Ganz im Zeichen der Retter
Rosenfeld Wehr feiert 150. Geburtstag: Nachwuchs und neue Mitglieder gesucht
Rosenfeld, 18.06.2012 von Rosalinde Conzelmann
Das umfangreiche Programm beim Feuerwehrfest war kaum zu toppen. Hunderte Besucher waren gestern auf das Festgelände gepilgert, um die historischen Löschfahrzeuge bei der Oldtimer-Ausstellung zu bestaunen, verschiedenen Schauübungen zu folgen und sich bei erst volkstümlicher, später rockiger Musik bewirten zu lassen. Auch die kleinen Gäste kamen nicht zu kurz: In der Mitmachecke konnten sie an hydraulischem Gerät und am Feuerwehrschlauch üben.
Dass alles so einwandfrei funktionierte, ist vor allem den Organisatoren und den vielen fleißigen Helfern zu verdanken. Federführend wirkten dabei „Uschi-“ und Getränkewart Mike Ludwig, der für die Oldtimerausstellung verantwortlich zeichnete, sowie Marcus Bitzer, Gerätewart und PR-Verantwortlicher.
„Mit etwa 20 Anmeldungen für das Oldtimer-Treffen haben wir gerechnet“, verrät Mike Ludwig, „am Ende waren es über 40.“ Zwar kamen kurzfristig einige Absagen wegen technischer Defekte, aber mit mehr als 35 ausgestellten Fahrzeugen seien die Erwartungen weit übertroffen worden, so Ludwig. Die Fahrzeuge legten zum Teil beträchtliche Strecken zu den Treffen zurück, kamen aus der Heilbronner Ecke ebenso wie aus der Schweiz. Einige davon sind fahrtüchtig und sogar einsatzbereit, wie beispielsweise ein Fahrzeug aus Möhringen mit Baujahr 1963, andere werden mit dem Tieflader gebracht, weil sie sich für längere Fahrten nicht mehr eignen oder ein Sicherheitsrisiko für die Fahrer darstellen, so wie der kleine Fiat 500.
Am Sonntagmorgen wurde im Gerätehaus gemeinsam gefrühstückt. Die Verantwortlichen lobten die Kameradschaft und den freundlichen Umgang der Feuerwehrleute insgesamt. „Vor allem beim Woodpeckers-Konzert am Samstagabend hätten wir uns die Security sparen können“, resümiert Marcus Bitzer. Dort hätten allenfalls ein paar mehr Besucher kommen können, aber die Band hat gerockt und die Stimmung war super, das sei schließlich sei Hauptsache.
Der Sonntag startete mit einem Festakt, bei dem die Freiwillige Feuerwehr Rosenfeld mit Reden und Dank bedacht wurde. Abteilungskommandant Gerd Ziegler gab in seiner Rede einen kurzen historischen Abriss über die Entwicklung des Feuerwehrwesens in den vergangenen 150 Jahren. Auch Bürgermeister Thomas Miller, Stadtbrandmeister Fritz-Walter Stoll und Gerd Vöhringer, der stellvertretend für alle Rosenfelder Abteilungen eintrat, würdigten die Arbeit der Rosenfelder Feuerwehr. Als Zeichen der Anerkennung bekam Gerd Ziegler eine hölzerne Uhr überreicht, die die Wappen aller Stadtteile trägt und einen Ehrenplatz im Mannschaftsheim bekommen wird.
Im Anschluss waren Jung und Alt beim Frühschoppen zum fröhlichen Beisammensein eingeladen, bevor nachmittags ein buntes Programm startete: Bei den historischen Löschübungen gewannen die Besucher einen Eindruck, wie die Löschung eines Feuers vor etwa hundert Jahren vonstatten ging: Mit Fuhrwerk und Handpumpe war vor allem die Muskelkraft der Feuerwehrmänner gefragt. Die technische Hilfeübung führte im krassen Gegensatz dazu vor Augen, wie mit der ausgereiften Technik von heute beispielsweise verunglückte Menschen aus demolierten Fahrzeugen befreit werden können. Hydraulische Spreizer, elektrische Kunststoffscheren und allerhand anderes Werkzeug kommt dabei zum Einsatz und ersetzt trotzdem nicht die Hilfsbereitschaft und den Mut der Feuerwehrleute.
Marcus Traub, stellvertretender Abteilungskommandant, betonte in seiner Moderation des öfteren, dass für die künftige Sicherung dieser schnellen Hilfe noch Mitglieder und vor allem Nachwuchs dringend benötigt werden. Ab Herbst ist eine Kinderfeuerwehr geplant, zu der man Kinder ab sechs Jahren ab sofort anmelden könne. Ihr Können zeigten die Männer auch bei einer Löschübung an einem Brandhaus. Hier wurde ein Fettbrand verursacht und absichtlich mit Wasser gelöscht, um den Besuchern zu demonstrieren, welche verheerenden Folgen das haben kann: die darauf folgende Explosion setzte die Holzhütte in Brand.
Die Kombo um den jungen Rosenfelder Musiker Thomas Otto ließ den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen mit sanfter Rockmusik ausklingen.
