Skater sind unterfordert
Förderverein hofft seit vier Jahren vergeblich auf modernen Übungspark
Albstadt-Ebingen, 06.06.2012 von Dagmar Stuhrmann
„Wir werden immer wieder aufs Neue vertröstet und stoßen mit unserem Anliegen auf taube Ohren“, sagt Holger Türk, Vorsitzender des Fördervereins Skatepark Albstadt. „Mit Erstaunen und Befremden“ haben die BMX-, Dirtbike-, Skateboard-, Inline- und Scooter-Fahrer nun vor kurzem vernommen, dass die Stadt Albstadt für rund 30 000 Euro einen neuen Beach-Soccer-Platz anlegen will. Der Grund: Auf dem alten haben sich, wie berichtet, Sandbienen eingenistet. „Und was ist mit uns?“, fragt Holger Türk. „Seit 2007 bitten wir in gleichbleibendem Bemühen händeringend die Stadt Albstadt um einen qualitätsvollen, guten, anspruchsvollen Skatepark, da der vorhandene beim ehemaligen Ebinger Freibad viel zu klein und mit den falschen Geräten ausgestattet ist.“ Ein „richtiges Training“ sei auf der bisherigen Anlage unmöglich und obendrein für die Jugendlichen risikobehaftet.
Optimal wäre stattdessen nach Ansicht der überwiegend jugendlichen Nutzer ein Beton-Skatepark, wie er zum Beispiel in Tuttlingen zu finden ist und wie er auch der „Sportstadt Albstadt“ gut zu Gesichte stehen würde. „Das, was wir hier zur Verfügung haben“, sagt einer der jungen BMX-Fahrer, „ist ein besserer Spielplatz. Ein Trainingsplatz müsste anders aussehen.“ Mehr und bessere Geräte, die den Fahrern gerecht werden, ein größeres Gelände – darauf hoffen die jungen Sportler.
„Tatsache ist, dass es in Albstadt eine große Gemeinde von sicher mehr als hundert BMX- und Skateboardfahrern, Inlinern und Dirtbikern gibt“, erklärt Holger Türk. Der Bedarf für einen neuen Platz ist also da. Die betroffenen Jugendlichen sagen: „Wir wünschen uns einen Platz, der zentral in Ebingen liegt und von allen Fahrern aus den Stadtteilen zu erreichen ist.“
Bis dato allerdings scheint das Vorhaben in erster Linie an den Kosten zu scheitern. „Dabei könnte ein neuer Park schon längst bezahlt sein, wenn man nicht so lange warten würde“, meint Lisa Türk, die Frau des ALB-X-Vorsitzenden.
Mit der Zusammenarbeit mit dem Albstädter Betriebsamt ist Holger Türk im übrigen zufrieden. Die Wege seien kurz, anstehende Arbeiten würden unverzüglich erledigt. „Das ist nicht das Problem“, sagt der ALB-X-Vorsitzende.
Die Jugendlichen sehen sich durch die ungenügenden Trainingsmöglichkeiten in ihrer sportlichen Entfaltung gebremst. „Auf dem alten Platz haben wir keine Chance, uns weiterzuentwickeln.“ Das Areal sei einfach zu klein, die Geräte seien keine Herausforderung für die jungen Nutzer. Ob Mini-Ramp, Funbox, Pyramide, Rail oder Banks: „Zu langweilig“, lautet ihr Urteil, was die zur Verfügung stehenden Geräte angeht. „Es gibt von allem zu wenig, und das, was da ist, ist zu klein“, fasst Holger Türk die Kritikpunkte zusammen. Auch mit Blick auf die Förderung sozialer Kontakte, die Heimatbindung und eine sinnvolle Jugendarbeit wäre ein neuer Skatepark aus Sicht des Vereinsvorstands mehr als wünschenswert.
ALB-X: Von der Initiative zum Verein
Startschuss: Im Frühjahr 2008 gründete sich die „Initiative ALB-X“. Mit dem erklärten Ziel, einen neuen Skatepark in Albstadt einzurichten, der ein ernsthaftes Training ermöglicht. Der bisherige Skateplatz kann diesen Anspruch nicht erfüllen. Im Mai 2009 wurde aus der Initiative ein Förderverein. Der Idealfall wäre aus Sicht der Skater ein Betonpark, der zwar aufwendig zu realisieren wäre, aber kaum Folgekosten verursachen würde.
Platz für Nischen: Die Stadt Albstadt, die sich als Sportstadt versteht, benötigt nach Ansicht des Fördervereins nicht nur Möglichkeiten für Breitensportler, sondern auch für die Ausübung von Fun- und Extremsportarten, die seit Jahren extremem Wachstum unterliegen.
Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Vereins: www.alb-x.info
