Meßstetten schafft viel Platz
Das über viereinhalb Hektar große Gelände hinter Aldi soll Gewerbegebiet werden
Messstetten, 28.06.2012 von Volker Schweizer
Außer einem Mischgebiet, wo sich ein Hersteller von Naturkosmetikprodukten niederlassen wollte (wir berichteten), verfügt die Stadt aktuell über keine Gewerbeflächen mehr. Damit sich dies in absehbarer Zeit ändert, wird auf der Basis des von Planer Hubert Wesner ausgearbeiteten Entwurfs die Planung vorangetrieben. In Meßstetten ist es üblich, dass hierfür eine Arbeitsgruppe gebildet wird. In dieser arbeiten Andreas Weißmann und Jürgen Clesle (Freie Wählervereinigung), Elke Beuttler und Jens Koch (CDU) sowie Alfred Reck für die U.L.M. und die FDP mit. Das Büro Dr. Grossmann aus Balingen soll sich um die Umweltplanung kümmern. Nächster Schritt ist dann die Anhörung der Fachbehörden.
Das neue Gewerbegebiet auf einer Fläche von rund 4,51 Hektar setzt die bestehende gewerbliche Bebauung in westlicher Richtung fort und schließt sich unmittelbar an das Sonder- und Mischgebiet „Am Hartheimer Weg“ an, in dem der Aldi-Verbrauchermarkt seinen Sitz hat. Innerhalb des Areals gibt es drei besonders geschützte Biotope, die im Rahmen der Grünplanung kompensiert werden müssen. Zudem befindet sich die gesamte Fläche im Bereich der Wasserschutzzone III. Im Flächennutzungsplan ist nur eines der beiden dortigen Gewanne als mögliches Gewerbegebiet ausgewiesen. Deshalb ist parallel ein Änderungsverfahren des Flächennutzungsplanes durchzuführen. „Es wäre natürlich schön, wenn große Firmen kommen würden“, meinte Hubert Wesner in der jüngsten Sitzung. Er ging aber davon aus, dass sich vor allem kleinere und mittlere Betriebe niederlassen.
Um das Gebiet an die Landesstraße 433 anzubinden, sieht seine Planung auf Höhe der Einmündung der Sanettastraße einen Kreisverkehrsplatz vor. Damit werde es möglich, die bisherige unbefriedigende Situation des Abbiegeverkehrs zur Sanettastraße wesentlich zu verbessern und insgesamt eine sichere und leistungsfähige Anbindung zu beiden Straßeneinmündungen zu erreichen. Im Gewerbegebiet selber will Wesner sechs Meter breite Straßen, einseitige Gehwege und maximal zweigeschossige Gebäude mit Flach-, Pult- und Satteldächern. CDU-Fraktionsvorsitzender Alfred Fauser schlug vor, die Bauherren zu verpflichten, ihre Dächer zu begrünen. Ein Kreisverkehr habe Charme, meinte Bürgermeister Lothar Mennig, allerdings sei der Bau auch mit hohen Kosten verbunden. Er bezifferte die Gesamtsumme auf bis zu 250 000 Euro. Ob er wirklich kommt, ist ohnehin fraglich. „Ein Kreisverkehr beim Aldi wurde nicht genehmigt“, erinnerte der Rathaus-Chef.
