Nach dem 2:0-Sieg bei der TSG Balingen warfen sich Spieler und Fans des SSV Ulm 1846 ausgelassen in die Arme. Für viele galt dieser Sieg bereits als Ticket für die kommende Regionalliga-Saison
Nach dem 2:0-Sieg bei der TSG Balingen warfen sich Spieler und Fans des SSV Ulm 1846 ausgelassen in die Arme. Für viele galt dieser Sieg bereits als Ticket für die kommende Regionalliga-Saison Foto: Moschkon.

Balingen, 15.05.2012

Spatzen in Feierlaune

Fußball-Oberliga: Im Au-Stadion stellt Ulm die Weichen

Spatzen in Feierlaune
Der SSV Ulm 1846 hat im Au-Stadion den wohl entscheidenden Schritt in Richtung Fußball-Regionalliga gemacht. 0:2 (0:1) endete das Topspiel des 31. Oberliga-Spieltags bei der TSG Balingen.

Paul Sauter ist auf dem besten Wege, seine letzte Saison als Trainer des SSV Ulm mit der Regionalliga-Rückkehr zu krönen. Drei Spieltage vor dem Saisonende weisen die „Spatzen“ fünf Zähler Vorsprung auf den VfR Mannheim auf, der Tabellenzweite war am Wochenende spielfrei. Das dürfte sich der SSV 1846 kaum noch nehmen lassen. Entsprechend ausgelassen feierten die rund 150 mitgereisten Ulmer Anhänger auf der Gegengeraden des Au-Stadions den 2:0-Erfolg im Topspiel gegen die TSG Balingen. Und mit ihnen die Mannschaft. Und eigentlich feierten die Donaustädter schon die Meisterschaft – nur zugeben wollte das niemand. Sauter sprach anschließend lediglich von einer besseren Ausgangslage im Titelkampf. Zuvor hatten die Ulmer Fans quer durch das Stadion eine Polonaise gestartet. Sangesfreudig hatten sich die Spatzen-Anhänger präsentiert – lautstark und euphorisch, aber stets friedlich. Auch die Pressekonferenz war Ziel der Ulmer Fan-Polonaise. „Ich möchte die kleine Störung entschuldigen“, sagte Sauter grinsend: „Die Fans freuen sich halt.“ Defensiv sei seine Mannschaft überragend gestanden, fand der Coach: „Und das ist oftmals der Schlüssel.“ Allerdings erinnerte der 64-Jährige auch an den Lattentreffer von Balingens Alexander Jauß nach gut einer Viertelstunde: „Da hat es am Tor angeklopft. Wenn der reingeht, wer weiß, wie das Spiel dann läuft.“

Nur eine Halbzeit lang konnte das Team um TSG-Trainer Karsten Maier mit dem SSV Schritt halten, dann verlor der Tabellenvierte, der zuvor in zehn aufeinanderfolgenden Spielen ungeschlagen geblieben war, den roten Faden im Spielaufbau. Maier meinte: „Ulm hat eine Topleistung geboten, war immer gefährlich und wir hatten dann keine Chance.“ Was auffiel: Die Ulmer waren taktisch hervorragend auf die TSG eingestellt. Die sportliche Leitung um Sauter und seinen Co-Trainer Stephan Baierl hatte ganze Arbeit geleistet. Baierl wird Sauter am Saisonende als Chefcoach ablösen. „Ich werde weiter die sportliche Leitung innehaben, aber aus dem Trainer-Tagesgeschäft werde ich mich zurücknehmen“, hatte Sauter, der zudem Präsident ist, schon vor Wochen bekannt gegeben.

Erst vor einem Jahr war Sauter zum Ex-Bundesligisten zurückgekehrt – und das bereits zum fünften Mal (viermal als Trainer, einmal als Spieler). „Wenn ich sehe, wo wir vor einem Jahr nach der Insolvenz standen und wo wir jetzt sind, dann grenzt das schon an ein mittleres Fußballwunder“, sagte der Ex-Verbandstrainer. Sauter hatte die SSV-Fußballer vom Hauptverein ausgliedert und den klammen Donauklub nach dem Zwangsabstieg „mit seinem guten Namen“, wie er selbst sagt, zurück in die Gunst einiger Sponsoren gebracht. Private Geldgeber seien es auch, welche der Spatzen-Elf in der laufenden Saison zu allerhand Luxus verholfen hätten, heißt es. So reiste der Ulmer Tross bereits am Freitag nach Balingen und nächtigte in der Kreisstadt. Bei allem Ulmer Understatement. So etwas ist einzigartig in der Oberliga – und so etwas ruft nun einmal Neid hervor

Foelsch setzt noch einmal aus

Schon am Donnerstag steht für die TSG Balingen das nächste Heimspiel an. Am 32. Spieltag der Fußball-Oberliga erwartet die Maier-Elf um 15 Uhr Kellerkind Offenburger FV im Au-Stadion. Fehlen wird der TSG ein letztes Mal Lukas Foelsch, der nach seiner zweiwöchigen Rotsperre (Schiedsrichterbeleidigung) aber schon am Sonntag (15 Uhr) im Auswärtsspiel beim SV Spielberg wieder zum Einsatz kommen könnte. Fraglich ist weiterhin der Einsatz von Kevin Keller, der am Wochenende wegen Leistenproblemen fehlte

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