Fast schon paradiesische Zustände
Um die Zukunft der Grundschule ist es Rektorin Sylvia Dörfer nicht bange – „Großer Zusammenhalt“
Bitz, 26.05.2012 von Volker Schweizer
Die ausgezeichnete Ausstattung, die vielen Angebote, das dynamische Kollegium, die Überschaubarkeit und nicht zuletzt der sport- und bewegungserzieherische Schwerpunkt schaffen einen Raum, um sich hier wohl zu fühlen und weiterzuentwickeln. Wenn auch die Schülerzahlen sukzessive zurückgehen, ist es Rektorin Sylvia Dörfer um die Zukunft der Grundschule nicht bange. Sie sieht den Schulstandort auf lange Zeit gesichert.
135 Jungen und Mädchen besuchen zur Zeit die Lichtensteinschule. Sie ist mittlerweile eine reine Grundschule. Bis auf die zweite Klasse werden alle Klassen zweizügig geführt. Im Durchschnitt sind 19 Kinder in einer Klasse. 14 Lehrkräfte kümmern sich um sie. Um gezielt auf Schüler mit Förderbedarf einzugehen, bestehen Kooperationen mit der Wilhelm-Hauff-Schule Tailfingen und der Förderschule für Erziehungshilfe Mariaberg. Zu den fast schon pädagogisch-paradiesischen Zuständen trägt aber auch die Gemeinde einen großen Teil bei. „Sie unterstützt uns unglaublich gut“, freut sich die Rektorin, die Wertschätzung sei deutlich spürbar.
Sylvia Dörfer präsentiert stolz die Räume, die durch den Verlust der Hauptschulklassen – für die Klassen 5, 6 und 7 ist Bitz noch Außenstelle der Winterlinger Hauptschule – frei geworden sind. Dank vieler Sponsoren können die Kinder hier nach Herzenslust lesen, experimentieren, Hausaufgaben machen und basteln. Im Betreuungsraum sind sie täglich bis 17 Uhr gut aufgehoben. Wenn das Wetter mitmacht, werden die Spielgeräte im Freien in Beschlag genommen. Der Bewegungsbereich ist eines von vielen Projekten des Fördervereins „Kinder unsere Zukunft – Bitz bewegt sich“.
Wenn Sylvia Dörfer auf „Bitz bewegt sich“ zu sprechen kommt, funkeln ihre Augen. Sie ist stolz auf dieses bereits schon mehrfach ausgezeichnete Konzept von Schule, Turnverein, Kindergarten und Gemeinde. „Es hat zum Ziel, die Bewegungsfähigkeit der Kinder in großem Maße zu fördern“, betont die Rektorin. Gerne nehmen die Schüler auch die Angebote des Turnvereins wahr, zum Beispiel Geräteturnen, Tanzen und Handball. Der Jugendtreff und die Bücherei engagieren sich ebenfalls und bieten Programmpunkte an. Kooperationen bestehen zudem mit dem Gesangverein, der Musikkapelle, dem Tennisclub, dem Inline- und Hockeyclub, dem DRK und der Feuerwehr.
Täglich wird in der großzügig ausgestatteten Schulküche ein warmes Mittagessen für die Kinder serviert. In Spitzenzeiten nehmen bis zu 25 Schüler dieses Angebot wahr. Trotzdem ist die Lichtensteinschule (noch) keine Ganztagesschule. Dafür bräuchte es noch mehr Schüler. Sylvia Dörfer versichert aber, dass die Lichtensteinschule das Betreuungsangebot weiter ausbauen wolle, denn der Bedarf sei da.
Zu den Besonderheiten, mit der die Lichtensteinschule auftrumpfen kann, gehört auch das Bildungshaus. Denn dazu gehören vier Einrichtungen: Um Kindern von drei bis zehn Jahren ein Bildungsangebot aus einer Hand zu bieten, wird mit allen drei Kindergärten zusammengearbeitet. Die Streitschlichter sind Sylvia Dörfer ebenso wichtig wie die Juniorhelfer, die bei einem Kratzer auch mal ein Pflaster kleben dürfen. Großen Wert legt sie aber auch auf eine zielorientierte und bedarfsgerechte Schulsozialarbeit. Hier arbeitet die Lichtensteinschule mit Bettina Landenberger vom Jugendtreff zusammen. Weitere Projekte sind unter anderem die Lesepaten und die Gewaltprävention mit der Polizei. Immer wieder nehmen Schüler auch an Wettbewerben im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ teil.
Seit dem Schuljahr 2007/08 beteiligt sich die Lichtensteinschule am Unterrichtsprogramm „Klasse 2000“ zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung. Es begleitet die Kinder – ähnlich wie das Projekt „Unsere Schule ist auf ZAK“ – kontinuierlich von Klasse eins bis vier, begeistert sie frühzeitig für das Thema Gesundheit und stärkt sie in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung. Mit dem „Klasse-2000-Zertifikat“ wurde das Engagement im vergangenen Jahr gewürdigt.
Angesichts dieser Fülle an Angeboten bedarf es natürlich einer großen Portion Organisationstalent und Flexibilität. Sylvia Dörfer wird dieser Aufgabe seit über acht Jahren gerecht. In dieser Zeit als Rektorin konnte sie stets auf den Rückhalt und auch die Unterstützung durch den Elternbeirat und die Eltern zählen. Auch deshalb herrsche an der Schule in Bitz ein so großer Zusammenhalt.
Ende des Schuljahres geht Sylvia Dörfer in den Ruhestand. Sie wird am Dienstag, 24. Juli, offiziell verabschiedet. Wer ihre Nachfolge in Bitz antritt, steht allerdings noch nicht fest.
