte Aufsichtsrat“

Schweigen ist professionell

Albstadt-Ebingen, 21.07.2012 von Karl-Otto Müller

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Das Bankgeheimnis ward bestens gehütet – „älle hant Gosch g'halta“. Dr. Andreas Fandrich, Chef-Aufsichtsrat der Ebinger Volksbank zeigte sich gestern zufrieden. Jetzt sei es an der Zeit und an ihm aufzuklären.

. . . Antwort zu geben auf die Frage, weshalb der bisherige Stefan O. Bihler die Ebinger Volksbank verlässt. Tenor von Fandrich und beiden Vorstandsmitgliedern Robert Kling und Benjamin Wurm im eigens anberaumten Pressegespräch: „Reisende soll und will man nicht aufhalten.“ In besagter Aufsichtsratssitzung am 2. Juli (fünf Tage nach offizieller Mitglieder- und Vertreterversammlung) habe Voba-Chef Bihler das Gremium und ihn mit Bitte um Aufhebung des Vertrags überrascht. Er wolle sich beruflich neu orientieren.

Man habe sich am gleichen Abend auf kollektives Schweigen und die einvernehmliche Sprachregelung „sofortige Krankmeldung“ verständigt. Beide Parteien hätten sich in den vergangenen Tagen auf die einvernehmliche Aufhebung des Arbeitsverhältnisses zum 30. September 2012 verständigt – „Bis dahin feiert Herr Bihler Resturlaub und Überstunden ab“, erklärte Fandrich.

Das „Schweigen um dieses Auseinandergehen“ bei Aufsichtsrat und Mitarbeitern ist für Fandrich Ausdruck gegenseitigen Vertrauens und Professionalität. Über Hintergründe schwiegen sich Aufsichtsrat und Vorstand gestern aus, keinesfalls seien diese in „Fusionsplänen“ zu suchen, auch nicht im Bereich „Balingen/Rottweil“ – Fandrich: „Wir sind nicht auf Brautschau, zuvor müssen eigene Hausaufgaben erledigt werden.“

Diese Aufgabenstellung wolle der Aufsichtsrat zunächst in die Hände des bisherigen Vorstandskollegen Robert Kling und – zunächst kommissarisch – Bihlers engem Stellvertreter Benjamin Wurm legen. Der 34-Jährige benötige hierzu noch das Placet der Bafin. Für zwei bis drei Jahre könne er sich diese Lösung vorstellen, meint Fandrich, bevor dann unter Umständen die Neubesetzung dieses Vorstandssessels neu ausgeschrieben werde.

„Kein Zusammenhang“ derweil bestehe zur aktuellen Beurlaubung einer dem ausgeschiedenen Vorstand nahestehenden Mitarbeiterin, betont Vorstand Kling.

Hättet se doch bloß ihre Gosch' g'halta

Mit der Meldung, Bihler sei krank (geworden), hat die Ebinger VoBa der Öffentlichkeit und vor allem ihren Kunden einen Bären aufgebunden und sich selbst damit einen Bärendienst erwiesen. Jedenfalls ist in dieser Angelegenheit deutlich geworden, mit welch geringer Souveränität und wie wenig vertrauenswürdig Vorstand und Aufsichtsrat ihre Geschäfte besorgen. Für Sie selbst, für die Ebinger VoBa und für die Öffentlichkeit wär's besser gewesen, wenn se ihre Gosch g'halta hättet.
Anni Berta Zeh am 21.07.2012 15:07:50
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