Standortfrage ist entschieden
Pumpspeicherkraftwerk: Zur „Schildhalde“ wird der „Heimberg II“ hinzugenommen
Messstetten, 23.06.2012 von Volker Schweizer
Marc Peter (Freie Wählervereinigung) war es in der gestrigen Sitzung wichtig, dass die Unterschiede zwischen „Heimberg I“ – diesen Standort hatte der Gemeinderat im Mai abgelehnt – und „Heimberg II“ klar herausgestellt werden. Und auf Vorschlag seines Fraktionskollegen Harald Eppler findet in Hossingen in nächster Zeit eine Bürgerversammlung statt.
Ursprünglich wollten die Meßstetter nur ein Oberbecken auf der „Schildhalde“ auf Gemarkung Hossingen. Dieser Standort hätte ein Unterbecken im „Brunnental“ auf Gemarkung Albstadt zur Folge. Dieses Unterbecken würde direkt durch den Hossinger Traufgang, die Hossinger Leiter, gehen, was den Albstädtern gar nicht gefällt. Sie suchten daraufhin das Gespräch mit Bürgermeister Lothar Mennig und Vertretern aus Gemeinde- und Ortschaftsräten. Dabei kamen zwei Alternativen, die ein Unterbecken im „Zerrenstalltal“ westlich von Laufen zum Ziel haben, ins Spiel: „Heimberg II“ und „Schroten“ (wir berichteten).
Wenn es nach der Wirtschaftlichkeit gehen würde, müsste man den Standort „Schroten“ vorziehen, meinte Richard Götz (Freie Wählervereinigung) in der gestrigen Sitzung. Tieringen sei ein Tourismusschwerpunkt, entgegnete der Bürgermeister, dort wolle die Stadt Meßstetten ihre Bemühungen eher intensivieren. Generell hegte Lothar Mennig Zweifel, ob sich überhaupt ein Investor für so ein über 300 Millionen Euro teures Projekt finden lässt.
Während sich die Freie Wählervereinigung für die„Schildhalde“ und den „Heimberg II“ aussprach, gab es in der CDU keine „einheitliche Meinung“. Fraktionsvorsitzender Alfred Fauser betonte aber, dass die Energiewende forciert werden müsse. Die ?„Schildhalde“ habe erste Priorität. Wenn dieser Standort aber nicht funktioniere, seien zur Not auch Opfer zu erbringen. Im Standort „Heimberg II“ sah er keine Nachtteile. Er liege weit weg von Tieringen. Vom See könnten, was den Tourismus betreffe, sogar positive Impulse ausgehen.
Die Frage von Alfred Reck (U.L.M.), ob man die Bedenken der Ortschaftsräte aus Tieringen und Hossingen habe ausräumen können, verneinte der Bürgermeister. Harald Eppler legte aber großen Wert auf die Feststellung, dass sich auch das Hossinger Gremium gegenüber regenerativen Energien offen zeige. Allerdings kritisierte er die „fehlende Grundausstattung“ an Informationen.
„Es gibt keine wesentlich neuen Erkenntnisse“, weshalb Marc Peter die nochmalige Beratung nicht nachvollziehen konnte. Sein Tieringer Kollege Volker Merz und Jürgen Clesle hielten es für durchaus denkbar, den Wanderweg im „Brunnental“ zu verlegen. Seine ablehnende Haltung begründete Jens Koch mit dem hohen Landschaftsverbrauch. Elke Beuttler erinnerte an die Folgen der Bundeswehr-Reform: „Wenn wir den Tourismus ausbauen wollen, dann passt das nicht zur Konversion.“
Die Abstimmung brachte mit 19 Ja- und fünf Gegenstimmen eine breite Mehrheit für die „Schildhalde“ und den „Heimberg II“. Der „Heimberg II“ rückt näher an die Traufkante in Richtung Tobeltal/Höllwald. Damit kann der gegenüber der Variante „Heimberg I“ massiv wirkende Damm in Blickrichtung Hossingen deutlich kaschiert werden.
In Albstadt wurde die Pumpspeicher-Diskussion in der Mai-Sitzung vertagt. Der Beschluss steht also noch aus. Eile ist nicht mehr geboten, denn laut Mennig will der Regionalverband Neckar-Alb nun erst im Juli eine Antwort auf die Standortfrage.
