„Wie jedes Jahr gigantisch“
Bang-Your-Head eint Fans über Herkunft, Alter und Beruf hinaus
Balingen, 14.07.2012 von Benno Schlagenhauf
Noch recht verhalten war das Publikum beim Startschuss für das 17. Bang-Your-Head-Festival. Die Grundstimmung reichte bei vielen, nach einer wohl kurzen Nacht auf dem Campingplatz, von müde bis hungrig.
„Das hält mich trotzdem nicht vom Partymachen ab“, erzählt Informatikstudent Fabian Hafner aus Karlsruhe, der zusammen mit einer 40-Personen-Gruppe zeltet.
So gab es vereinzelt schon bei den ersten Bands Luftgitarrensoli unter der Anhängerschaft. Spätestens am frühen Mittag nahm die Metal-Party dann Fahrt auf und die Menge vor der Bühne wurde aktiver. Die Fans klatschten nun begeistert mit und schüttelten ihre langen Mähnen im Rhythmus der harten Rock- und Metalklänge.
Schon auf dem Weg vom Campingplatz zum Festivalgelände wurde immer wieder der Twisted Sister-Klassiker „We're not gonna take it“ angestimmt und bald von allen Umstehenden mitgesungen. Dabei gibt es in diesem besonderen Chor keine Unterschiede, in Balingen sind alle eine große Metalgemeinde. „Hier gibt es wirklich alle Berufsgruppen – ich bin gespannt, ob ich auch dieses Jahr wieder den Pfarrer treffe. Die Stimmung ist so gigantisch wie jedes Jahr“, erzählt der Schömberger Mechaniker Volker Schnell, der das Festival schon von Beginn an besucht.
Auch Jugendliche zieht das Festival magisch an. Der 17-jährige Schüler Hans Schmiederer aus Heselwangen, ist zum ersten Mal dabei und hat dafür extra lange gespart. Sein Kumpel Robin Willkommen ist ebenfalls 17, war trotz seines jungen Alters aber schon sieben Mal beim Bang-Your-Head. „Anfangs haben mich immer meine Eltern mitgenommen.“
Allgemein sieht man auf dem Festivalgelände viele Familien mit kleinen, kopfhörergeschützten Kindern. Aber auch Platz für schräge Typen bietet sich in Balingen. So kamen Kevin und Paddy aus England in Frauenkleidern: „We're english, we're crazy“, erklärt Paddy, der vor allem die freundlichen deutschen Fans schätzt. Wie Rockstars aus den 80er- Jahren muteten die Glamrocker unter den Fans an, die durch ihr extravagantes Outfit und Make-up auffielen.
