Kassensturz bereitet Freude

Im Verwaltungshaushalt hat es kräftig geklingelt – „Nicht übermütig werden“

Kassensturz bereitet Freude

Straßberg, 03.07.2012 von Volker Schweizer

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Die Jahresrechnung 2011 fiel wider Erwarten besser aus als geplant. Diese erfreuliche Mitteilung machte Bürgermeister Manfred Bopp in der jüngsten Sitzung des Straßberger Gemeinderates.

Er sprach von einem zufriedenstellenden Jahr, und auch Kämmerin Jutta Seßler, die das Zahlenwerk vorstellte, war die Freude über das Ergebnis des Kassensturzes anzumerken. Gleichwohl warnten beide davor, jetzt nicht übermütig zu werden.

Vor allem auf ihr sattes Finanzpolster sind die Straßberger stolz. Die Rücklage musste nicht abspecken. Ganz im Gegenteil. Ursprünglich war eine Entnahme von 425 654 Euro vorgesehen. Nun werden 374 775 Euro zugeführt.

2010 sei ein wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise schwieriges Jahr gewesen, begründete der Bürgermeister die „äußerst vorsichtige Schätzung für 2011“. In den vergangenen drei Jahren habe die Gemeinde immer Geld benötigt, um den Haushalt ausgleichen zu können.

Zwischenzeitlich hat die Konjunktur deutlich angezogen. In Straßberg macht sich dies vor allem im Verwaltungshaushalt, der um 690 000 Euro auf über fünf Millionen Euro angewachsen ist, bemerkbar. Von 12 446 Euro auf beachtliche 719 300 Euro stieg die Zuführungsrate. Die Mehreinnahmen resultieren aus Zuwächsen beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, Schlüsselzuweisungen sowie Gebühren und Einnahmen aus Verkauf, Mieten und Pachten. Vor allem der Wald ließ die Kasse klingeln. Über 100 000 Euro wurden eingenommen. Und auch die Gewerbesteuer ist nicht zu vernachlässigen. 75000 Euro waren einkalkuliert, knapp über 378 000 Euro wurden eingenommen. Dass unterm Strich nur 55 000 Euro bei der Gemeinde hängen bleiben, fand Manfred Bopp bedauerlich und schade.

Geld im Hau-Ruck-Verfahren ausgeben, das war noch nie der Politikstil des Bürgermeisters. Auch nicht nach diesen sprudelnden Mehreinnahmen. Die demografische Entwicklung stelle eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, betonte er. Und auch die Schuldenkrise im Euro-Raum seit bei weitem noch nicht überwunden. Es gelte also weiterhin, die Ausgaben zu überprüfen, um Kreditaufnahmen zu vermeiden.

Nach wie vor ist Straßberg schuldenfrei. Die Rücklagen belaufen sich auf über eineinhalb Millionen Euro. In den 1990er-Jahren musste die Gemeinde noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von über 800 Euro ausweisen.

Gemeinderat Helmut Hartmann sprach von einem „tollen Ergebnis“, Straßberg sei gewappnet für sinnvolle Investitionen, die allen Bürgern wieder zugute kommen würden.

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