Mountainbiker Aaron Beck arbeitet hart für seinen Erfolg

Mountainbiker Aaron Beck arbeitet hart für seinen Erfolg

Albstadt-Ebingen, 16.06.2012 von Reinhard Linder

Anzeige
Aaron Beck ist eines der Aushängeschilder des Gonso-Rawoflex-Teams der RSG Zollern-alb. Der 19-jährige Albstädter zählt in der Altersklasse U 23 zur nationalen Mountainbike-Elite.

Aufgegangen ist Becks Stern vor ziemlich genau einem Jahr. Keiner hatte den Lokalmatador im Vorfeld auf der Rechnung gehabt, als er völlig überraschend bei den deutschen Cross-Country-Meisterschaften der U 19 im Truchtelfinger Bullentäle den dritten Platz holte – und gehört seither zur deutschen Spitze. „Wenn man einmal vorne mit dabei ist, wird ein Schalter im Kopf umgelegt“, begründet der Späteinsteiger, der?das Mountainbiken erst seit drei Jahren ernsthaft betreibt, seinen kometenhaften Aufstieg.

Mit seiner Bronzemedaille löste er das Ticket für die Europameisterschaften in der Schweiz und weitere internationale Wettbewerbe. Diese und das Training mit dem Nationalkader hätten ihn vorwärts gebracht, blickt er auf die turbulenten Wochen und Monate zurück, die seinem Coup in der Heimat folgten: „Ich habe viel an Erfahrung gewonnen. Davon profitiere ich.“

Derzeit gehört der Ebinger, der demnächst seine Ausbildung bei der Straßenmeisterei abschließt und danach möglicherweise wieder die Schulbank drückt, dem württembergischen Landeskader an. Sein mittelfristiges Ziel ist die Aufnahme in die U 23-National-mannschaft, in der momentan die älteren Fahrer den Ton angeben. „Weit bin ich nicht weg“, schätzt der 19-Jährige, bereits ein Top-15-Ergebnis bei einem Bundesliga-Rennen könnte für die Berufung reichen.

Beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen sprang für ihn Platz 23 heraus, in Heubach verbesserte er sich auf Rang 17. Drei Wettbewerbe stehen noch aus in dieser Saison, darunter sein Heimrennen am 2. September im Rahmen der Gonso-Classic im Bullentäle. „Falls das Wetter mitmacht, rechne ich mir auf meiner Hausstrecke schon einen Vorteil aus“, gibt Beck sich im Hinblick auf das Rennen zuversichtlich.

Ein weiterer Höhepunkt in dieser Saison ist die deutsche U 23-Meisterschaft am 8. Juli in Bad Säckingen. Die Strecke hat Beck bereits begutachtet, begeistert war er nicht. „Sie ist technisch sehr anspruchsvoll, aber relativ flach. Da wird es schwer, einen Rhythmus zu finden“, gibt er sich skeptisch. Wenigstens hat er in der kommenden Woche noch einmal die Gelegenheit, sie bei einem Lehrgang des württembergischen Kaders besser kennen zu lernen: „Vielleicht bringt das was.“ Auf jeden Fall werde er bei diesem wichtigen Rennen sein Bestes geben und versuchen, zu den 15 schnellsten Fahrern zu gehören.

Neben seiner Spezialdisziplin Cross-Country pflegt er zu Trainingszwecken auch andere Wettkampfformen – durchaus mit Erfolg. Den MTB-Kurzmarathon in Singen hat er ebenso gewonnen wie vor vier Wochen die Volksbank Tailfingen Zollernalbtour gegen eine wirklich starke Konkurrenz. „Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt“, meint Beck im Nachhinein zu seiner Premiere auf dem Rennrad. Einen Wechsel auf die Straße kann er sich allerdings nicht vorstellen: „Das ist nicht meine Welt. Technisch anspruchsvolle Abfahrten sollten schon dabei sein.“ Dabei machte er sowohl auf dem rasanten Rundkurs als auch beim Zeitfahren eine gute Figur, das abschließende Bergrennen gewann Beck sogar mit großem Vorsprung. „Auf dieser Etappe hatte ich als Mountainbiker Vorteile. Außerdem hat meine Form gestimmt“, lautete sein Fazit. Wie gut er drauf ist, hat er erst am vergangenen Wochenende wieder einmal bewiesen. Bei den MTB-Bezirksmeisterschaften in Frohn-stetten hängte er in der letzten Runde keinen Geringeren als Marcel Reiser ab und gewann souverän.

Für den Erfolg muss Aaron Beck hart arbeiten, täglich spult er seine Kilometer herunter. Am liebsten im Gelände, bei schlechtem Wetter aber zu Hause auf der Rolle, was in diesem Jahr öfter der Fall ist. „Wenn es regnet, muss?ich mich überwinden alleine raus zu gehen“, gibt er zu. Zum Glück gebe es die festen Termine bei?der RSG Zollernalb: „Das Training in der Gruppe bringt mehr Motivation.“