„Souverän agiert“
Jugendhandball: Jannik Hausmann überzeugt in Bregenz
Bregenz, 17.07.2012 von Reinhard Linder
Damit gehört die U 18-Auswahl des deutschen Handballbunds bereits jetzt zu den acht Top-Nationen in Europa und hat sich für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr qualifiziert. Sollte sie ihre beiden Zwischenrundenspiele gegen Weißrussland heute um 18 Uhr und gegen den Gastgeber Österreich morgen um 18 Uhr gewinnen, könnte es sogar für das Halbfinale reichen.
Den Grundstein für das Überstehen der Gruppenphase hat das Team von Jugend-Bundestrainer Klaus-Dieter Petersen mit einem 29:21-Erfolg über Frankreich gelegt. Dieser war auch bitter nötig, denn im ersten Gruppenspiel hatte es eine faustdicke Überraschung gegeben. Gegen Island kamen Hausmann und Co. sehr schwer auf Touren. Nach einer zähen und aus-geglichenen ersten Halbzeit fanden die Deutschen besser ins Spiel, nach fünf Minuten war das Strohfeuer aber wieder erloschen. Island übernahm das Kommando und lag permanent vorne, mit einem Wurf in der letzten Sekunde rettete Marcel Engels der deutschen Auswahl beim 22:22 immerhin einen Punkt. Während die Abwehr recht ordentlich stand und Hausmann der überragende Defensivakteur war, lief bei den Deutschen im Angriff nichts zusammen. Anspiele fanden keine Adressaten, schwache Würfe stellten die Isländer Torhüter kaum vor Probleme. Dennoch trug Haus-mann, der in der A-Jugend der JSG Balingen-Weilstetten und beim HBW Balingen-Weilstetten 2 aktiv ist, zwei Tore von der rechten Außenbahn zum Remis bei.
Gegen Frankreich war der Druck bereits sehr hoch, eine Leistungssteigerung der gesamten Mannschaft sorgte allerdings für ein erfreuliches Ergebnis. Zwar haperte es im Angriffsspiel noch an einigen Stellen, die Abwehr immerhin stand stabil. Erneut erwies sich Hausmann als der Fels in der Brandung, von Petersen wurde er mit einem Sonderlob bedacht: „Jannik hat über 60 Minuten die rechte Seite zugemacht. Das war ungemein wichtig.“ Björn Kalenbach, sportlicher Leiter des HBW 2, hatte die Partie vom Freitag live in Bregenz verfolgt, und war von seinem Spieler begeistert: „Jannik hat souverän agiert und der gesamten Abwehr Sicherheit verliehen. An ihm haben sich die Franzosen die Zähne ausgebissen.“
Mit diesem Sieg schob sich die DHB-Auswahl in der Gruppe A auf den zweiten Platz hinter Schweden vor, das Frankreich (38:24) und Island (33:22) regelrecht abgewatscht hatte. Am Sonntagabend musste die Entscheidung um den Gruppensieg fallen. Da sich Island und Frankreich zuvor mit einem 28:28 Unentschieden getrennt hatten, standen sowohl Schweden als auch Deutschland als Teilnehmer der Zwischenrunde fest.
Die Skandinavier ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die stärkere Mannschaft sind. Sie gingen in Führung und bauten diese sukzessive auf den 29:20-Endstand aus. Sie profitierten vor allem von den Abspielfehlern und schlechten Würfen der Deutschen in der Offensive, die ihnen Dutzende Konter ermöglichten. „Die Schweden haben richtigen Männerhandball gespielt und waren einfach besser. Das muss man vorbehaltlos anerkennen“, räumte Pe-tersen ein. Ein ähnliches Statement gab auch Bundestrainer Martin Heuberger ab, der selbst vor Ort war: „Ich habe noch nie eine so ausgebuffte Jugendmannschaft ge-sehen. Alle Gegner, die ich hier beobachtet habe, können den Schwe-den nicht das Wasser reichen.“
Sollten sich die Worte Heubergers bewahrheiten, müssen Österreich und Weißrussland mit hohen Niederlagen gegen die Skandinavier rechnen. In diesem Falle würden Deutschland zwei Siege gegen die Mannschaften zum Weiterkommen reichen.
