Leserbrief

Großer Trost in der Trauer durch den Arzt und drei junge Schwestern

28.06.2012

Der Leserbrief „Wo bleibt die Menschlichkeit“? gab mir heute den Anstoß, über meine Erlebnisse mit den Angestellten im Hechinger Krankenhaus zu berichten. Meine liebe Frau war schon lange sehr krank und wurde wegen erforderlicher Infusionen für die Dauer von sieben Tagen dorthin überwiesen. Leider aber war der Personalmangel in dem Haus damals, Mitte Dezember 2011, so gravierend, dass mir eine Schwester, die offenbar total überfordert war, kurz angebunden eröffnete, ich müsse meiner Frau selber ihre Mahlzeiten reichen, wenn das erforderlich sei, das Krankenhaus habe für so was kein Personal! Da ich in Rosenfeld wohne, bedeutete das für mich, dreimal täglich nach Hechingen zu fahren. Das liegt zwar nicht gar so weit entfernt von Rosenfeld, aber allein die Fahrzeiten summierten sich halt auf drei Stunden täglich und ich war natürlich recht unzufrieden mit dieser Regelung.

Darum war ich regelrecht erschrocken, als ich kurze Zeit später vom Pflegeheim, in dem meine Frau damals lebte, erfuhr, dass sie überraschend wieder in das gleiche Krankenhaus überwiesen werden musste. Inzwischen war ihr Gesundheitszustand schon sehr schlecht geworden und man musste mit dem Schlimmsten rechnen. Ich fuhr natürlich sofort dorthin und erhielt meine Befürchtungen leider durch die Ärzte und Schwestern bestätigt. Aber jeder nahm sich die Zeit mir alles so schonend wie möglich zu erklären. Von der Hektik, die mich beim vorigen Mal so gestört hatte, war jetzt nichts zu spüren. Sowohl meiner Frau, aber auch mir gegenüber, verhielten sich die Angestellten so liebevoll, wie ich es absolut nicht erwartet hätte. Immer wieder kontrollierte jemand, ob sie auch bequem liege, ob es an nichts fehle und sagte mir, ich solle ungeniert von der Möglichkeit Gebrauch machen, sofort zu rufen, wenn ich eine Frage hätte. Und all das mit einer Liebe, die von keinerlei Hektik oder kühler Professionalität getrübt war. Als dann nach kurzer Zeit meine liebe Frau von ihren Leiden erlöst wurde, erfuhr ich, besonders von den drei jungen Schwestern, aber auch von dem Arzt, die an diesem Morgen dort Dienst hatten, ein solch liebenswertes Entgegenkommen, dass ich das in meiner Trauer als großen Trost empfand.

Es freut mich, dass ich durch die heutige Gelegenheit den Antrieb erhielt, diesen Menschen nochmals ganz herzlich zu danken.

Hans Mendgen
Wacholderweg 7,
Rosenfeld