Aus für drei Tailfinger Kindergärten
Bau moderner Kita: Auf Winkel, Ammerstraße und Gärtnerstraße werden geschlossen
Albstadt-Ebingen, 29.06.2012 von Holger Much
Der mehrheitliche Beschluss des Albstädter Gemeinderates gestern Abend bedeutet das Aus für drei langjährige Kindergärten oder „Kitas“, wie es heute heißt, eröffnet aber auch zukunftsweisende Chancen:
Die sanierungsbedürftigen Kitas Auf Winkel, Ammerstraße – beide im Tailfinger Wohngebiet Langenwand –, sowie die Kita Gärtnerstraße auf Stiegel werden geschlossen. Dafür wird auf Langenwand, gleich bei der dortigen Grundschule, ein neuer, den modernen Erfordernissen angepasster Kitakomplex entstehen.
Der Bau der neuen, in effizienter Nähe zu Grundschule, Hallenbad oder Landessportschule gelegenen großen Kita kostet insgesamt rund 3,2 Millionen Euro, von denen, nach erwarteten Zuschüssen, die Stadt rund 2, 4 Millionen selbst tragen müsste. Im Vergleich: Die Sanierung der Kitas Auf Winkel und in der Ammerstraße zuzüglich eines Neubaus der Kita Gärtnerstraße würde 2,7 Millionen Euro kosten. Mit dem nun gewählten, einschneidenden Weg werden sogar rund 300 000 Euro gespart. Gewonnen hingegen werde laut Bürgermeister Reger ein attraktiver Kindergarten, der den Anforderungen der Zeit und dem Bedarf der Eltern Rechnung trägt. Verlässliche Öffnungszeiten und Mittagsverpflegung seien hier kein Problem, die Nähe zur Schule lasse Synergieeffekte entstehen.
Personell ändere sich nichts, die Belegschaften der drei zu schließenden Kindergärten würden dann in der neuen Kita arbeiten. Für die U-3-Betreuung müssten sogar zusätzliche Kräfte eingestellt werden. Im Juni/Juli 2013 soll Baubeginn sein, die Bauzeit beträgt vermutete eineinhalb Jahre.
Lambert Maute (CDU) und Manuela Heider (Freie Wähler) begrüßten diesen Schritt als sinnvoll. Markus Dapp skizzierte die geteilten Meinungen in der SPD-Fraktion, die der Vorlage mehrheitlich zustimmte. Er betonte, dass solch ein Großprojekt mit besonderer architektonischer Sorgfalt angegangen werden müsse, um eben keinen unpersönlichen „Mammutkindergarten“ zu schaffen, wie es SPD-Stadtrat Martin Frohme umschrieb, dem kein Aspekt dieser Planung schmeckte.
Susanne Feil von den Grünen fühlte „Freude über das Konzept“, auch Christiane Kasprik äußerte sich positiv und Philipp Kalenbach fasste den Standpunkt der FDP-Fraktion eher verhalten positiv dar. Der Gemeinderat stimmte mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung für die Konzeption.
In die Jahre gekommene Kindergärten: Sanierung würde zu viel kosten
Flächendeckend: In insgesamt 27 Kindertageseinrichtungen werden in Albstadt momentan rund 1 300 Kinder betreut. Viele der Einrichtungen stammen aus den 60er- und 70er- Jahren. Die Stadt stellt neun, die Kirchen 16 Kindertageseinrichtungen (12 evangelisch, vier katholisch). Hinzu kommen ein Waldorf- und ein KBF-Kindergarten.
Angejahrt: Viele der Einrichtungen sind „in die Jahre gekommen“, weisen laut Verwaltung bauliche, energetische und organisatorische Mängel auf und können neuen Anforderungen im Hinblick auf die steigende Nachfrage von U-3-Plätzen nicht mehr gerecht werden.
Teure Sanierung: Die Sanierung der Kita Gärtner- straße würde 1 100 000 Euro kosten, ein in Betracht gezogener Neubau auf Stiegel würde mit knapp 2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Auf Winkel würde 250 000 Euro, die Kita Ammerstraße 500 000 Euro kosten. U-3-Gruppen könnten nur in der Gärtnerstraße entstehen.
Mehr Plätze: In der neuen zentralen Kita sollen 4 x 25 Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ), 2 x 20 Plätze mit Ganztagesplätzen (GT) und 2 x 10 Plätze für Kinder ab 1. Jahr Krippe (U3) entstehen. Insgesamt entstehen also 160 Plätze – die drei zu schließenden Kitas bieten gemeinsam bisher 139 Plätze. Gärtnerstr. 67, Ammerstr. 50 und Auf Winkel 22 Plätze.
