Nur eine Frage des Geldes

Rat kündigt Mitgliedschaft bei der Jugendmusikschule Zollernalb

Winterlingen, 18.07.2012 von Bianka Roith

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Mit einem knappen Ergebnis von acht zu sechs Stimmen plus einer Enthaltung hat der Winterlinger Gemeinderat beschlossen, die Mitgliedschaft bei der Jugendmusikschule Zollernalb zu kündigen.

Enthalten hat sich bei der Abstimmung Bürgermeister Michael Maier. „Mir fällt es wirklich schwer und ich werde mir sicher keine Freunde machen“, erklärte der Schultes. Doch finanzielle Beweggründe führten dazu, den Räten diese Kündigung vorzuschlagen. Die Kommune ist angehalten, den Haushalt zu konsolidieren. Vor allem die Ertragslage im Verwaltungshaushalt müsse verbessert werden. Die Rechtsaufsichtsbehörde hat unmissverständlich kundgetan, dass Kredite nur noch gewährt werden können, wenn sich die Gemeinde auf ihre wesentlichen Kernaufgaben beschränkt.

Bürgermeister Maier betonte mehrmals, dass diese Entscheidung nichts mit der Qualität der Jugendmusikschule zu tun habe. Beide Bürgermeister-Kinder werden dort in Gitarre und Klavier unterrichtet, doch rein finanzielle Gründe gaben den Ausschlag. Er enthalte sich, damit die Sache keinen falschen Zungenschlag bekomme. Die Kommune hatte im Jahr 2011 einen Abmangelbetrag von knapp 17 200 Euro zu stemmen. Damit wird jedes der 88 Kinder, die derzeit an der Musikschule unterrichtet werden, mit rund 195 Euro von der Gemeinde subventioniert.

Schulleiter Sigurd Betschinger stellte die Vorteile der Jugendmusikschule Zollernalb heraus in der Hoffnung, die Räte vielleicht nochmals umzustimmen. Und bei einigen Räten klappte das auch. „Wir haben wenig Geld, aber ich denke, jedes Kind hat ein Recht auf Bildung und Förderung“, erklärte Gemeinderätin Renate Fischer-Kuhn. Die Musikschule habe durchaus ihre Berechtigung „und ich finde es schade, wenn wir das aufhören“. Auch Gemeinderat Augustin Pfaff äußerte Bedenken und warnte vor Retourkutschen, zumal man ja auch schon bei der Volkshochschule gekündigt habe. „Es ist klar, dass wir dann wieder im Ruf stehen, wir seien unsolidarisch“, so Gemeinderat Roland Heck. Doch bei der VHS sei man ja dann eine andere Kooperation eingegangen, daher laufe dieser Vorwurf ins Leere.

Doch es gebe jetzt ein eindeutiges Schreiben vom Landratsamt. Er würde sich dem nicht anschließen, wenn er befürchten müsste, es gebe dann keinen Service mehr für Kinder, doch die Vereine machen eine sehr gute Nachwuchsförderung und bilden in vielen verschiedenen Musikinstrumenten aus. „Die Jugendmusikschule, das ist eine schöne freiwillige Leistung, die man sich leider nicht mehr leisten kann.“

Schließlich wurde beschlossen, die Mitgliedschaft zu beenden mit einer Kündigungsfrist von zwei Jahren. Nicht betroffen von dieser Sparmaßnahme ist die Vereinsförderung. Für die musiktreibenden Vereine stelle die Gemeinde Winterlingen auch weiterhin rund 20 000 Euro bereit, so Bürgermeister Michael Maier.

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