Kinderfest sprüht vor Leben

Publikum auf dem Marktplatz so groß wie selten – Umzug mit 2000 Teilnehmern

Kinderfest sprüht vor Leben

Hechingen, 17.07.2012

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Ein prächtiges Kinder- und Heimatfest hat Hechingen am Wochenende gefeiert – die typischen Wetterkapriolen inklusive. Romantisch war am Samstag die Festhandlung, beeindruckend der Umzug.

Eine kurze Regendusche blieb den über 2000 Mitwirkenden beim Festumzug am Sonntag nicht erspart. Aber das farbenprächtige Spektakel machte den düsteren Himmel vergessen.

Am Samstag lebte der Marktplatz nicht nur, er bebte. Das nachmittägliche Programm auf der Bühne vor dem Rathaus war ein regelrechter Augen- und Ohrenschmaus, und die Festhandlung am Abend war im Lichterglanz romantisch wie eh und je. Die Wettervorhersage war eher bescheiden: Stürme sollte es geben, und vorsichtshalber wurde das Zeltdach vor dem Rathaus nicht aufgebaut. Doch die Unwetter zogen an der Zollernstadt vorbei, und je länger der Nachmittag andauerte, um so größer wurden die Wolkenlücken. Über vier Stunden dauerte das Programm bei „Der Marktplatz lebt“, durch das Klaus Jetter führte. Politprominenz im Publikum: Annette Widmann-Mauz (CDU) und Klaus Käppeler (SPD).

Geboten wurde eine abwechslungsreiche Mischung aus Musikbeiträgen und Tänzen, wobei alle Altersstufen von ganz klein bis jugendlich ebenso vertreten waren wie die unterschiedlichsten Stilrichtungen, was das Tanzen anbelangte. Und wer zwischendurch einen kleinen Hunger verspürte, konnte diesen an den Ständen auf dem Marktplatz stillen. Da gab es die traditionelle Rote Wurst ebenso wie das leckere türkische Baklava.

Begonnen wurde der Nachmittag mit einer ökumenischen Besinnung, die von Pfarrerin Dorothee Kommer und der ökumenischen Kinderkirche Stetten gehalten wurde. Danach ging es Schlag auf Schlag: Für Musik sorgten zum einen gleich drei Hechinger Musikschulen: Vom Zweckverband Jugendmusikschule war das Klarinettenensemble unter der Leitung von Bernd Holtmann auf den Marktplatz gekommen, eine große Gruppe stellte die Musikschule Robert Steinemer, und Oliver Simmendinger von der Musikschule Jacob und Sachse begleitete am Keyboard seine Nachwuchsmusiker.

Eine Premiere lieferte die Stadtkapelle ab: Zum ersten Mal konnten bei „Der Marktplatz lebt“ die Jugendkapelle I und die Jugendkapelle II gemeinsam auftreten. Möglich machte es die Verschiebung des Seniorennachmittags auf den Freitag. Fast eine Stunde zeigte der Stadtkapellennachwuchs unter der Leitung von Thomas Zacharias sein Können.

Traditionell im Mittelpunkt stehen am Kinderfest-Samstag auf dem Marktplatz die tänzerischen Darbietungen. Sage und schreibe 16 Gruppen wechselten sich auf der Bühne vor dem Rathaus ab. Rührend, wie die Kleinsten sich Mühe gaben, die Anweisungen ihrer Trainerinnen am Bühnenrand aufmerksam zu verfolgen; Hut ab vor der Leitung der jugendlichen Tänzerinnen, die perfekt einstudierte Auftritte ablieferten. Den Löwenanteil am Programm hatte das Studio „Move On“ (Gabi Pfister und Martina Lontschar) mit allein neun Gruppen. Dazu kamen Tänzerinnen des Gymnasiums (Selina Guter), der Sportfreunde Sickingen (Slavi Cicarevic) und des TV Hechingen (Laura Fischer, Silvia Bakos).

Der Höhepunkt des Nachmittagsprogramms war zweifellos der Auftritt der Hip-Hop-Gruppe „Madness“ aus der Partnerstadt Joué-lès-Tours. Die jugendlichen Tänzerinnen und Tänzer bewiesen nicht nur Kondition und akrobatisches Können, sondern boten eine atemberaubende Choreographie; da passte jeder Schritt und jede Drehung. Toll zu sehen, wie sich die Tänzer gegenseitig zur Höchstleistung anfeuerten.

Schon zur Tradition geworden ist das abendliche Platzkonzert der Stadtkapelle auf dem Kirchplatz. Bei angenehmen Temperaturen konnten sich die Besucher auf die Festhandlung einstimmen. Nachdem die vielköpfige Kinderschar, eingerahmt vom Jugendfanfarenzug und der Kleinen Garde, mit ihren Lampions und weißen Luftballons vom Fürstengarten zum Marktplatz gezogen war, konnte das immer wieder schöne Schauspiel nach der kurzen Begrüßung durch Bürgermeisterin Dorothea Bachmann losgehen.

Die Geschichte um den Hechinger Auswanderer Friedrich Wiest alias Fred West dürfte dem Gros der Festbesucher mittlerweile zwar bekannt sein, doch es gelingt den Akteuren um die Regisseure Dietlinde Ellssässer und Michael Giese immer wieder neue Akzente zu setzen – auch durch humorvolle Einlagen, wenn etwa Nachtwächter Artur Zeeb bekennt, dass er die neue Bürgermeisterin ja gerne heimbegleitet hätte: „Aber nach Boll ist es mir zu weit.“ Den Kindern schien vor allem der Hochzeitskuss von Fred und Lisette West gefallen zu haben. Da wurde laut gekreischt und gekichert

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