Gemeinde gründet Stiftung

Ressourcen werden immer knapper: Neue Wege zur Sicherung traditioneller Aufgaben

Gemeinde gründet Stiftung

Albstadt-Tailfingen, 17.07.2012 von Holger Much

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Die Evangelische Kirchengemeinde Tailfingen ruft eine Stiftung ins Leben. Sie soll sicherstellen, dass auch künftig für Waldheim, Seniorenarbeit und andere Aufgaben ausreichend Geld zur Verfügung steht.

„Die Ressourcen werden immer knapper“, konstatiert Pfarrer Thomas Elser beim Gespräch im gemütlichen Pfarrhaus gleich neben der Pauluskirche. Auch den Kirchengemeinden fehlt es zunehmend an ehrenamtlichen Helfern und an Geld.

Den immer weniger werdenden Kirchensteuermitteln stehen zahlreiche, seit vielen Jahren traditionell wahrgenommene Aufgaben gegenüber, Aufgaben, deren Erfüllung schon fast selbstverständlich ist. Doch wenn die Finanzmittel schwinden, stehen Gemeinden wie die Evangelische Kirchengemeinde Tailfingen vor einem Problem.

Der Gedanke zu einer Stiftung, erzählt Pfarrer Thomas Elser, kam aus der Mitte des Kirchengemeinderates. Nun wurde eine Broschüre gedruckt, mit der über die anstehende Gründung der „Evangelischen Gemeindestiftung Tailfingen“ informiert wird. Es müssen „Gründungsstifter“ gefunden werden, die den Gedanken ideell und natürlich finanziell unterstützen, auf diese Weise die Gemeindeaufgaben auch in Zukunft noch leisten zu können: „2000 Euro Grundeinlage stellen wir uns vor“, verrät Pfarrer Elser. Natürlich soll und kann auch später gestiftet werden, sei es als „Zustifter“ oder per Testament.

Zuvorderst müsse der Bestand des allseits beliebten Waldheims gesichert werden: „Das Waldheim ist eine Säule der Jugendarbeit in Tailfingen und das soll auch so bleiben.“ Dennoch wird die Finanzierung trotz guten Besuches immer schwieriger. Die steigenden Kosten können schon länger nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Sie müssen, ebenso wie der Unterhalt des Gebäudes, allein von der Gemeinde getragen werden.

Doch auch alle anderen Gemeindeaufgaben sollen durch die Stiftung auf zukunftssichere Beine gestellt werden.


Nur die Zinserträge werden verwendet

Evangelische Gemeindestiftung Tailfingen: Die Gemeinde möchte informieren und Gründungsstifter gewinnen. Am Mittwoch, 25. Juli, findet eine erste Informationsveranstaltung im Gemeindehaus Moltkestraße statt. Am Freitag, 19. Oktober, soll die Gründungsversammlung stattfinden.

Die Besonderheit einer Stiftung besteht darin, dass das Kapital nicht aufgebraucht, sondern nur die Zinserträge verwendet werden. 2012 soll das Stiftungsvolumen 200 000 Euro, 2016 500 000 und 2020 1 000 000 Euro betragen. Allgemeine Infos unter: 07432 / 32 07.

Der HErr gibt's den Seinen zwar im Schlafe, aber ...

die Kirchengemeinderäte sollten sich in dieser Sache nochmal gemeinsam mit den Pfarrern zusammensetzen und beraten (lassen).

In der Tat dürfen bei Stiftungen nur die (Netto-)Erträge für den Stiftungszweck eingesetzt werden und nicht das Stiftungskapital oder Teile davon. Stiftungen sind auch gehalten, eine vorsichtige Anlagestrategie zu verfolgen.

Das hat zur Folge, dass auch die (Zins-)Erträge in der Regel eher mäßig ausfallen. Ein Bruttoertrag von 3% muß deshalb schon als ambitioniertes Anlageziel bezeichnet werden.

Von diesem Bruttoertrag gehen dann vorab derzeit >2% (gerechnet aufs Stiftungskapital) als Inflationsausgleich ab. Vom verbleibenden Rest muß die Stiftung ihre eigenen Kosten bestreiten und damit dürfte sie sich dann schon im Bereich der roten Zahlen bewegen. Zu verteilen hat sie jedenfalls nichts.

Andererseits hat die Kirchengemeinde rechtlich die Möglichkeit, zweckgebundene Spenden (auch fürs Waldheim) einzuwerben und dafür Spendenbescheinigungen auszustellen. Diese gespendeten Beträge dürfen dann in voller Höhe für den durch den Spender vorbestimmten Zweck ausgegeben werden.

Das ist - zumindest in der heutigen Zeit der Unsicherheiten auf dem Finanzmarkt und der niederen Zinsen - weitaus effektiver und überschaubarer. Einer Kirchengemeinde jedenfalls angemessen und anzuraten.
Anni Berta Zeh am 17.07.2012 20:31:26
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