Maute sehr zufrieden
Kunstrad: Besonders Anna Boss überzeugt den Trainer
Albstadt-Ebingen, 09.06.2012 von Reinhard Linder
Max Maute holte den 41. nationalen Titel für den weltweit erfolgreichsten Kunstradverein, Niklas Schweiger und Anna Boss gewannen jeweils Silber. „Es ist toll, dass die drei zum Ende ihrer Schülerzeit Medaillen eingefahren haben“, sagt Dieter Maute, der Vereins-, Landes- und Bundestrainer. Doch noch wichtiger sei für ihn, dass zum Saisonhöhepunkt hin alle in Bestform gewesen seien und neue persönliche Rekorde aufgestellt hätten. Neue Elemente seien in Testwettkämpfen ausprobiert worden, als es darauf angekom-men sei, hätten sie geklappt.
Der fünffache Weltmeister legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den neuen Übungsteilen ausschließlich um diffizile Elemente innerhalb der methodischen Trainingsreihe gehandelt habe, auf deren Grundlage sich die Programme weiterentwickeln ließen, etwa die Rückwärtsserie oder Drehungen. „Wir hätten auch höhere Ausgangswerte anbieten können, aber wir haben zugunsten der Sicherheit und sauberen Ausführung bewusst darauf verzichtet“, so Maute. So seien seine Schützlinge bei den deutschen Meisterschaften durch die beste Technik aufgefallen.
Im besonderen Maße habe dies für Anna Boss gegolten, der die Kampfrichter nicht einmal vier Punkte abzuziehen vermochten. Sie fahre derart perfekt, dass ihr selbst Kleinigkeiten angekreidet würden, die bei weniger guten Technikerinnen nicht zu Abzügen führten. Dass die Nufringerin Lena Günther mit ihrem um 17 Punkte höheren Ausgangswert momentan nicht zu bezwingen sei, liege daran, dass Boss im vergangenen Jahr zwei längere Trainingspausen habe einlegen müssen.
Die drei Medaillengewinner müssen in der nächsten Saison bei den Junioren Tritt fassen. „Für sie ist das ein Übergangsjahr“, erläutert Maute. 2014 sollen sie soweit sein, dass sie um einen Platz im Nationalkader mitfahren und sich im darauffolgenden Jahr für die Junioren-Europameisterschaften qualifizieren können.
Bereits in diesem Jahr ist Annalena Wehrmann bei den Juniorinnen gestartet. Etwas aus der Bahn geworfen hat sie eine langwierige Krankheit, die sich vom Herbst bis ins Frühjahr zog. „Deshalb konnte sie ihre Ziele nicht erreichen“, bedauert ihr Coach. Sie habe aber das Beste aus der Saison gemacht und als eine der Jüngsten bei den deutschen Meisterschaften mit Rang 15 einen Achtungserfolg gelandet.
In die Fußstapfen von Max Maute und Niklas Schweiger tritt bei den Schülern A Patrick Rapp, der mit einer fulminanten Leistung Platz vier belegte und hauchdünn an Bronze vorbeischrammte. In seiner Jahrgangsstufe ist er in der kommenden Saison der haushohe Favorit. Eine perfekte Vorstellung bei der DM hat auch Lukas Binder abgeliefert, der seine drei Konkurrenten bei den Schülern B knapp bezwang. Innerhalb von zwei Jahren soll er sich nach den Vorstellungen seines Trainers so weiterentwickeln, dass er in seiner letzten Saison als Schüler ein schwieriges Programm beherrscht und weiter auf Medaillenjagd gehen kann.
Für die jüngeren Athleten – David Mayer, Eric Vogel, Philipp-Thies Rapp und Carina Steinhilber – seien Platzierungen derzeit noch unerheblich, so Maute. Bei ihnen stehe die langfristige Entwicklung im Vordergrund des Trainings und Wettkampfs, Selbiges gelte für zwei Anfängerinnen, die erstmals im nächsten Januar an einem Wettbewerb teilnehmen würden.
Eine Trainingspause legen die Talente vom RSV Tailfingen trotz ihrer jüngsten Erfolge nicht ein. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, lautet die Begründung Mautes. Als kleine Belohnung gab es immerhin einen gemeinsamen Ausflug in den Europapark.
