Motivierte Mädels in neuer Mannschaft
INTERVIEW MIT DANIEL RITTER
Dotternhausen, 14.07.2012
Der Trend zu Spielgemeinschaften hält auch im Frauenfußball Einzug. Oft ist es Vereinen sonst zu riskant, eine Mannschaft zu melden. Die Bezirksligamannschaft SGM Leidringen/Isingen hat sich nach der vergangenen Saison aufgelöst. Der B-Juniorinnen-Trainer Daniel Ritter vom SV Dotternhausen hat nun in Zusammenarbeit mit Betreuern und Spielerinnen aus Leidringen die SGM Leidringen/Dotternhausen gegründet. Mit unserem Redaktionsmitglied Helen Weible sprach der ehemalige SVD-Vize-Vorsitzende über seine Idee, die Probleme mit der Trainersuche und die Entwicklungen im Frauenfußball.
Herr Ritter, für die anstehende Bezirksligasaison schicken Sie eine neue Frauenmannschaft ins Rennen – wie kam's dazu?
DANIEL RITTER: Im Mädchen- und Frauenfußball ist es von der Jugend zum Aktivenbereich nur ein kleiner Sprung. Während sich bei der U 15 und U 19 noch staffeln lässt, ist bei den Mädchen schon ab 16 Jahren, das heißt nach den B-Juniorinnen, Schluss. Für meine B-Juniorinnen wäre nun eine Lücke entstanden, die ich jetzt mit der Neugründung schließen konn-te. Zehn eigene Spielerinnen hatten mir zugesagt. Das waren mir aber zu wenig für ein Team. Nach dem Bruch zwischen Leidringen und Isingen habe ich mit Betreuerin Angelika Lehmann gesprochen, und wir haben uns geeinigt, unsere Spielerinnen zusammenzunehmen. Es sind dadurch zehn Spielerinnen dazugekommen, so dass wir einen Kader von rund 20 haben.
Wer trainiert die neu gegründete Mannschaft?
RITTER: Da die Spielerinnen aus Leidringen und Isingen schon zwei Jahre Ligaerfahrung mitbringen, können sie die B-Juniorinnen von uns mitziehen. Bis jetzt habe ich aber leider noch keinen Trainer beziehungsweise Trainerin gefunden. Es ist ein recht junger Kader, die älteste ist 26 Jahre, die jüngste Jahrgang 1996. In ihnen steckt viel Potenzial, es ist eine aufgeweckte Truppe. Es wäre schade, wenn dies wieder unter fehlendem Betreuerstab leiden würde. In den nächsten vier Wochen, bevor es mit der Vorbereitung losgeht, hoffe ich, einen Trainer gefunden zu haben. Angelika Lehmann wird sich als Spielleiterin engagieren.
Ihr Herzblut steckt im Mädchen- und Frauenfußball – welche Erfahrung haben Sie noch als Vereinsvorstand gemacht?
RITTER: Ich hatte vor drei Jahren von vielen Seiten gehört, dass Interesse am Mädchenfußball bestehe. So habe ich einen Infotag organisiert, bei dem die Resonanz groß war. 30 Mädchen waren da. Infolge habe ich damals die C-Juniorinnen gegründet. Jahr für Jahr kamen dann eine D- und B-Mädchenmannschaft dazu. Ich bin zu einem inoffiziellen Jugendleiter der Mädchen geworden.
Wo wird trainiert?
RITTER: Hier haben wir vereinbart, dass wir pro Rundenhälfte einmal in Dotternhausen und dann wieder in Leidringen trainieren wollen. Die 50:50-Lösung kommt beiden Partnern entgegen.
Wann startet die Runde?
RITTER: Los geht's erst am 15. September. Das ist mein großer Vorteil, ich habe so noch Zeit, um mich nach Trainern umzuschauen. Coaches für Frauenmannschaften sind leider rar gesät.
