Balingen, 18.05.2012

Schwaben nur krasser Außenseiter

Handball-Bundesliga: Hauptstädter bislang ohne Punktverluste gegen Kellerkinder

Schwaben nur krasser Außenseiter
Heute Abend erwartet der Balinger Handball-Bundesligist die Füchse aus Berlin. Gegen den Champions League-Halbfinalisten geht der HBW als krasser Außenseiter auf die Platte.

Die 29:31-Niederlage in Hüttenberg wirkt bei Rolf Brack noch nach, selten hatte der Handball-Professor eine so bittere Pille gegen einen Abstiegskandidaten schlucken müssen. Zur Pause lagen die Balinger im mittelhessischen Hexenkessel bereits aussichtslos mit 9:20 zurück. „Zumindest haben wir das Schlimmste verhindert“, blickt der 58-Jährige zurück, welcher bereits vor dem Duell gegen den Branchenneuling „kein gutes Gefühl hatte“. Das sollte sich bereits in den ersten Minuten bestätigen – die Schwaben waren nur ein Spielball für die Truppe von Jan Gorr. Erst nach dem Seitenwechsel griffen die Winkelzüge des Sportwissenschaftlers, sukzessive kämpfte sich der Fusionsklub aus Balingen heran.

Just die positiven Elemente – eine stabile 5:1-Verteidigung um einen soliden Daniel Wessig sowie das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff – stellte der Dozent der Universität in dieser Trainingswoche in den Mittelpunkt der Vorbereitung. „Wir müssen das festigen, was wir gegen Hüttenberg gut gemacht haben“, fordert Brack vor dem heutigen Duell gegen den Tabellendritten aus der Bundeshauptstadt (19.45 Uhr, SparkassenArena). Trotz der Negativserie in den vergangenen Wochen mit 3:9 Punkten ist der erfahrene Übungsleiter von den Fildern optimistisch. „Das Hinspiel ist immer Gradmesser“, meint Brack, „und in Berlin haben wir nicht schlecht ausgesehen, waren bis zum 15:18 dran.“

Und dennoch sind die Füchse so etwas wie der Angstgegner der Schwaben. Seit der Rückkehr des Spree-Ensembles in Liga eins 2007 verbuchte Balingen-Weilstetten in neun Spiel gerade einmal ein mageres Pünktchen. „Es waren fast durchgängig enge Spiele“, betont Brack, welcher auf eine bessere Schiedsrichterleistung als in der ersten Halbserie hofft. „In Berlin gab es neun Zeitstrafen gegen uns“, nimmt der Akademische Oberrat den Gesprächsfaden wieder auf, „drei waren völlig überzogen.“

Auch heute Abend ist für den HBW eine aggressive Abwehrarbeit der Schlüssel zum Erfolg. „Wir brauchen eine sehr, sehr gute Konterquote“, prognostiziert der HBW-Kommandogeber, welcher erneut 13 Feldspieler zur Verfügung hat. Wer zunächst hinter der Bank Platz nimmt? Brack zuckt mit den Schultern. In Hüttenberg pausierte Fabian Gutbrod. Doch der Ex-Göppinger überzeugte seinen Trainer mit „sehr guten Trainingseindrücken“ (O-Ton Brack). Auch Wessig dürfte gegen die Hauptstädter gesetzt sein, so dass vielleicht dem zuletzt formschwachen Benjamin Herth die Reservistenrolle zukommt. „Ich weiß es noch nicht“, beendet Brack alle Spekulationen.

Vielmehr sucht er nach Lösungsansätzen, um die Berliner Beton-Abwehr zu knacken. „Wir brauchen mehr Geduld und Spieldisziplin“, fordert Brack, „sowie eine bessere Chancenauswertung.“ Mit Nationalkeeper Silvio Heinevetter und Petr Stochl verfügt Füchse-Dompteur Dagur Sigurdsson über das vielleicht beste Torhütergespann der Liga. „Nur keine flachen und Knie hohen Würfe“, warnt der HBW-Trainer, welcher ein „sehr gutes Zusammenspiel zwischen den Torhütern und dem Innenblock“ beobachtet hat. Eine ähnliche effektive Ver-teidigung will der Sportwissenschaftler den Hauptstädtern entgegensetzten. Entscheidend für Brack: Das Duell zwischen Kapitän Wolfgang Strobel und dem Füchse-Regisseur Bartomiej Jaszka, der für seine theatralischen Einlagen bekannt ist.

„Nur, wenn wir den Berliner Rückraum in den Griff bekommen und die Konter verhindern, haben wir überhaupt eine Chance“, kennt Brack nur zu genau die Stärken des Champions League Halbfinalisten. Der zeigte bis dato keine Schwächen gegen Klubs aus dem hinteren Tabellendrittel. „Sehr, sehr stabil“, betont der Balinger Coach und fügt abschließend hinzu: „Berlin hat sich in den vergangenen Jahren unglaublich entwickelt.“


Lizenz für den HBW an Bedingungen gekoppelt

Die unfassbare Saison des THW Kiel geht weiter! Am Mittwochabend ließ sich der Rekordmeister auch von Wetzlar nicht stoppen und fuhr beim 33:27 den 31. Sieg im 31. Spiel ein. Die Meisterschaft ist den Zebras längst nicht mehr zu nehmen, für die Verfolger geht es allerdings noch um die internationalen Startplätze. Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich mit einem 34:27-Erfolg bei den Löwen einen Startplatz in der Champions League. Der SC Magdeburg muss nach der 29:37-Niederlage in Lemgo wieder um das internationale Geschäft bangen.

Die Traditionsvereine VfL Gummersbach und TV Großwallstadt müssen im Lizenzierungsverfahren nachsitzen. Wie die Liga mitteilte, müssen die Altmeister bis zum 30. Mai eine Liquiditätslücke schließen. „Sind diese Bedingungen erfüllt, gilt die Lizenz als erteilt“, heißt es in der HBL-Mitteilung.

An Bedingungen ist hingegen die Lizenz des HBW Balingen-Weilstetten (erstmals) gekoppelt. Die Schwaben müssen Berichtspflichten über die wirtschaftliche Entwicklung in der kommenden Spielzeit nachkommen.

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