Jugendzeltlager wird evakuiert

Unwettersturm fegt über Balingen, Schlichemtal und den Heuberg - Eine Verletzte

  Unwettersturm fegt über Balingen, Schlichemtal und den Heuberg - Eine Verletzte

Zollernalbkreis, 02.07.2012 von Rosalinde Conzelmann

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Das Unwetter am Samstagabend mit Orkanböen und heftigen Hagel- und Regengüssen hat im Landkreis vor allem Balingen, das Schlichemtal und den Großen Heuberg heimgesucht.

Am schlimmsten hat es die Weilstetter getroffen, die am Wochenende ihren Ceceba-Cup mit 125 Mannschaften durchführten und ein Zeltlager für die Kinder und Jugendlichen aufgebaut hatten. Gegen 20 Uhr ging der Gewittersturm über dem Platz nieder und die rund 250 Kinder und Jugendlichen flüchteten vor dem Unwetter. Die im Dienst befindlichen DRK-Helfer aus Weilstetten forderten Unterstützung an und aktivierten ihren Notfallplan. Die Feuerwehr und das THW rückte mit an. Das Rote Kreuz behandelte vor Ort 15 Kinder und Jugendliche wegen Unterkühlungen und leichten Verletzungen. Ein 15-jähriges Mädchen aus dem Kreis Sigmaringen wurde wegen einer Kopfverletzung in die Klinik verbracht, weil es von einer Zeltstange getroffen worden war.

Die nahe gelegene Schule wurde kurzerhand nach Rücksprache mit Ortsvorsteher Kurt Haigis zur Aufnahmestelle umfunktioniert. Dort wurden Kinder samt Betreuer wieder zusammengebracht und später geschlossen in die Klassenzimmer überführt. Diese waren in der Zwischenzeit vom THW mit Feldbetten und Decken ausgestattet worden.

Den Einsatz leitete Kreisbereitschaftsleiter Dietmar Dieter im Zusammenwirken mit weiteren Führungskräften und der Bereitschaftsleitung Weilstetten. „Nachdem eine weitere Unwetterwarnung vorlag, sperrte die Ortspolizeibehörde den Zeltplatz und veranlasste, dass alle Camper die Schule zu benutzen haben“, so Dieter.

Auf der DRK-Leitstelle gingen in der Sturmnacht über 300 Anrufe ein, so dass kurzfristig die Mitarbeiterzahl verstärkt wurde. Laut dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Joachim Rebholz hatte die Balinger Wehr eine Vielzahl von Einsätzen zu bewältigen, da Keller überflutet und Bäume auf die Straße gestützt waren. In einem Gebäude in der Richthoferstraße schlug ein so genannter kalter Blitz ein. Laut Rebholz wurden dabei alle Steckdosen aus ihren Halterungen gerissen.

Die Samstagabendvorstellung des Zirkus Busch auf dem Balinger Messegelände fiel buchstäblich ins Wasser. Die Jongleure hatten gerade angefangen, als der starke Regen einsetzte und die Manege innerhalb von Sekunden überflutet war. „Wir standen knöcheltief im Wasser“, berichtet Tourneeleiter Reto Hütter von der Sturmnacht. Sie hätten sich deshalb dazu entschlossen, das Zelt zu evakuieren. „Es lief alles ohne Panik ab“, so Hütter. Das Vorzelt musste abgebaut werden, weil der Sturm einen tiefen Riss in die Plane gerissen hatte. Die Tiere seien ruhig geblieben. „In den Stallungen ist nichts passiert“, so Hütter, der eine solche Gewalt bislang noch nie erlebt hat. Alle hätten die Nacht durchgearbeitet, damit am Sonntag die beiden Vorstellungen stattfinden konnten.

Auch im Schlichemtal und auf dem Heuberg tobte der Gewittersturm mit großer Macht. In Ratshausen, Hausen am Tann und Weilen unter den Rinnen prasselten fingerkuppengroße Hagelkörner auf die Straßen und Gebäude nieder. Heiko Lebherz, Bürgermeister von Ratshausen und Hausen, hatte die Sturmwarnungen im Vorfeld ernst genommen und die Wehren vorab informiert. „Es gab in Ratshausen vier Einsatzstellen wegen Hochwasser, in Hausen am Tann musste die Wehr sieben Mal ausrücken“, so Lebherz, der von einem glimpflichen Ausgang sprach. „Es war Gott sei Dank nicht so schlimm wie vor zwei Jahren“, meinte der stellvertretende DRK-Bereitschaftsleiter, der in der Sturmnacht in Weilstetten im Einsatz war.

In Straßberg gerieten Hecken zwischen zwei Häusern in Brand. Sie wurden von der Feuerwehr gelöscht. Der Sturm löste auch mehrere Brandmeldeanlagen aus, die von den Wehren überprüft werden mussten, stundenweise waren auch die Telefon- und Internetverbindungen lahm gelegt.

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