Sprengplatz: Gemeinderat bleibt wortlos

Gemeinderat nimmt Entscheidung kommentarlos zur Kenntnis – Teilerfolg: Forderungen aufgenommen

Sprengplatz: Gemeinderat bleibt wortlos

Albstadt-Ebingen, 29.06.2012 von Holger Much

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Das RP Tübingen gibt grünes Licht für den Bau des Sprengplatzes. Wenigstens einige kleine Teilerfolge verbucht die Stadt Albstadt für sich. Gestern wurde das Thema im Gemeinderat bekannt gegeben.

Die Meinung des Tübinger Regierungspräsidiums ist unmissverständlich: Das Bauvorhaben entspreche den notwendigen Voraussetzungen, das planungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme gegenüber Albstadt sei beachtet. Das Verfahren könne abgeschlossen werden. Kurz: Der Sprengplatz beim Spitalwäldle darf weiter gebaut werden.

Vermutlich im September, informierte uns Oberstleutnant Udo Eckbrett, sollen die aufgrund des Gerichtsverfahrens seit Mitte 2009 ruhenden Bauarbeiten wieder aufgenommen werden.

Die Frage, die in der März-Sitzung des Albstädter Gemeinderates bereits für erregte Gemüter sorgte, ist laut Baubürgermeister Udo Hollauer immer noch unklar: Hätte Albstadt das gemeindliche Einvernehmen bekunden müssen oder nur eine Stellungnahme abgeben? Eine Frage, deren Beantwortung nach der mündlichen Nachfrage beim RP jedoch so oder so Makulatur ist, da dort klar zum Ausdruck gebracht wurde, dass es keinen Aufschub mehr gäbe: Nach dem 31. Mai gibt es keine Fristverlängerung.

Immerhin einige kleine Teilerfolge hat die Stadt erreicht: Ihre Forderungen sind als Auflagen aufgenommen worden. Das heißt: Keine offenen Sprengungen bei Nacht. Nutzung der Anlage nur durch Bundeswehr, Polizei, THW und DRK, nicht aber durch Rüstungsfirmen oder andere Unternehmen. Es werden Ausgleichsmaßnahmen zum Naturschutz durchgeführt und zum Schutz des Grundwassers wird der Bau der Drainage überwacht. „Mehr“, sagt Bürgermeister Udo Hollauer, „war von Seiten der Wehrbereichsverwaltung nicht drin.“Wer nun noch klagen möchte, kann dies als Privatmann tun.

Bürgermeister Hollauer gab den Sachstand gestern Abend auch im Gemeinderat bekannt. Nach wie vor, so Hollauer, gelte, dass die Stadt nicht ausreichend informiert worden sei. Dies hatte für Unmut und stetes Bemühen um Einblicke in die entsprechenden Unterlagen gesorgt. Hollauers Fazit, nachdem nun feststeht, dass weitergebaut wird: Wir haben das rechtlich Sinnvolle von unserer Seite ausgeschöpft.“ Der Gemeinderat nahm die Information zur Kenntnis. Wortmeldungen gab es hierzu nicht.

Ausbildungs- und Übungszentrum für Kampfmittelabwehr

Sprengplatz: Was soll auf dem Sprengplatz beim Spitalwäldle genau passieren? Die Soldaten des in Stetten a.k.M. ansässigen Zentrums für Kampfmittelbeseitigung, das nach der Reform nun „Ausbildungs- und Übungszentrum für Kampfmittelabwehr“ heißt, sollen hier lernen, wie man scharfe Munition oder Blindgänger entschärft und unschädlich macht. Der Neubau sorgte für geteilte Meinungen: Die Stadt Albstadt hatte gegen den Bau einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt, forderte mehr Information. Das Aktionsbündnis „Freier Heuberg“ protestiert gegen den Bau.

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